HELDENDANK
Hilfsbund für das Kriegsinvalidenheim HELDENDANK e.V. in Bad Sachsa, Gartenstraße 2
- < 1890: unbebaut.
- um 1900: Eiergäßchen
- 1909/1910: Gartenstraße 2: Bau-Beschreibung für Herrn Major A.D. von Arnim, vom 10.04.1909 [StABS V.qu.30]; Zeichnung von bereits 1908.
- 1910: Gartenstraße 2: Fremdenheim Haus Arnim, Besitzerin Frau v. Arnim
[BSN 22.05.1915, 16.07.1915, 26.08.1915] - 1915: Der „Hilfsbund für das Kriegsinvalidenheim HELDENDANK e.V. in Bad Sachsa wird am 23.08.1915 in das hiesige Vereinsregister eingetragen
[Brief 1937, s.u., StABS 2.11.2]

SÜD-HARZ [AK, als Feldpost genutzt: Slg. R. Boehm]

Mitglieds-Karte
des Hilfsbundes für das
Kriegs-Invalidenheim
„Heldendank“ E.V.
Beitrag für 1916 MK.3
Der Vorstand des Hilfsbundes
Zur „Volksversorgung im Kriege“ im Allgemeinen und dem Invalidenheim im Besonderen gibt folgender Brief Auskunft:
Kriegs=Invalidenheim „Heldendank“ des Hilfsbundes deutscher Frauen und Mädchen E.V. [Bad Sachsa] Chemnitz 28. Juli 1916
An den Kreisausschuss der Grafschaft Hohenstein Nordhausen
Wie dem löblichen Kreisausschuss… bekannt sein dürfte, ist Haus Heldendank …ein Heim für
militärentlassene erwerbsunfähige Kriegsinvaliden, die dort längere oder kürzere Zeit zur Erholung und Genesung verpflegt werden. Auch haben einzelne Lazarette demselben erholungsbedürftige, noch im Militärverhältnis stehende Rekonvaleszenten zugewiesen, die gegenwärtig im Haus Heldendank sind. Die meisten unserer Pfeglinge sind ganz umsonst in unserer Pflege, einzelne bezahlen von ihrer Rente 1-2 Mk. pro Tag. Es ist der neuen Hausleitung, die seit zwei Monaten die Sorge um die Pfleglinge übernommen hat, leider nicht möglich in dem kleinen Ort Sachsa die nötigen Lebensmittel zu beschaffen und wendet sich der Vorstand deshalb an den löblichen Kreisausschuss, mit der dringenden Bitte uns für das Haus Gries, Graupen, Hülsenfrüchte, Teigwaren, Butter und Margarine liefern zu wollen. Auch wäre uns die Fleischversorgung durch Ihre Zentralstelle sehr erwünscht. Die meisten unserer Pfleglinge sind körperlich und geistig sehr herunter und müssen deshalb vor allem eine gute kräftige Beköstigung haben. Diese wurde uns in der letzte Zeit so sehr erschwert, dass wir an Sie die dringende Bitte richten, genannte Lebensmittel liefern zu wollen.

[1916. Volksernährung: StABS I.54.7.]


Heldendank
der deutschen Frau
Krieger-Invalidenheim
„Heldendank“ (E.V.)
Bad Sachsa
den 4.VII.1921
- 1922: Gotthold Schulz verstirbt am 25.03.1922
- um 1925: Christliches Erholungsheim HELDENDANK, Verw. W. Reimann
- 1929: Gartenstraße 2: Seit 1929 ist das Heim ein Jugendheim und gehört der Inneren Mission in Magdeburg Breiterweg 195.
- 1930: Gartenstraße 2: Jugendheim (evang.=provinz.) [1930 EW]
- 1933: Gartenstraße 2: Seit 1933 werden in dem Heim nur Jugendliche im Alter bis zu 25 Jahren aufgenommen und nennt sich das Heim zur Zeit Freizeitheim
- 1935: Gartenstraße 2: Evangel. Provinzial=Freizeitheim, Rudolf Zilling (Heimleiter). [1935 EW]
Das Amtsgericht
Ellrich, den 17. Juni 1937.
schreibt diesen Brief an die Stadt Bad Sachsa mit Bitte um Auskunft zum „Hilfsbund für das Kriegsinvalidenheim HELDENDANK“ e.V. in Bad Sachsa.
Pol.-Hauptwachtmeister Grüneberg ermittelt und der Bürgermeister antwortet am 30.06.1937, daß
der Verein in Bad Sachsa nicht mehr besteht.
„Das Haus ist bereits seit 1929 im Besitz der Inneren Mission -Magdeburg, Breiterweg 195 und dient als Jugendheim.
Seit 1933 werden in dem Heim nur Jugendliche im Alter bis zu 25 Jahren aufgenommen. Das Heim führt z.Zt. die Bezeichung:
Freizeitheim.“
[1937, Brief: StABS 2.11.2]


