Gartenstraße 1 [seit 1906/1907], davor Eiergäßchen 1

„Villa Laura-Emilie“

  • Baujahr 1903/1904 einer Villa für Frau Major Kleinhans im Eiergäßchen 1
Zeichnung zum Neubau einer Villa für Amalie Major Kleinhans in Sachsa.
(vgl. StABS V.qu.30 sowie Bauamt Bad Sachsa)
Sachsa im Juni 1903
gez v.
Rob[ert] Kälz
Mmstr
gez Frau Major Kleinhans:
—————————-

Bereits im Januar 1904 wird durch den Zimmermeister Carl Heidecke ein Balkon
gezeichnet und errichtet.

Dieser Balkon war aber auch notwendig, damit Frau Amalie Kleinhans, geb. Klein, wie auch später die Familie Schmiedeke den sensationellen Blick auf Schmelzteich und Schweinsrücken in voller Pracht genießen konnte…

Das lauschige Plätzchen auf diesem Balkon in den 1930er Jahren… …allerdings war der Balkon empfindlich, da er zum Teil an der Wetterseite verortet wurde…
(Foto: © Sabine Schmiedeke, 2024)
Entwurf einer Niederdr. Warmwasserheizung für die Villa der Frau
1912
Major Kleinhans.
Nordhausen, Oscar Ruhl & Co G.m.b.H.
  • 1917 kauft Carl Woelck aus Berlin Weißensee die Villa; von 1906-1920 war er Bürgermeister von Weißensee [Frau Schmiedeke, Okt. 2024]
Carl Woelck
Ilse Woelck

links: vmtl. 1917 [Kaufdatum]
mit einem Wintergarten

Linkes Foto: „Villa Laura-Emilie“ steht an der Ostseite neben dem Haupteingang.
Rechtes Foto: Mit Liebe für Details gestaltete Variante für ein Dachkammer-Fenster und Fenstereinrahmungen auf der verputzten Fachwerkseite.

Nunmehr zieren zwei Wintergärten die Schauseite; der obere ist nur teilweise verglast,
um die gute Sachsaer Luft direkt nutzen zu können.
Es ist bekannt, dass der Hausherr gern aber auch zu einer guten Zigarre nicht nein sagte… (wer denkt nun nicht an eine „bräunliche Schöne“, eine „Maria Mancini“, so von Thomas Mann im „Zauberberg“ beschrieben?).
  • 1937 verstirbt Carl Woelck; das Haus bleibt bis in die Neuzeit im Familienbesitz unter dem Namen Schmiedeke
Per Adresse „Herrn Carl Hildebrandt, Bad Sachsa, Villa Laura Emilie, Gartenstraße 1“.
Dieser Briefumschlag wurde zum 100jährigen Bestehen des Berliner Fachgeschäftes für Textilwaren hergestellt. Zur Geschichte der Fa. Rudolph Hertzog siehe u.a.:
 1) Wider die Warenhausfixiertheit – Die Anfänge des Kaufhauses Rudolph Hertzog | Uwe Spiekermann
2) Kaufhaus Rudolph Hertzog – Archivspiegel des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchivs
[Briefumschlag, gestempelt in BERLIN NW 7 ba//28.3.39.-22. © Sabine Schmiedeke, 2024]
  • Neuanstrich in 2018 [hauptsächlich braun, bisher viel blau]
Das Ehepaar Schmiedeke, hier in vierter Reihe sitzend, auf einem von der Kurverwaltung organisierten Ausflug – vielleicht zum Kyffhäuser?
(1930er, Foto: © Sabine Schmiedeke, 2024)
  • Neuanstrich in 2018 [hauptsächlich braun, bisher viel blau]

2018

Die Eigentümer, auch wenn sie in Berlin zuhause sind, erfreuen sich
-wie ihre Altvorderen – an Bad Sachsa und ihrer Villa;
eine „neue“ Generation nimmt Besitz und restauriert behutsam
(in Absprache mit dem Denkmalschutz).
Zum „krönenden“ Abschluß wird auch die auf dem rechten Foto noch fehlene Spitze [aus Zink durch den hiesigen Handwerksmeister Siegfried Krautz] gefertigt und auf dem östlichen Dach ergänzt.

oben: 23.03.2007 [Foto: Horst Möller]
rechts: 11.08.2018 [Foto: R. Boehm] bisher ist das Fachwerk blau gefasst…
oben: 25.05.2015 [Foto: R. Boehm]

… ab Dezember 2018 haben das Fachwerk, wie auch der Wintergarten, einheitlich wieder einen braunen Farbton erhalten…

19.11.2018, eingerüstet [Foto: G. Boehm]
Die linke Spitze auf dem linken Dach ist gerade in Fertigung durch Siegfried Krautz junior. (Foto: Thomas Callsen, 25.12.2018 auf Facebook)

2022

Zuviel Sonne schadet nur!
Zumindest auf die Morgensonne wird man nun durchaus verzichten…

Genug kann nie genügen – oder: der Turmbau zu Sachsa!
Der Nachbar, das Hotel Romantischer Winkel, strebt nach Höherem…
[13.06.2021 + 22.04.2021, 2 Fotos: Ralph Boehm]