Brandstraße 14 – Villa Reinhardt


rechts: 1901. Villa Reinhardt
[AK-Ausschnitt: Slg. R. Boehm]

Der Blick vom Brand über die zukünftige Moltkestraße [bisher nur ein Weg] in den Ostharz und auf den Ravensberg, Auffällig der mittig liegende Teich


Die Original-AKs sind postalisch gelaufen 1902 bzw. 1907 [beide Slg. R. Boehm]:



„besser gehen gelernt und
wenn kein neuer
Anfall kommt so hoffe ich
das Beste.
Mit herzl.<ichen> Grüßen für Sie
u. die Ihrigen, verbleiben
wir Ihre getreuen Alten.
Reinhardts“
Bad Sachsa
„Reinhardtsheim“
1908 gelaufen
[AK: Slg. R. Boehm]
Aber halt: wie kam es dazu ?
- vor 1897: Brand: unbebaut
- 1897: Brandstraße 16: Neubau der Villa Reinhardt
- 1906/1907: Brauereibesitzer, geboren 24.07.1844 in der heutigen Marktstraße 18 in Bad Sachsa
- um 1929: Brandstraße 24: Haus Schauinsland (Reinhardtsheim)
- >= 1929: Brandstraße 24: Mädchenpensionat des General-Lt. von Dressler u. Scharfenstein [hds. Günter König]
- 1935: Parzellierung des Besitzes Reinhardt [StABS 2.21.7]
- 1957: Gerhard Horn, Anschluß an die Stadtentwässerung [Bauamt]
- 1967/1968: Brandstraße 24: Eva Michel geb. Horn läßt Garage bauen [Bauamt]
- 1968: Brandstraße 24 a: Gerhard Michel [Prokurist]
Ab 1983 ist die Adresse feststehend nun mit Brandstraße 14
- 1996: Helmut Michel läßt das Haus von außen streichen.
- 2001: Kauf durch Marianne Mausolf-Plade [Wedemark. Bauamt]
- 2003-2013: die Villa steht über viele Jahre zum Kauf.
- 2004: Angeboten u.a. durch „CENTRAL IMMOBILIEN“
- 2013: Anfang des Jahres bezieht Marianne Mausolf-Plate die Villa Reinhardt.
- 2016: Verkauf an Dorotha Schmidt + Glenn Ferreira, welche die Villa beziehen

1893: Reinhardt`s Park / noch ohne Villa [StABS]
1896 auf 1897 ließ der „Königlich Sächsische Kommerzienrath“ Friedrich Wilhelm Reinhardt aus Leipzig, Direktor der Riebeckschen Bierbrauerei in Reudnitz bei Leipzig, diese Jugendstil-Villa nach Plänen des Architekten Meienberg
[dieser zeichnete auch verantwortlich für den Bismarck-Turm in Weißenfels]
durch Maurermeister Friedrich Kälz [Bad Sachsa] als Sommerresidenz errichten.
Project. zum Bau einer Villa für Herrn Brauereidirector Reinhardt, 1897

Weitere Informationen und viele Bilder
finden Sie hier unter
Ein Märchenschloß
für den Brauereidirektor Reinhardt
Friedrich Wilhelm Reinhardt [genannt „Fritz“ Reinhardt] wurde 1844 in der heutigen Marktstraße Nr. 18 / Ecke Reinhardtsgasse als Sohn eines Seifen-siedemeisters in Sachsa geboren. Er arbeitete sich zum Mit-Inhaber der Riebeck’schen Bierbrauerei in Leipzig hoch und setzte einen Teil seines Vermögens für soziale Zwecke und die Verschönerung seiner Geburtsstadt ein. Für 12.000 Goldmark ließ er ab 1910 den Schmelzteich vergrößern und machte ihn damit zu einem repräsentativen Teil des Kurbetriebs. Zu dem Zeitpunkt durfte sich Sachsa schon fünf Jahre mit dem Titel „Bad“ auch offiziell schmücken.
An Reinhardt erinnern in Bad Sachsa übrigens noch der „Reinhardtsweg“, der „Reinhardtsbrunnen“ und die „Reinhardtsgasse“ zwischen Markt- und Uffestraße, an deren Ecke sein Geburtshaus Marktstraße 18 steht.

