Heilwasser: Das Sachsa`er Stahlwasser

Siehe unter: Die Uffe (Von der Quelle bis zur Elbe)
Siehe unter: Die Trinkwasserversorgung
Siehe unter: Die Mühlen
Siehe unter: Heilwasser: Das Sachsa`er Stahlwasser
Siehe unter: Hochwasserschutz
Siehe unter: Wasser ist Leben

Dem bei Bruno Bürger, Leipzig-Reudnitz,
wohl 1892 herausgegebenen
Prospect
über
Bad Sachsa am Südharz
klimatischer Kurort
und
Fichtennadelbad.

läßt sich die Bedeutung des Wasser für unseren „klimatischen Kurort“ nachlesen:

„Das Trinkwasser ist durchweg rein und gut, zum Theil sogar von ganz vorzüglicher Beschaffenheit“…
…“Das im Jahre 1891 neuerbaute prachtvolle Badehaus ist seiner Hauptbestimmung entsprechend auf das zweckmäßigste eingerichtet. Es werden in demselben Fichtennadel=, Salz=, warme und kalte Bäder, Douchen, Dampfbäder und alle Arten medicinischer Bäder unter Aufsicht eines in der Klinik des Herrn Professor Weber in Halle ausgebildeten, und durch lanjährige Praxis erprobten Bademeisters verabreicht. Das zu den Bädern verwendete Wasser wird einer Gebirgsquelle entnommen und ist fast chemisch rein. Die vorhandenen 14 Badezellen genügen allen Anforderungen, sie sind praktisch eingerichtet und um allen Wünschen gerecht zu werden, mit Holz=, Fliesen=, Stein= oder Marmor=Wannen ausgestattet…“.
„… ein etwa 1000 Quadratmeter großen 1 bis 2 3/4 Meter tiefes Freischwimmerbassein mit beständigem starken Zu= und Abfluß ermöglicht es, Herren und Damen, Schwimmern und Nichtschwimmern, sich im offenen Wasser zu tummeln…“

„…Ein neues Cur=Mittel, das ganz besonders berufen sein wird, Sachsa eine große Zahl neuer Gäste zuzuführen, bietet unser Bad seinen Besuchern in dem in diesem Jahre zum ersten Mal zum Ausschank kommenden
Sachsaer Stahlwasser,
einer alkalisch muriatischen Eisenquelle, die vom Herr Professor Dr. Beckurts in Braunschweing eingehende untersucht und als Eisenwasser mittlerer Stäre begutachtet ist. Das Wasser ist von anagenehmen erfrischendem Geschmack und wird seine Wirkung bei Bleichsucht nicht verfehlen. Dasselbe wird in dem in der Nähe des Badehauses befindlichen Pavillon ausgeschenkt, woselbst auch alle anderen natürlichen Mineralwässer, sowie Kefyr, Kumys und Molken, letztere drei aus bester unter steter Controlle stehender Harzkuhmilch bereitet, zu haben sind…“

Prof. Dr. Theodor Weber (1829-1914).
Ehrenbürger von Halle:
Direktor der Uni-Kliniken

Mehr Informationen zu dem in Leipzig geborenen und in Halle wirkenden Mediziner siehe unter

Prof. Dr. Theodor Weber
[siehe halle.de-tourismus-stadtgeschichte]

Prof. Dr. Heinrich Beckurts
[1855-1929]
Rektor und Ehrensenator der
TH Braunschweig

Mehr Informationen finden Sie hier zum bedeutenden Apotheker, Chemiker und Hochschullehrer sowie seiner Gattin

Anna + Heinrich Beckurts

und hier zum Kunstmaler

Fedor Encke

Stadtverordneten-Protokolle vom 11. Juni 1892:
Der Antrag des H. Schmalz
um Überlassung eines
Platzes zur Aufstellung
eines xxxxgangs zum
Verkauf Sachsaer
Stahlwassers wurde
genehmigt, und
zwar soll Herr
Schmalz da der Verkauf
Indresse des Bades liegt,
in den ersten, zwei
Jahren keine Pachte zu zahlen braucht.

Es wurde beschlossen, den H Ohnsorge die Unterstützung von M 12 Monatlich weiter zu gewähren. v.g.u.u.
Albert Fischer, C. Degenhardt. H. Köhler, K. Bösecke, Willige, Krieghoff.

hier fehlt was ???????!!!!!!!!!!!!!!!

„Apotheke mit Drogenhandlung und Mineralwasser=Anstalt, in welcher die zum Curgebrauch dienenden Molken Kefyr, Kumys (siehe oben) bereitet werden, befindet sich am Ort.“ [Prospect siehe oben]

Apotheke, Mineralwasseranstalt u. Drogenhandlung von Th. Schmalz, Marktstraße 54, Telephon Nr. 19 empfielt Natürliche und künstliche Nineralwässer, Salze und Pastillen…

„Concentrirte Fichtennadelessenz
zur Fortsetzung der Fichtennadelbäder zu Haus à Flasche ausreichend für
15 Bäder, 3 MK.“

[ZfdH 06.08.1901]

Stahlwasser wird im Kurbetrieb als natürliches Heilmittel genutzt, um den Körper auf natürliche Weise mit hochkonzentriertem, zweiwertigem Eisen (Fe²⁺) zu versorgen. Dieses spezielle Eisen kann vom menschlichen Organismus besonders leicht aufgenommen werden.

Das Wasser stammt aus tiefen Quellen und ist meistens reich an natürlicher Kohlensäure, die dafür sorgt, dass das Eisen im Wasser gelöst bleibt und nicht sofort ausflockt.

Die Wirkung bei einer Kur

  • Eisenmangel ausgleichen: Es unterstützt die Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin, was den Sauerstofftransport im Körper verbessert.
  • Gegen Erschöpfung: Kuren mit Stahlwasser werden klassisch bei chronischer Müdigkeit, Erschöpfungszuständen, Blutarmut (Anämie) oder während der Erholungsphase nach schweren Krankheiten eingesetzt.
  • Stärkung des Immunsystems: Die Kombination aus Eisen und wertvollen Mineralstoffen regt den Stoffwechsel an und stärkt die Abwehrkräfte.

Wie läuft die Anwendung ab?

  • Trinkkur: Das Wasser wird meist direkt an der Heilquelle (z. B. in den Wandelhallen der Kurorte) in kleinen Schlucken getrunken.
  • Stahlbad: Bei einem warmen Bad in dem kohlensäure- und eisenhaltigen Wasser wird die Hautdurchblutung stark angeregt. Das Herz-Kreislauf-System wird geschont, während der Körper entspannt.
    [KI-generierte Zusammenfassung 17.10.2026]