Das Denkmal am Pfaffenberg – der Heldenhain
Der Heldenhain

HELDEN
1914 – 1918″
„Als das WK-Denkmal wurde, hielt es wohl niemand für möglich, daß es überhaupt WK II geben könnte“.
[Foto: H.-J. Liebau 24.12.2009, auf Facebook 07.05.2021]

„DEM GEDENKEN
UNSERER KRIEGSOPFER
1939 – 1945″
„Für die Sachsaer, die aus dem II.WK nicht heimkehrten, musste 25 Jahre später die Schattenseite herhalten“.
[Foto: H.-J. Liebau 13.10.2017, auf Facebook 07.05.2021]
Am „Alten Friedhof“ am Pfaffenberg:
„1921 wurde für 60 Gefallene des ersten Weltkrieges ein Heldenhain geschaffen (begradigt). Bei der oberen Hälfte mußten viele Gräber weichen. Zum Bewegen der Erde wurden Kipploren mit Gleisen verwendet, die jeden Abend dann von der Jugend zum Spielen benutzt wurden, bis die Loren dann immer den Pfaffenberg hinuntersausten. Auf dem geschaffenen Plateau wurden für jeden Gefallenen eine Linde gepflanzt.
Um den ganzen Friedhof herum pflanzte man eine Weißbuchenhecke, die nie wieder gepflegt wurde. von denen noch einige als Baumriesen stehen. Der ober Teil (Kinderfriedhof) wurde Rasenfläche und mit Knollenbegonien bepflanzt.
In der Mitte des Doppelkreises der 60 Linden wurden 1934 (?) das Denkmal gesetzt. Es steht auf einem Betonsockel zwei Meter im Quadrat. Der Gedenkstein ist ein Naturstein aus dem Harz. Er wurde mit Lohoffs schwerem Holzwagen mit 6 Pferden-Gespann herbeigeschafft.
Mit Flaschenzug und Dreibock wurde der Stein auf den Sockel gehievt. Der Sockel wurde mit großen Quadern vom Ravensberg umsetzt. Die Gedenktafel wurde von der Firma Beyermann angebracht.
Die hintere Gedenktafel für die Opfer des 2. Weltkrieges wurde erst um 1950 angebracht.
[Selmar Müller: Erinnerungen. Maschinegeschriebenes Skript, StABS ohne Namen]
1930
[Foto: Slg. Boehm / Slg. Rothenberg]

„Mit dem Bau des Denkmales für die im Weltkriege gefallenen Söhne unserer Stadt wird in diesen Tagen begonnen. Ein aus dem Oberharz stammender Findling, im gewaltigen Gewicht von über 200 Zentnern, wurde gestern nachmittag nach dem Ehrenhain am Pfaffenberg transportiert. [BSN 06.09.1930 + 18.09.1930]
Vorderseitig in der großen Kartusche:
DEN GEFALLENEN
HELDEN
1914 – 1918
Es wurde am Totensonntag 1930 geweiht und an die Stadt Bad Sachsa übergeben.
Ursprünglich waren rückseitig die Nahmen der Gefallenen 1914-1918 angeführt; diese Tafeln wurden später entfernt und auf dem städtischen Friedhof in den dortigen Ehrenhain integriert. (Stadtarchivarin Eckert: StABS III.19.8+9a. s.a. BSN 1809.1930 + 09.01.1958].
An Stelle der Namenstafeln ist seit dem zu lesen:
„DEM GEDENKEN
UNSERER KRIEGSOPFER
1939 – 1945″






„Bei der Auflösung der Wehrwolfgruppe Alte Herren wurden die Unterzeichneten ermächtigt… die vorhandenen Mk. 62,26 zur Beschaffung eines Bronze-Kreuzes für das Kriegerdenkmal im Heldenhain gespendet“ zu haben.
„Bad Sachsa, März 1933 Kälz. Heinemann. Kahlenberg“ [BSN 23.03.1933]

31.07.1934
[AK: Slg. R. Boehm 841]
Der „Alte Friedhof“ mit „Armenhaus“ und Denkmal.
1935
[Foto: Slg. R. Boehm / Slg. Henning]
Der Blick zurück vom obigen Standpunt des Denkmales aus.