Ein märchenhafter Aufstieg vom kleinen Bad Sachsa zum Chef der Leipziger Bierbrauerein zu Reudnitz Riebeck & Co



Diese Ansichtskarte geht an Robert Kellner, Mit-Eigner der Kellner` schen Brauerein in Bad Sachsa – den Ort, an dem Fr. Reinhardt das Handwerk erlernt hat.
Mehr Infos finden sie unter:
Braurecht
LEIPZIGER BIERBRAUEREI
RIEBECK & Co.
LEIPZIG-REUDNITZ
Verschrotung 1899 230 000 hl
Herr Mezger schreibt aus Leipzig an
„Herrn Brauerbesitzer Robert Kellner Wohlgeboren.
in Sachsa (im Harz.)“
Leipzig, den 3. April 1902.Mein lieber guter Herr
Robert! Ich gratuliere Ihnen, lieber Robert, von Herzen zur Verlobung
Ihrer Tochter mit dem Braumeister Loebe – diese Nachricht
hat mich sehr gefreut! Bitte richten Sie auch Ihrer guten Mutter Kellner viele Grüße von mir aus.
Bis zum Sommer würde ich Sie gerne in Sachsa besuchen und mich in der Umgebung nach Sondershausen umsehen, um auch Onkel Schwarz zu besuchen. Ich werde bis zum 10. Dezember dieses Jahres 1902 in meiner Position als Jubilar feierlich im Amt bleiben.Seien Sie herzlich willkommen und lieb gegrüßt von Ihrem treuen Freund Richard Mezger.
[Die Übertragung des Textes wurde am 26.05.2026 durch KI erstellt/ geglättet]
[04.04.1902, AK: Slg. R. Boehm 6394]
1904
Ein Stündchen in der Brauerei Riebeck & Co., Leipzig [ZfdH 14.+ 16.06.1904]


1910

um 1910
Fritz Reinhardt,
Herr Krieghoff
[Foto: Leonore Schmidt, an Günter König 1986]
1911
50jähriges Jubiläum der Brauerei Riebeck u. Co. A.=G.
Dem Herrn Kommerzienrat Reinhardt [ein Sachsaer Kind] wurde das
Ritterkreuz I. Klasse des Albrechtsordens verliehen

1912
Der Kirchturm und der Schmelzteich
Vergrößerung des Schmelzteiches um 4.300 qm auf Kosten
unseres Ehrenbürgers


Besichtigung der Riebeckschen Bierbrauerei in Leipzig durch den König von Sachsen Friedrich August III.
„Auch wurden die Herren Kommerzienrat Reinhardt und Direktor Reinhardt zur Königl. Tafel eingeladen“.
In der Mitte mit Helm: König Fr. August von Sachsen (der 1918 bei der erzwungenen Abdankung gesagt haben soll: „Macht Eiren Dreck alleene!“.
Links von ihm mit Zylinder: Wilhelm Reinhardt, rechts von ihm ohne Kopfbedeckung: F. W. Reinhardt. [Günter König: Bad Sachsa – vom Bauernstädtchen zum Kurort, Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 1988]

04.02.1913 BSN: Besichtigung der Riebeckschen Brauerei durch den König



70. Geburtstag unseres Ehrenbürgers,
Herrn Kommerzienrat Friedrich Reinhardt
[BSN 23. Juli 1914]


Und Holger Starke meint zum 70. Geburtstag:
Vom Brauerhandwerk zur Brauindustrie: Die Geschichte der Bierbrauerei in Dresden und Sachsen 1800 – 1914:


„Bei seiner Gründung vereinte der DBMB (Deutscher Braumeister- und Malzmeister-Bund) 1.406 Mitglieder, sowohl Arbeitgeber, als auch -nehmer.
…Den Vorsitz auf der Gründungsversammlung führte Brauereidirektor Friedrich Friedrich Wilhelm (genannt „Fritz“) Reinhardt (1844-1920) vom Leipziger Brauhaus Riebeck in Reudnitz. Wie wohl kein zweiter war Reinhardt für den Verbandsvorsitz, der er bis zum Lebensende ausüben sollte, prädestiniert. Er war ein klassischer Aufsteiger des Industriezeitalters. Sein Lebensweg ist für das deutsche und sächsische Brauwesen im Besonderen, einerseits außergewöhnlich, andererseits typisch. Betrachtet man die Stationen seiner Karriere, werden viele Entwicklungen jener Jahrzehnte verständlich – weshalb seine Biographie hier ausführlich wiedergegeben werden soll.
[Anm. 370: vgl. Hermann Sporbert, Kommerzienrat Friedrich Reinhardt (Leipzig). Zum 70. Geburtstage. In: AllgBrHz, 1914, S. 1857./S.a.ZgB, 1905, S. 103, 1911, S. 524, 1914, S. 380.]“
Zwei Aktien aus 1933, gezeichnet u.a. von F. Reinhardt
Alfred Liebing, deutscher Maler und Graphiker, hat sich um 1910 auch dieser Villa angenommen.
Mehr Informationen zu seinem
hiesigen Wohnsitz finden Sie unter
Mehr Informationen zum Maler
generell finden Sie unter