- 1950: Gartenstraße 2: Witwe Berta Dorette Charlotte Siemels geb. Hildebrandt verstirbt [89 Jahre alt]am 16.08.1950 in der Gartenstraße 2 [BSN 22.07.1950].
- 1958: Aus dem Freizeitheim wird im Laufe der Jahre ein Kindererholungsheim der „Inneren Mission Landesverband Hannover“ [BSN 10./11. Mai 1958], welches später als Kinderheim „Konsul-Albert-Heim“ bekannt wird (u.a. 1962)
Prof. Dr. Alexander Nützenadel:
Verzeichnis der Kinderkurheime in der Bundesrepublik 1945-1989
(Berlin, 15. Mai 2025):
Evang. Kindererholungsheim „Konsul-Albert-Heim“
Träger: Evangelischer Landesverband für Kinderpflege Hannover (1959);
Verein zur Unterbringung erholungsbedürftiger Kin-
der e.V., Innere Mission
Trägertyp: Diakonie / ev. Träger
Vertragspartner: Gesamtverband der Berliner Inneren Mission (1959)
Zielgruppe: Kinder von 4-11 Jahren
Bettenanzahl: 50
Archivbestände: ADE, HGSt, Nr. 10725
Quellen: Folberth 1964, S. 158
- Wohl in den späten 1970er Jahren zieht hier eine Fachklinik für Diabetis- und Stoffwechselkrankheiten ein.
- 1980: Dr. med. Albert Richard Billibald Suhr verzieht von der Diabetis-Klinik, Gartenstraße 2, nach 8185 Kreuth, Tegernseer Str. 108 [Anmeldung Kreuth 12.12.1980]
- 1982/1983: Gartenstraße 2: „Krankenhaus, Fachklinik für Diabetis- und Stoffwechselkrankheiten.“ [Öffentliche 1982/1983]
- 1980er: Ehepaar Schwarz [mdl. 21.11.2024]
- Seit 1990 wird das Anwesen durch die Familie Küker als Haus Alba für die Seniorenbetreuung genutzt.
- 2015: „25 Jahre Haus Alba“, jetzt mit neuem Wohnbereich [HK 07.05.2025]
- Circa im September 2018 soll Familie Küker „alle Häuser“ verkauft und anschließend selbst dort als Angestellte gewirkt haben.
Prof. Dr. Alexander Nützenadel:
Verzeichnis der Kinderkurheime in der Bundesrepublik 1945-1989
(Berlin, 15. Mai 2025):
Evang. Kindererholungsheim „Konsul-Albert-Heim“
Träger: Evangelischer Landesverband für Kinderpflege Hannover (1959); Verein zur Unterbringung erholungsbedürftiger Kin-
der e.V., Innere Mission
Trägertyp: Diakonie / ev. Träger
Vertragspartner: Gesamtverband der Berliner Inneren Mission (1959)
Zielgruppe: Kinder von 4-11 Jahren
Bettenanzahl: 50
Archivbestände: ADE, HGSt, Nr. 10725
Quellen: Folberth 1964, S. 158
Im „Verzeichnis antisemitischer Erholungsorte, Hotels und Pensionen 1914 + 1931“ sind in der Abteilung
„Hotels und Pensionen, die sich als christlich bezeichnen“ für Bad Sachsa aufgeführt:
- Fremdenheim Frl. von Braunschweig, „Christliches Heim“
- Erholungsheim Bergsegen, christliches Haus
- Hotel und Pension LINDENHOF
- Kurcafé und Konditorei Haase
sind in der Abteilung
„Hotels und Pensionen, die antisemitischen Charakter haben “ für Bad Sachsa aufgeführt:
- Haus Arnim
- Villa Buchenhöhe
- Frieda von Lüpke u. Anna Hermann vers. Prosp. mit der Bemerkg.: „Israeliten werden nicht aufgenommen“.
[Frank Bajohr „Unser Hotel ist judenfrei“, Bäderantisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert, Fischer Taschenbuch, 2003]