Gedenkstein für die Opfer des Faschismus
+ die Stolpersteine

DEN OPFERN ZUR EHR
UNS WARNUNG UND LEHR
Adolf Klapproth Dr. jur. Bernhard Meyer
1932                            1942
Albert Vieth Golda-Maria Ebschütz
1944                                1943


„…Der Stadtdirektor [Willi Müller] konnte mitteilen, daß die gegen ihn bei dem Ministerium des Innern und beim Aufbauministerium eingebrach-ten Beschwerden sich als null und nichtig erwiesen haben. Die eine Anzeige betraf die Errichtung eines Gedenksteines für die Opfer des…

…Faschismus, gegen die nach einer Überprüfung durch den Bezirksvorsitzenden des Bundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Oberst a.D. Schleusener, in sachlicher und finanzieller Hinsicht nichts einzuwenden ist…“. [21.03.1957]

21.02.2011 [Foto: R. Boehm]
21.02.2011 [Foto: R. Boehm]

„Im Vergleich erlebte Bad Sachsa einen frühen Aufstieg des Nationalsozialismus. Bei Wahlen im Jahr 1930 stimmten bereits 31,9 % der Wahlberechtigten für die NSDAP, im Juli 1932 waren es 50,8 % – und damit weit mehr als im Reichsdurchschnitt (18,3 % bzw. 37,3 %). Dies war u.a. Ergebnis einer allgemeinen sozialpolitischen Radikalisierung sowie einer bereits seit Ende 1920er Jahre bestehenden hohen Arbeitslosigkeit, nicht zuletzt aufgrund des Rückganges des Fremdenverkehrs während der Wirtschaftskrisen. Auch im zuvor sozialdemokratisch dominierten Tettenborn gewann die NSDAP deutlich an Stimmen, bei der preußischen Landtagswahl wurde sie von 60 % der Einwohner gewählt.
Die Zahl nationalsozialistischer Veranstaltungen vor Ort stieg seither kontinuierlich an. Im März 1932 kam es in Bad Sachsa nicht nur zu politischen Auseinandersetzungen, sondern auch zu gewaltigen Übergriffen zwischen SA und Arbeitern; zu einer Haftstrafe verurteilt wurde nur ein leicht verletzter Sozialdemokrat. Im Vorfeld der Reichstagswahlen im Juli 1932 führten lokale und auswärtige SA-Männer eigenmächtig Razzien in der durch die Arbeiterschaft geprägte Wiedaerstraße an. Einige Tage darauf überfielen und schossen SA-Männer auf mehrere Sozialdemokraten, von denen einer aufgrund der Schussverletzungen starb. Im Straßenbild, wenn auch nicht in der Politik, dominierten fortan Nationalsozialisten.
Mit Übernahme der politischen Herrschaft durch die NSDAP brachen in der Stadt jedoch machtpolitische Konflikte auf. Laut Markus Jaeger stießen „die von Willkür und Machtmißbrauch geprägte Herrschaft der Nationalsozialisten spätestens seit Mitte 1934 bei einer Mehrheit der Bevölkerung Bad Sachsas auf Ablehnung… …Gerade jene Mehrheit war es jedoch gewesen, welche die NSDAP bei den Wahlen der Jahre 1932 und 1933 gewählt und ihr damit zur Macht verholfen hatten.
„

(Markus Jaeger: Die Stadt Bad Sachsa im Nationalsozialismus (1924-1935), in http://www.spurensuche.de/badsachsa. html. [zuletzt in http://erinnernsuedniedersachsen.de/orte-a-c-badsachsa-1.html%5D)

Dieser Gedenkstein für vier zwischen 1932 und 1944 verfolgte Bürger befindet sich seit 1956 (enthüllt 1957) auf dem Friedhof in Bad Sachsa. Er war auf Initiative des Stadtdirektors Willi Müller errichtet und privat finanziert worden; Müller bezahlte den Stein und die Grabstelle zusammen mit der gegenüberliegenden persönlichen Grabstelle für sich und seine Frau Else Müller, geb. Verch.
(http://erinnernsuedniedersachsen.de/orte-a-c-badsachsa-6.html, 04.03.2018)
Else Verch war in 1945 im Borntal für die „Kinder des 20. Juli“ zuständig.