[Pharus-Plan, Ausschnitt]
1929
Stadtarchivar Günter König hat in einer Notiz festgehalten, daß ab 1929 hier in diesem Hause General-Lt. von Dresler u. Scharfenstein ein Mädchenpensionat betrieben hat.
Mehr Information zur Familie von Dresler u. Scharfenstein,
die vorab von 1924 bis 1930 wohnt in der
Bismarckstraße 24
Kurz zu seiner Person:
Wilhelm Ernst Hermann von Dresler und Scharfenstein
(* 9. Juli 1857 in Liegnitz; † 13. April 1942 in Göttingen) war ein deutscher General der Infanterie.
Seine militärische Laufbahn (insbesondere im WK I an der Westfront) wird ausführlich auf WIKIPEDIA beschrieben.
Nach dem Waffenstillstand von Compiègne führte Dresler und Scharfenstein seine Devision in die hessischen Garnisonen zurück und war nach deren Demobilisierung Führer des Freikorps Hessen.
Am 20. Mai 1919 wurde er auf eigenen Wunsch hin zur Disposition gestellt und in den Ruhestand verabschiedet.
(um 1918, Foto: Wikipedia ohne Copyright)

In 1930/1932 ist Hermann von Dresler u. Scharfenstein, Generalleutnant a.D., in der Brandstraße 16 [Anm.: heute 14] gemeldet.
Vorab wohnte er von ca. 1924 bis 1930 in der Bismarckstraße 15. Geboren am 09.07.1857 in Liegnitz, heiratete er am 23.09.1889 ebenda Elfriede Müller geb. am 15.12.1868 in Zieserwitz in Schlesien; seit spätestens August 1932 wohnhaft in Göttingen, Planckstraße 17; Ende 1936 wohnhaft in Göttingen, Düsterer Eichenweg 24
[Markus Jaeger zitiert aus:
Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adligen Häuser]


Brandstrasse 16
Villa Reinhartsheim
1932 [AK vs. + rs:
Slg. R. Boehm]
Karte an Herrn Ludwig Henrich / Frankfurt a. Main, Parkstraße 15.I. Den 19.7.1932
Lieber Lude! Wie geht es Dir? Ich bin wieder in der schönen Villa, die Ruhe und reine Luft tut mir gut! Ich habe 2 Wochen Urlaub; ich bin hier ganz allein mit dem Hundchen! Herzliche Grüße Deine Jlla
[Anm.: Ludwig Henrich war u.a. Mitglied der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft]

1935 wurde das riesige Grundstück parzelliert. Das Grundstück mit der Villa Reinhardt ist immer noch eins der großen. [StABS

1937 wird mit dem Bau eines Ferienhauses in der Parkstraße begonnen und 1938 abgeschlossen; 1939 wird das Haus von Familie Reinhardt bezogen.
Mehr Informationen unter
- In den 1950er Jahren gibt diese Villa der Familie um Gerhard Horn ein Dach.
- 1957: Anschluß an die Stadtentwässerung
- Er selbst steht für das GEBEO-EDELPUTZ-WERK in Osterhagen
- [„Glück auf eigener Scholle – Ratgeber für Bauwillige, Ausgabe 1961/1962 für Stadt- und Landkreis Goslar, Hrsg.: Verlag H. Görtner, Rothenburg a. d. Fulda, S. 52. Heft: Slg. Ralph Boehm]

