Erbhaistraße 6 – Villa Kurz
ehedem Parkvilla GOTTVERTRAUEN

Erbhaistr. 6
Die Villa soll 1914 erbaut worden sein (Lt: Enkelin Sigrid Kurz in 2021)
1916/1917 zieht Otto von Trotta gen. Treyden nach Bad Sachsa. Der Major a.D. wohnte 1914 noch in St. Petersburg, Ende 1916 in Fürstenwalde a.S. Er verstirbt am 30.01.1922 in Bad Sachsa [Markus Jaeger]

1929 [AK: Slg. R. Boehm]

Christliches Erholungsheim
Geschwister Löbcke

„Christlich“ meint: Keine Aufnahme jüdischer Gäste…

  • Seit 1928 ist Margarete Löbcke zusammen mit ihrer Schwester Gertrud Löbcke Pächterin des Hauses Uffestr. 9.
  • Im Februar 1929 wird das „Christliche Erholungsheim“ der Geschwister Löbcke genannt;
  • seit 1930 ist sie zusammen mit ihren Schwestern Antonie und Gertrud Löbcke Inhaberin des Erholungsheims, Parkvilla „GOTTVERTRAUEN“.
  • In der Uffestraße 9 eröffnen sie zum 10.05.1934 zusätzlich einen Mittagstisch.
  • Vermutlich 1937 verziehen die Schwestern.
Laden mit Wohnung, Uffestr. 9, zu vermiet. Näheres Löbcke, Erbhaistr. 6 [BSN 16.03.1929]
o.D. [Foto: Quelle unbekannt]

Otto Adolf Alfred Kurz (* 5. Juni 1870 in Clausthal; t 1958) war Theologe und evangelischer Pfarrer bzw. Superintendent; Mitglied der Deutschen Christen.
Nach dem Studium der Theologie in Breslau wurde er in Berlin exami-niert. Zunächst war er als Pastor in Reichardtswerben tätig, wo er am 2. Oktober Hanna Metzner heiratete. Aus der Ehe gingen zwei Kinder her-vor. Im Oktober 1908 wechselte Kurz an die Thomaskirche in Erfurt, der er jahrzehntelang verbunden blieb, erst als 2. Pastor, seit 1924 als 1. Pastor. 1934 wurde er auf Vorschlag der Stadt Erfurt durch den Reichsbischof Müller – in dessen Funktion als Landesbischof Preußens – zudem zum Senior des Evangelischen Ministeriums Erfurt und Superintendent in Erfurt ernannt. Am 1. Oktober 1938 ging Kurz in den Ruhestand, Später übersiedelte er nach Bad Sachsa.
Nach seinem Tode geht die Ehefrau nach Hannover ins Altenheim.
[Sigrid Kurz 2021)]
Kirchenpolitisch war Kurz bereits seit der Weimarer Republik den Deutschen Christen eng verbunden. Zunächt Mitglied der Glaubensbewegung DC, trat er 1936 zur Kirchenbewegung DC über. In seinem von deutschchristlichen Geist durchdrungenen Bericht über die kirchlichen und sittlichen Zustände, den er der Kreissynode Erfurt am 28. Juni 1934 erstattete, führte er etwa aus:
„Gott aber wollte und will unser Heil! Er hat uns in Adolf Hitler den Steuermann gegeben , der das deutsche Schiff in der letzten Stunde herumgerissen hat… Unvergeßlich wird mir der Tag bleiben, an dem Hitler das erste Mal in der Erfurter Kampfbahn zu einer begeisterten Menschenmenge sprach… Jene Stunde im Stadion wurde mir zu einem starken Erlebnis. Damals schaute ich das erste Mal wieder seit Kriegs-ende voll Zuversicht in die Zukunft Deutschlands. Aber in jener Stunde taucht auch das erste Mal in mir der Gedanke auf, daß die Zeit immer näher herankomme in der unsere Evangelische Kirch vor die Entschei-dung gestellt sein würde: mit Hitler oder gegen Hitler?
Inhaltlich ist diese Frage gleichbedeutend mit der anderen: Mit dem Volk oder gegen das Volk? Die Kirche ohne Volk ist keine Kirche, die Kirche gegen das Volk ist undenkbar.“ [vgl. Wikipedia, 21.05.2026]