[Foto: Slg. R. Boehm / Slg. Henning]

[Chronik des DRK Bad Sachsa]
1942.
Hochzeit im Kriegsjahr.
„Das Foto entstand auf dem „alten“ Friedhof-Bornweg. Im Hintergrund das Kriegerdenkmal 1914-1918″
Mit beachtlichem Baumbestand.
[Foto: Slg. R. Boehm]

In 1957 und 1958 erschienen Leserbriefe, die den unwürdigen Zustand des Denkmals samt seines Umfeldes beschrieben und direkt in 1957 zu neuen Diskussionen über die Ausrichtung dieses Denkmales führten und in 1958 aufgenommen wurden von der „Einigungsbewegung der Kriegsopfer und Kriegerhinterbliebenen“ [BDKK]:
„Die sehr start besuchte Monatsversammlung des BDKK, die in der üblichen Weise mit Monatsspruch, Totengedenken und Ehrungen der Geburtstagskinder eingeleitet wurde, beschäftigte sich u.a. mit der Denkmalsfrage für die Gefallenen beider Weltkriege… Einmütig wurde von allen Seiten die Forderung erhoben, sich auf den Vorschlag Dr. Heiligenstädts, das Pfaffenbergehrenmal zu einem Ehrenmal für die Gefallenen beider Weltkriege (einschließlich der Namenstafeln) zuzugestalten, einzusetzen… Im Verlauf der weiteren lebhaften Aussprache wurde der Versuch, ein Ehrenbuch für die Gefallenen zu schaffen, unter die Lupe genommen. Vielleicht ist es angebracht, bei künftigen Anträgen ähnlicher Art an die Stadt, die zuständigen Verbände anzufragen, ob für solche Dinge überhaupt ein echtes Bedürfnis besteht. Das sich an den offiziellen Teil anschließende kameradschaftliche Beisammensein hielt die Teilnehmer, bei frohem Gesang und gutgelaunter Unterhaltung, noch lange beieinander. [BSN 10.09.1958; vgl. auch BSN 19.03.1957, 28.08.1958, 03.09.1958, 08.10.1958 und 18.11.1958]
Am 15. November 1958 kann man den Bad Sachsaer Nachrichten entnehmen:
„Die seit langem schwelende Auseinandersetzung über die Anbringung der Namenstafeln an den Kriegsehrenmalen (für den Krieg 1939-1945) fand in einer Art von Kampfabstimmung von 8 JA- und 8 NEIN-Stimmen ein unentschiedenes Ergebnis. Damit bleibt der alte Ratsbeschluß gültig, nachdem die Namenstafeln der Kriegsopfer beider Weltkriege auf dem Ehrenmal am neuen Friedhof ihren Platz finden. Darüber hinaus wird, wie seinerzeit ebenfalls beschlossen, das Ehrenmal auf dem Pfaffenberg in einen würdigen Zustand gebracht werden.“ [BSN 15.11.1958]
1971:
Ehrenabordnung des DRK am Volkstrauertag am Ehrenmal am ALTEN FRIEDHOF, [Chronik des DRK Bad Sachsa]



Der Deutsche Soldatenbund „KYFFHÄUSER“
Kameradschaft Bad Sachsa
lädt anläßlich der 75-Jahrfeier der Kyffhäuser-Kameradschaft Bad Sachsa im Südharz zur Jubiläumsfeier in den Ratskeller.
18.30 Uhr Kranzniederlegung am Ehrenmal auf dem Pfaffenberg


[Tom Schreiber auf Facebook]
Rechts: 10.01.2026, gegen 16 Uhr
[Marcel Maller Thiele auf Facebook]


VERGESSEN-EHREN-MAHNEN
Themen-Stadtführung zum
Tag des offenen Denkmals
Wahr-Zeichen
Zeitzeugen der Geschichte
Der Umgang mit Kriegerdenkmalen in Bad Sachsa an drei Beispielen, der unterschiedlicher nicht sein könnte
Ralph Boehm, 08.09.2024