- 1967/68: Bau einer Garage durch Eva Michel, geb. Horn
- Ab 1968 wird Gerhard Michel als Prokurist der Firma GEBEO-EDELPUTZ-WERK in Osterhagen genannt.
In 1983 erfolgt eine Umnummerierung:
<= 1983: Brandstr. 24 a
= 1983: Brandstr. 14
Einem Zeitungsartikel des Harz Kurieres vom 08/09. Oktober 1994 ist zu entnehmen:
„Das Unternehmen SAKRET-GEBEO GmbH Qualitäts-Trockenbaustoffe aus dem Südharz (of),
Die Geschichte der Sakret-Werke in Osterhagen und Nordhausen begann 1924 mit der Errichtung eines kleinen Betriebes am Ortsausgang von Osterhagen gegenüber dem damaligem Bahnhof. Die Gebrüder Beyermann aus Bad Sachsa gaben ihren kleinem Werk, das sich auf die Rohstoffvorkommen eines Dolomit-Steinbruchs bei Nüxei stützte, den Namen GEBEO. Und so hießen auch die produzierten Produkte.
Es gab 1928 den ersten und 1939 den zweiten Besitzerwechsel. 1939 wurde Gerhard Horn aus Bad Sachsa, Großvater des heutigen Geschäftsführers, Diplom-Betriebswirt Reinhard Michel, Inhaber des Unternehmens.
Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich der Betrieb in Bad Sachsa zu einem bedeutenden Hersteller von Spezial-Trockenbaustoffen für Fliese und Fuge. Reinhard Michel trat 1975 in den Familienbetrieb ein und wurde 1980 Geschäftsführer. 1980 wurde das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt und nach Aufnahme entsprechender Produktionsprogramme zu SAKRET-GEBEO umbenannt.
1992 übernham die Dr. Arnold Schäfer GmbH, Saarwellingen, sämtliche Gesellschafter-Anteile der SAKRET-GEBEO GmbH Osterhagen und ist auch 100-Prozent-Gesellschafter des Sakret-Werkes Nordhausen, das 1992 in Produktion ging. Die Geschäftsführungsaufgaben für beide Unternehmen teilen sich Reinhard Michel und Hans-Peter Rittelmeyer, der auch in anderen Gesellschaften der Dr. Arnold Schäfer GmbH Geschäftsführer ist….
… Für den Betriebsstandort Osterhagen war die Wiederherstellung der Einheit Deutschlands der Glücksfall. Aus dem Halbkreis des Absatzgebietes wurde ein Vollkreis. Die Nachfrage nach Trockenbaustoffen aus dem thüringischen und Sachsen-anhaltinischen Raum führte zum Aufbau eines Sakret-Trockenbaustoffe-Werkes im Industriegebiet an der Darre in Nordhausen.“

PRESSEspiegel

14. April 1889
Zeitung für den Harz
(Wieda)
Der Verschönerungsverein und der „Reinhardsbrunnen“ im
„Guckanstahle“ [wic!]

Rechts: 18. Juli 1889
Zeitung für den Harz [Wieda]
Der Verschönerungsverein und der Reinhardsbrunnen“, die „Qulle im Guchansthal“


Oben: 29.08.1896. Silberhochzeit / Unten: 01.06.1895. Spende fürs Kriegerdenkmal


[spätestens 1896/1897 angefertige Lithographie-AK: Slg. R. Boehm, Ausschnitt]

