Gustav Adolf Baer

Forstmeister Gustav Adolf Baer ist der erste von vier Bürgern dieser Stadt, denen die Ehrenbürgerwürde 1910 verliehen wurde.
Auch war der Königliche Forstmeister Baer seit 1909 „Stadtältester“
[es gab lediglich 5 weitere solche Auszeichnungen].
Der Platz auf dem Weg zum Brand trägt seinen Namen.


oben/rechts: BSN 09.07.1901

Herr Baer hat sich „insbesondere verdient „bedeutende Verdienste erworben durch die Anlage von Promenadenwegen und durch die Herstellung des beim Pferdeteiche liegenden Schmuckplatzes. Auch hat er besonders, gemeinsam mit dem Wirt des Ravensberges, Gänsehals, den Schlittensport gefördert; so bspw. bei der Beschaffung der sogenannten Hörnerschliten und der Ravensberger Rodelbahn.

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Ehre, wem Ehre gebührt

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Forstmeister Baer-Platz

„Gestern Vormittag ist unser unvergeßlicher, allseitig hochgeehrter Ehrenbürger und Stadtältester, der kgl. Forstmeister a.D. Adolf Baer im 90. Jahre sanft entschlafen…“

links/oben: BSN 04.11.1910
oben: BSN 05.11.1910
rechts: BSN 10.11.1910

 Den Bad Sachsaer Nachrichten vom 12. November 1910 verdanken wir folgenden Bericht über einen warmen Nachruf von Stadtverordnetenvorsteher August Dreger auf Forstmeister a.D. Baer:

„Meine Herren!
Vor Eintritt in die heutige Tagesordnung gestatten Sie mir eines lieben Mitbürgers zu gedenken, den wir vor wenigen Tagen zur letzten Ruhe geleiteten und der sich um das Wohl unserer schönen Stadt hohe Verdienste erworben hat, ich meine unseren Stadtältesten und Ehrenbürger, den verstorbenen Herrn Forstmeister a.D. Baer.
Meine Herren,
als der Verstorbene vor ca. 15 Jahren, aus dem Staatsdienste pensioniert, seinen Aufenthalt unter uns nahm, wählte ihn bald darauf die Stadtverordnetenversammlung zum Ratmann diesiger Stadt in der richtigen Erkenntnis, daß er der städtischen Verwaltung eine kräftige Stütze und in Forstsachen ein guter Ratgeber sein werde. Er hat diese Voraussetzungen in reichstem Maße erfüllt; überall wo es die Hebung und das Wohl Sachsa`s galt war er dabei und hat stets unverdrossen an der Entwicklung unseres Gemeinwesens mitgewirkt.

 Er hat uns unsern Wald verschönen helfen, hat uns schöne Wege und Anlagen gebaut, er hat das Kuckanstal zu einem kleinen Paradiese umgeschaffen, ja trotz seines hohen Alters haben wir ihm bei Wind und Wetter draußen gesehen, wenn es galt Bäume zu beschneiden und Verschönerungen anzulegen.
Meine Herren,
dafür sind wir ihm Dank schuldig und haben solchem auch schon zu Lebzeiten dadruch Ausdruck verliehen, daß wir den Platz vor seiner Wohnung, ihm zu Ehren, den Forstmeister Baerplatz nannten, ich auch, nachdem er 12 Jahre als Ratmann tätig gewesen und eine Wiederwahl, wegen seiner Schwerhörigkeit nicht gut möglich war, den Titel STADTÄLTESTER verliehen; ihm ferner an dem Tage, an dem 70 Jahre vergangen waren, als er in den Staatsdienst trat, das Ehrenbürgerrecht hiesiger Stadt verliehen.
Meine Herren,
er war über alle diese Ehrungen sehr erfreut und sagte noch bei Verleihung des Ehrenbürgerrechts, wie gern er den Rest seines Lebens und Könnens in den Dienst der Stadt stelle. Dem hat der Tod ein Ziel gesetzt!
Meine Herren,
ich sagte schon wir sind dem Verstorbenen Dank schuldig und glaube wir können diesen Dank nicht besser betätigen als daß wir ihm nachrufen:

all seine Werke sollen erhalten und sein Andenken bei uns in Ehren bleiben.

Meine Herren,
zum Zeichen Ihres Einverständnisses und zu seiner Ehre bitte ich Sie, sich von Ihren Sitzen zu erheben!
Ehre seinem Andenken!“

Hier ruht aus
nach arbeitsreichem Leben
der Kgl. Forstmeister a.D.
Gustav Adolf Baer,
Ehrenbürger
der Stadt Bad Sachsa.
* 8. Juli 1821 zu Königsberg i. Pr.
t 4. Nov. 1910 zu Bad Sachsa.

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13.04.2013 [Foto + Foto-Ausschnitt: R. Boehm]