Bismarckstraße 6 – Villa Buchenhöhe


Um 1890 ist dieser Grund, bezeichnet mit „Wolfshöhe 278“, noch unbebaut.
Erst 1902 können wir mit dieser Ansichtskarte das „Pensionat Jacob“ in der
„Villa Buchenhöhe“ nachweisen. [1902, AK: Slg. R. Boehm A 163]


Villa Buchenhöhe, Bad Sachsa (Harz), d. 10. Aug. 1906

„Das hier abgebildete Haus gehört unserer Nichte Frieda v. Lüpke, die Kurgäste in Pension nimmt und es allen behaglich zu machen versteht.“,
jedenfalls bis 1910 die Fremdenpension von Frau Gröbe für rund 10 Jahre Erwähnung findet.
[1906, AK: Slg. R. Boehm]

1912 werben aus Bad Sachsa per Zeitungsanzeige das „Hotel Lindenhof“, das „Haus Schleswig=Holstein“ sowie das „Haus Buchenhöhe“ des „Frl. v. Lüpke“. [23.06.1912, Hannoverscher Courier]

Frieda von Lüpke war auch verantwortlich
für einen Kindergarten. Mehr Information
finden Sie unter:



Im „Verzeichnis antisemitischer Erholungsorte, Hotels und Pensionen 1914 + 1931“ sind in der Abteilung
„Hotels und Pensionen, die sich als christlich bezeichnen“ für Bad Sachsa aufgeführt:

  • Fremdenheim Frl. von Braunschweig, „Christliches Heim“
  • Erholungsheim Bergsegen, christliches Haus
  • Hotel und Pension LINDENHOF
  • Kurcafé und Konditorei Haase

sind in der Abteilung
„Hotels und Pensionen, die antisemitischen Charakter haben “ für Bad Sachsa aufgeführt:

  • Haus Arnim
  • Villa Buchenhöhe
  • Frieda von Lüpke u. Anna Hermann vers. Prosp. mit der Bemerkg.: „Israeliten werden nicht aufgenommen“.

[Frank Bajohr „Unser Hotel ist judenfrei“, Bäderantisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert, Fischer Taschenbuch, 2003]



Haus Buchenhöhe.
1920 wirbt Schwester Cäcilie Wolff mit einer Anzeige im Prospekt der Bade-Verwaltung BAD SACHSA für ihr „Haus Buchenhöhe.
In den „wilden 20ern“ wird es auch mit der Adresse bei diesem und dem Nachbarhaus, der „Villa Silesia“, schwierig.
Ich vermute, dass diese beiden Häuser in dieser Zeit durch die Geschwister Margarete Heinze, geb. Schnabel und Helene Schnabel käuflich erworben wurden und diese Häuser partiell verpachtet wurden.

rechts:
1930/1931 taucht erstmals der Name „M. Tautz“ mit dieser Werbung in Erscheinung.
Villa Buchenhöhe
Nur sehr kurz, ca. 1929 auf 1930 wird in der Buchenhöhe das Töchterheim Gummel erwähnt
[Faltplan rs von ca. 1930].
Vermutlich noch in 1930/1931 wurde dieses Haus durch Magdalene Tautz käuflich erworben, die in den Folgejahren als Fremdenheimbesitzerin in den Telefonbüchern etc. noch 1949 für das „Haus Buchenhöhe“ steht.
Haus Buchenhöhe
Horst-Wessel-Straße 6
[1937, DER HARZ, Heft 3, März 1937]

In 1945 ff war selbstredend auch dieses Haus von Flüchtlingen bis unter das Dach belegt, aber auch Erholungsuchende kamen, wenn denn Platz war! Allerdings:

„Es gefällt uns sehr gut hier – wenn man auch hinsichtlich der Verpflegung – die schönen Wälder, die würzige Luft u.s.w. müssen den Ausgleich schaffen – einen kleinen Masstab nur anlegen darf.


Herr Rakebrand, z.Zt. Bismarckstr. 6, schreibt am 27.05.1947 nach Göttingen an „Lieber Herr Ziegenspeck“.
[1947, Postkarte: Slg. R. Boehm]




Urlaub in Bad Sacha
1951
[Foto: Slg. R. Boehm]



unten:
um 1954
[Quelle unbekannt]

oben: 1960er
[2AKs: Slg. R. Boehm]
unten: 1976
oben: 1968
[2x, Th. Wegener, Facebook 29.05.2021]
unten: 1978

„50 Jahre Hotel Buchenhöhe“ [BSN, 11.05.1985]

Das Haus bleibt in Familienbesitz und profitiert vom Aufschwund in Deutschland; es wird wieder investiert und man kann sich wieder einen kleinen Urlaub in Deutschland, insbesondere im Harz, leisten – es kommt Farbe ins Leben der Wirtschaftswunderzeit.
Die Besitzerin, Katharina Kirms-Hohmann, geb. Tautz, führt das Haus mit 34 Betten und wirbt mit Diätkuren (?!). Mitte der 1980er steht Frau Hannelore Weißkopf (Tochter von K. Kirms-Hohmann) mit ihrem Partner Walter Hupe für das zwischenzeitliche „Hotel-Restaurant Buchenhöhe“. [BSN, 11.05.1985]

[BSN, 03.07.1987]…
Gegen den Trend des Rückbaus von Kurheimen aufgrund der Gesundheitstruktur-gesetzgebung investiert Dr. med. E. Adolph 1987 in diese Feriendialyse, …

…während gleichzeitig das RESTAURANT-CAFÉ bei GISBERT u. GABY Ende der 1980er betrieben wird:

Dialysezentrum Südharz
ca. 2000 [rs Stadtplanes, 11. Auflage]

Aus den Dialysezentren Herzberg und Bad Sachsa wird am 1. Juli 2005 ein
„Medizinisches Versorgungszentrum für Nierenkrankheiten, Bluthochdruck u. Dialyse“. Verantwortlich zeichnen Dr. E. Adolph und J. Niemann. [25.06.2005]