Gartenstraße
Den Namen erhielt diese neue Straße ca. 1905, bis dahin war der dortige Weg in der Sachsaer Bevölkerung bekannt als das
Eiergäßchen
Über die Gartenstraße:
Ab hier Text und Bild zur Straße an sich.
Der Pflanzgarten in der Gartenstraße
„Während in vielen Harzorten der Wald bis in die Hausgärten vordrang und die Besiedlung einengte, weitet sich heute, etwa auf dem Brand, das Baugebiet in den Wald hinein aus. An der Gartenstraße hat es bereits den größten Pflanzgarten des Stadtforstes eingeschlossen, ein Areal von 30 Ar, also von drei guten Bauplätzen. Hier wird fast der gesamte Pflanzenbedarf für den Stadtforst aufgezogen. Jährlich werden von fleißigen Händen bis zu 40000 Baumpflanzen gesetzt. Aus 150 g Samen entwickeln sich auf Nadelstreubeeten von 5 Quadratmeter die kleinen Baumkinder. Zwei Jahre dürfen sie in ihrem Bettchen bleiben. Dann werden sie verschult, d. h . in Reihen in andere Beete umgesetzt und nach weiteren zwei Jahren in die freie Waldfläche entlassen…

…Im Gegensatz zur fast reinen Fichtenkultur des Oberharzes zeigt der Südharz das lieblichere Bild des Mischwaldes. In neuerer Zeit wird es durch viele neue Arten belebt. Im Pflanzgarten finden wir seltene Tannenhölzer wie Blautanne, Silbertanne und solche aus Amerika und Japan, auch Laubhölzer wie Fächerblattbaum, Roßkastanie, Erle und Ilex Stechpalme…
… Mit gleichem Stolz beobachtet Waldvater Wiehr Jahr für Jahr das Blühen und Gedeihen der 110 Kastanien, die er auf dem Moseberg, nahe der „Frühstücksbank“ in einer langen und breiten Allee ansiedelte. Von hoher Kanzel aus, die zugleich bei klarem Wetter einen Weitblick bis zum Kyffhäuser erlaubt, bietet die Allee ein schönes Gesamtbild. Sie wurde 1965 mit fünfjährigen Jungstämmen besetzt, die ebenfalls im Pflanzgarten gezogen wurden. Jeder Stamm ist mit Maschendraht gegen den Verbiß durch das Rotwild geschützt. Der Ertrag an Kastainienfrüchten, von Jahr zu Jahr größer, ist bereits ein beachtlicher Beitrag für die winterliche Fütterung…
Wie überall, ist auch aus unserem Stadtwald ein Überschuß nicht mehr zu erwirtschaften. Bei der immer mehr ausgeweiteten Kunsstofferzeugung kann der Holzpreis mit den Kosten für die Holzwerbung, für Wegeunterhaltung – 140 km! -, Wasserführung und manches andere nicht Schritt halten. Dennoch soll diese letzte Zuflucht aus einer mehr und mehr vergifteten Umwelt erhalten bleiben und gepflegt werden. Liefert doch beispielsweise eine 70jährige Fichte den reinen Sauerstoffbedarf für drei Menschen. Und Quellen und Wasserläufe sind hier noch sauber und trinkbar. Die Hauptlast trägt die Stadt Bad Sachsa als Waldeigentümer. Sie bedarf dazu jedoch der Hilfe des ganzen Landes, wie etwa in der Aktion Naturpark Harz.“
[BSN, 7./8.08.1971]