Bahnhofstraße 56

unterhalb des Weges liegen die Sachsaerwerke = ist das wirklich die heutige Bahnhofstraße 56 ???????????????????????????????????

Eine wunderbare „Handzeichnung zu dem Neubau der Maurer Carl und Louis Schafft“, welche uns auch das Gelände der Sachsawerke mittig/links des „Feldweg“ in schwarz zeigt
[o.D., 1901-1909, StABS XII.m.15]
unterhalb des Weges liegen die Sachsaerwerke [1920er, AK: Slg. R. Boehm]
Diese Zeichnung verdeutlicht das Betriebsgelände
Sachsawerke G.m.b.H. Fabriken für Leder-, Textil- und Holzbearbeitung, Bahnhofstr. 27 + 29
Bitte an den Magistrat um Weiterleitung des städtischen Wasserleitungshauptrohres, das derzeit am Grundstück Bahnhofstraße 27 endet, bis zum Grundstück Bahnhofstraße 29, um
eine moderne Feuerlöscheinrichtung schaffen zu können.
[15. April 1918, StABS 1.20.5]
Weitere Blätter aus dieser Akte aus 1917 bis 1924:
Rechts: Firmen-Stempel [15.12.1917]:
„Sachsawerke G.m.b.H.
Fabriken für Leder- u. Holzbearbeitung.
„
Rechts: Firmen-Stempel [15.04.1918]:
„Sachsawerke G.m.b.H.
Fabriken für Leder-, Textil- und Holzbearbeitung.
„
oben: Firmen-Stempel [15.04.1918]:
„Sachsawere Osterman & Co.“
„Sachsawerke G.M.B.H. / Fabriken für Leder- und Holzbearbeitung / Bad Sachsa (Südharz)“

[15.12.1917, gez. „Dr. O.“ für Ostermann
„Sachsawerke / Ostermann & Co.“ „ABTEILUNG: SCHUHFABRIK“ [31.03.1924]

Durch die Heirat dessen Sohnes Dr. Heinrich Ostermann mit Nora Deibel  kam diese Familie nach Bad Sachsa und wurde in die unternehmerischen Aktivitäten des Louis Deibel eingebunden. So arbeitete Hüttendirektor a.D. Heinrich Ostermann, ebenso wie Louis Deibel in Gelsenkirchen geboren, bis zu seinem Tode 1921 in Deibels Firma „Sachsawerke – Ostermann & Co.“ in der heutigen Bahnhofstraße 56 A (?) oder 57.

Der Hüttendirektor a.D. Heinrich Ostermann verstirbt 1921. Es trauern sein Sohn Dr. Heinrich Ostermann mit Nora geb. Deibel u.a. [BSN 12.03.1921]

Vermutlich gehörte die in Rotthausen (heute Teil von Gelsenkirchen) ansässige Zementwarenfabrik Ostermann & Co. und die „Villa Ostermann“ zum Familienbesitz des Hüttendirektors Heinrich Ostermann.

Sachsawerke Ostermann & Co. [BSN, 25.08.1923]
ALWIN TEICHMÜLLER
(o.D., Reklamemarke: http://www.veikkos-archiv, 04. März 2010)


Die „Mechanische Weberei“ von Alwin Teichmann stellte seit den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts Zelte, Planen und Decken in Ellrich her. (vgl. hierzu die geschichtlichen Aufzeichnungen der Freiwilligen Feuerwehr Ellrich auf ihrer Homepage, abgerufen 10.12.2021):  
„22. April 1888 – früh gegen 4.00 Uhr bricht im Spulsaal der erst kürzlich errichteten mechanischen Weberei von Alwin Teichmüller ein Brand aus, der Bahnhofswächter Marquard, der den Brand bemerkt, alarmiert den Bahnhofsvorsteher, der mit der Stations- Feuerspritze herbeieilt und den bereits um sich greifenden Brand löscht.„
SACHSAWERKE G.M.B.H.
[o.D., Reklamemarke: http://www.veikkos-archiv, 04. März 2010]

Die Mechanische Weberei  von Alwin Teichmüller geht über an [seinen Sohn?] Ferdinand Teichmüller, der laut einer Rechnung diese Firma in Ellrich und St. Andreasberg zumindest noch in 1908 betreibt [siehe http://www.picclick.de, 10.12.2021].
Der oben gezeigten Reklamemarke ist zu entnehmen, dass der „Textilbetrieb – vorm. Ferd. Teichmüller, Ellrich am Harz“ nunmehr den Eigner und Namen gewechselt hat: es taucht erstmals auf die Firmierung „SACHSAWERKE G.M.B.H.“
unten:
Sachsawerke – Ostermann & Co.

(Wintersport- + Heimatmuseum Bad Sachsa)
Während viele Firmen im I. Weltkrieg ihre Produktion zurückfahren mussten, konnten die Sachsawerke durch Anpassung an die Bedürfnisse an Lederwaren für Pferde und Soldaten diese Zeit gut überstehen. Ein Beispiel hierfür ist das oben gezeigt Spatenholster der „SATTEL & LEDERWARENFABR BAD SACHSA“.

Die „Sachsawerke“ firmierten unterschiedlich (u.a. 1916: „Sachsaer Sattel- u. Lederwarenfabrik G.m.b.H.“ mit Verkaufs-Büro in der Lützowstrasse 105 in Berlin W, 35; StABS 1.22.4. Heft 1), „Sachsawerke G.m.b.H., Fabriken für Leder-, Textil- und Holzbearbeitung“ (StABS) und hatten diverse „Abteilungen“; bisher sind namentlich bekannt „SACHSAWERKE, OSTERMANN & Co., Abteilung.: SCHUHFABRIK“ (stellte den Betrieb 27.10.1923 ein, StABS 1.41.11.3) und die „Sachsawerke, Ostermann & Co., Abteilung HOLZWARENFABRIK“ (u.a. 1924, StABS 1.43.6 Heft 1)

„Arbeitsordnung der
Sachsaer
Sattel– und Lederwarenfabrik
G.m.b.H.
Bad Sachsa, Südharz
Betriebsstätte
Bad Sachsa“
[1915, Heft: Slg. R. Boehm]
Polizei-Sergeant Baumgart stellt fest:
Der Maurermeister Otto Kaiser-hierselbst hat vor etwa 14 Tagen mit dem Umbau des Lagerraumes der hierselbst Bahnhofsstraße 27 belegenen Schneidemühle begonnen, ohne hierzu die polizeiliche Erlaubnis nachgesucht zu haben…
[1915, StABS 2.21.2]

Mehr Informationen finden Sie
zur Familie Deibel/Ostermann unter

Bismarckstraße 1