Am Kurpark 5
Degenhardt’s Waldhaus – Erholungsheim Waldhaus
Degenhardt`s Waldhaus ist ab 1921 Teil des Hauses Bergsegen.
Carl Degenhardt
Degenhardt hatte als einer der ersten die Bedeutung Sachsa für Kurgäste erkannt. Mit dieser Anzeige warb er bereits 1884 für einen Kuraufenthalt in Sachsa.
In einem Brief schreibt er: „Jetzt habe ich in schönster Lage am Walde ein Haus, und ist im Sommer alles besetzt, und haben die Gesunden die Kranken verdrängt“.
[Günter König: Bad Sachsa – Vom Bauernstädtchen zum Kurort, Horb am Neckar 1988, S. 15].


„Für Leidende“ (1884)
„Unterzeichneter empfielt, gestützt auf vielfache Erfolge, seine Kurmethode bei Krankheiten des Nervensystems, wie Neuralgien, Lähmungen (spinale und cerebrale), sowie bei Veitstanz, chronischem Rheumatismus u.s.w.
Ferner finden Reconvalescenten in der stärkenden Bergluft und dem herrlichen Laub= und Firchtenwalde Erholung und Kräftigung. Pensionspreis pro Tag 3 Mark. Prospekte gratis und franco. C. Degenhardt.“.
[„Bad Sachsa, nach seinen hygienischen, landschaftlichen und localen Verhältnissen.“, Hrsg: R. von Schlieben, Nordhausen 1884]

Carl Degenhardt [1831-08.06.1899] und sein Jugendfreund, Sanitätsrat Dr. med. Bötticher, hatten bereits früh die Bedeutung Sachsas für Kurgäste erkannt. Degenhardt beherbergte bereits 1864 Kurgäste in seinem Hause Marktstr. 49.
In einem Brief aus dem Jahre 1897 schreibt er über sich selbst:
„Ich bin seit 1864 Heilgehilfe, bis dahin kleiner Ökonom (Landwirt), und ging auf Veranlassung des Herrn Sanitätsrates Dr. med. Bötticher nach Göttingen und wurde in Erfurt als Heilgehilfe geprüft, habe mancherlei Kranke behandeln müssen, welche als unheilbar erklärt wurden. Jetzt habe ich in schönster Lage am Walde ein Haus [jetzt Am Kurpark 5, erbaut 1889], und ist im Sommer alles besetzt, und haben die Gesunden die Kranken verdrängt“.



Dr. Lohrengel`s Erholungsheim „Waldhaus“
[1912, Briefkopf, StABS 1.35.4]
Der „Badearzt“ Dr. Lohrengel übernimmt das Degenhardtsche Waldhaus in der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts [Oktober 1906] und führt es leicht verändert weiter; in seinem Sanatorium Waldhaus behandelt er insbesondere Nerven- und Stoffwechselkrankheiten. [HVV 1908, Rud. Stolle]

Degenhardt [wohl Emil, der Sohn unseres Carl Degenhardt] schreibt an
„Seine Hoheit Herrn Sanitätsrat Dr. Seyffart“ an der Frauenklinik Luisenstraße in Nordhausen diese Karte mit Datum „Bad Sachsa 24/I. 13.“:


Sehr geehrter Herr Rath! Bad-Sachsa hat gut abgeschnitten, es hat den Herren Ärzten hier sehr gefallen. Die Landschaft im Schnee trug ein gut Theil dazu bei. Mit bester Empfehlung Ihr ergebenster Degenhardt…„.
Emil Degenhardt, damals wohnhaft in der Talstraße 1, war Zahntechniker, im I. WK Sanitäts-Feldwebel und arbeitete nach dem Kriege als Dentist im Hause Am Kurpark 5.
Bereits 1898 eröffnete er hier einen „Betrieb für Zahnkünste und Handel mit künstlichen Gebissen“, 1903 erhielt er die Konzession zum Betrieb einer Heilanstalt für Herzkranke sowie nervöse und rheumatische Personen, die er im Oktober 1906 an Dr. Lohrengel verkaufte.
Noch 1905 eröffnete er einen „Bier- und Weinausschank“ im Hause Curpark 5, ob das gegen Zahnschmerzen helfen sollte oder nur zur Stärkung des vegetativen Nervensystems diente, ist nicht überliefert! [Markus Jäger, Göttingen]