Glaseberg 14 [*1910, † 1975]

1911

oben v.l.n.r.: Glaseberg 14, Otto Kaiser Weg 1 + 2 + 3 + 4
unten v.l.n.r.: Kyffhäuser Str. 16, Waldsaumweg 15 + ?
[1911, AK: Slg. R. Boehm]

1910 auf 1911 erbaute der Maurermeister Albert Stecher auf eigene Rechnung diese Villa [vermutlich auf Spekulation]. Im Folgejahr 1911 kam eine Veranda, ein Hühnerstall und eine Müllgrube hinzu; auch wurden „zwe Spülclosettgruben“ errichtet.

Aus den Anfangsjahren ist bisher nichts überliefert. 1924 wird Oskar Schädlich genannt [Markus Jaeger, Sonstige Personen 1919-1933].
Ab 1930 werden der Rentner Arthur von Steinmetz und seine Tochter, das Fräulein Charlotte von Steinmetz, erwähnt – letztere als „Privat-Säuglingsheimbesitzerin“ [StABS 1.38.16 sowie Markus Jaeger, Sonstige Personen 1919-1933]. Im Fernsprechbuch von 1935/1936 wird das „Entbindungsheim“ mit „Schwester Ch. v. Steinmetz“ genannt.
Einem Prospekt von 1958 ist zu entnehmen, daß die Privatzimmervermieter Geschwister Wolf 2 Zimmer bzw. 3 Betten anbieten.
Bereits 1975 wird in einer Abbrucherlaubnis durch die Bundesbahn-Betriebskrankenkasse für „ein altes Wohnhaus“  in der dazugehörigen Zeichnung der Eigner W. Wiedemann genannt (StABS).

Ansicht von 1958
„Bad Sachsa im sonnigen Südharz, 360-660 m. ü.d.M.“
[Prospekt für 1959, unpaginiert]

In unterer linken Ecke das Haus mit der Adresse Glaseberg 14.
[mittig der Otto Kaiser-Weg 1, 2, 3 und 4]
„Zeichnung zum Bau eines Wohnhauses für Maurermeister Albert Stecher“ sowie „gez. Bad Sachsa 8 Juli 1910 Albert Stecher Maurermeister“
„unser Haus“ am Glaseberg 14,
im Hintergrund Otto Kaiser-Weg 1, Villa von Tenspolde
[1911, Ansichtskarte/Ausschnitt;
Slg. Ralph Boehm 2564]
Selbiger Albert Stecher beantragt unmittelbar nach Errichtung des „Wohnhauses“ (1911) nachträglich in einer
„Zeichnung zu zwe Spülclosettgruben betreffs Neubau Glaseberg“

So oder ähnlich wurde sicherlich bei vielen Villen an den Hängen über lange Zeit dem menschlichen Bedürfnis gerecht:

Zur typischen Bauweise jener Zeit mit Sichtfachwerk,
zur „Isoliertheit des Gebäudes“, aber auch zum Umgang mit Bau-Problemen gibt dieses Schriftstück zur Rohbau-Abnahme Auskunft:

Aus Glaseberg 14 wird Otto Kaiser-Weg 3
Das Ende dieses Haus nach gerademal 65 Jahren.

1975: „Abbruch eines alten Wohnhauses“. [StABS]
Nur noch ein weisser Fleck ist in der untere linken Ecke vom Haus geblieben…
[1975 oder kurz darauf, Foto: Horst Möller]