1920

Kommerzienrat Reinhardt †
Zeitungsartikel aus den Bad Sachsaer Nachrichten vom Donnerstag, 8. Januar 1920
Kommerzienrat Reinhardt †
Sachsa. Am 4 Januar 1920 ist in Leipzig an einem Schlaganfall unser allseits verehrter und geschätzter Ehrenbürger Kommerzienrat Friedrich Wilhem Reinhardt verstorben. Er ist fast 76 Jahre alt geworden. Im Jahre 1844 in Sachsa als Sohn des Ackerbürgers* W. Reinhardt geboren, besuchte er bis zu seinem 15. Lebensjahre die Bürgerschule und erlernte alsdann in Nordhausen das Braugewerbe. Dem damaligen Handwerksbrauche gemäß ging Reinhardt auf Wanderschaft und arbeitete in Dresden, Berlin und Hamburg. Mit 22 Jahren wurde er in Hamburg Oberbrauer. Von da ging er nach Wien in die damals größte Brauerei des Kontinents von Dreher, um die Wiener Braumethode, welche zu jener Zeit die berühmteste war, kennen zu lernen. Von da ging er als Braumeister nach Liegnitz**, woselbst es ihm durch Herstellung vorzüglicher Biere innerhalb 2 Jahren gelang, den Umsatz der Brauerei zu verdreifachen. Infolge seiner rastlosen Tätigkeit und eisernen Energie brachte er alsdann in Chemnitz den Umsatz der dortigen Brauerei auf 70.000 Hektoliter pro Jahr, was zur Folge hatte, daß die Dividenden von 2 auf 18 % stiegen. Durch diese außerordentlichen Erfolge erwarb sich Herr Reinhardt in der Brauwelt einen Namen. Er wurde Direktor der Riebeck’schen Brauerei in Leipzig Reudnitz, der es in der Zeit des achtjährigen Bestehens nicht gelungen war, eine Dividende zu erteilen. Den unermüdlichen Bemühungen und den großen Fachkenntnissen des Herrn Reinhard gelang es schließlich, den früheren Umsatz dieser Brauerei von 70.000 auf 270.000 Hektoliter zu steigern. Die Rentabilität des Unternehmens ging dadurch derart in die Höhe, daß der Kurs der Brauereiaktien auf 216 stieg! Die Produkte der Riebeck’schen Brauerei waren bald weit über unseres Vaterlandes engeren Grenzen hinaus geschätzt und begehrt. In Anerkennung seiner großen Verdienste wurde Herr Reinhardt bei Umwandlung der Kommanditgesellschaft in eine Aktiengesellschaft persönlich haftender Gesellschafter und alleiniger Geschäftsführer. Im Jahre 1883 besuchter König Albert die zu einem Musterinstitut ausgebaute Brauerei und sprach Herrn Reinhardt höchstes Lob aus.
Für die Beamten und Arbeiter, damals 5-700, war Herrn Reinhardt unermüdlich tätig. Er gründete einen Unterstützungsfonds von 244.000 Mark und sorgte für Zuwendungen der Hinterbliebenen. Er sorgte für leichte Beschäftigung an alt gewordene Arbeiter und ferner durch Zuzahlung zur Alters- und Unfallrente, daß diese die Höhe des letzten Lohnes erreichten. In dieser Brauerei gab es keine Streiks, viele Arbeiter feierten ihr 25jähriges Jubiläum.
Seiner Vaterstadt Sachsa hat Herr Reinhardt stets große Anhänglichkeit und Treue bewiesen. Im Jahre 1890 legte er seinen rund 12 Morgen großen Park an und bebaute diesen 1895. Es fehlte ihm etwas, wenn er im Jahre nicht mehrere Monate in seinem lieben Sachsa weilen konnte. Er zahlte diesem freiwillig jährlich mehrere tausend Mark Steuern und gehörte so zu den höchsten wenn nicht zum höchsten Steuerzahler. Er wandte 1912 zur Vergrößerung und Verbesserung des Schmelzteichs 12.000 Mark*** auf, er legte selbst den sog. Reinhardtsbrunnen an, der der städt. Wasserleitung zugute kommt, er leistete die Hauptzahlung für das Kriegerdenkmal an der Kirche, er sorgte teils selbst, teils durch Zahlungen für Wegverbesserungen und er zahlte ferner alljährlich für Wohltätigkeitszwecke größere Summen. Wie im öffentlichen so ist Herr Reinhard auch im Stillen ein Wohltäter gewesen; er hat manche Träne getrocknet. Dem Grundsatz „Treue um Treue“ entsprechend ernannte ihn Bad Sachsa 1911 zum Ehrenbürger.
Der Name des Kommerzienrats Reinhardt wird in der Geschichte seiner Vaterstadt fortleben und seiner wird man allezeit in hohen Ehren gedenken. Friede seiner Asche!
* sein Vater war Seifensiedemeister
** heute in Polen
***Schmelzteich-Sanierung: 12.000 Mark waren ca. 100 Monatslöhne eines Facharbeiters






Wohl in den 1950er hat vmtl. Rektor Oskar Hoffmann festgehalten
Der Schmelzteich


1959

Aus Froschtümpel wurde Schmelzteich
…Der Sohn des Kommerzienrates, Generaldirek-tor Reinhardt, baute sich ein bescheidenes Einfamilienhaus in der Parkstraße Bad Sachsa, wo seine Gattin heute noch lebt.

Mehr Infos zum Einfamilienhaus finden Sie unter: Parkstraße 2 Villa Illa



[Wochen-Chronik 02.08.1993]
Kommerzienrat Friedrich Wilhelm Reinhardt
und seine Vorfahren
[zusammengestellt von Stadt-Archivar Günter König]
- 1890: Marktstraße 18 [ehedem 19].
Friedrich Wilhelm Reinhardt, geb. 24.07.1844, gest. 04.01.1920,
Sohn des Seifensiedermeisters…. Reinhardt - 1853: Marktstraße 19 [ehedem 15]. Reinhardt, Seifensiedermeister
- 1847: Marktstraße 15: Carl Friedrich Reinhardt
- 1806+1807: Marktstraße 15: Seifensieder-Mstr. Andreas Reinhardt
1 Mann, 1 Frau, 1 Sohn, 3 Töchter
1806+1807: Marktstraße 21: Färber-Mstr. Carl Reinhardt
1 Mann, 1 Frau - 1788: Haus Nr. 15 [Marktstraße]: Andreas Friedrich Reinhardt
1788: Haus Nr. 22 [Marktstraße]: Johann Georg Reinhardt
1788: Haus Nr. 147 [Hinterstraße]: Johann Georg Reinhardt - 1732 ist der Name Reinhardt nicht belegt.
Im Stadtarchiv lassen sich folgende Quellen finden
[zusammengestellt von Marcus Jaeger, Northeim]
