Hindenburgstraße 10 – Villa Buchheister
- 1853 ff: Haus 244 (unbebaut), Ingenieur Friedrich Neumann
- 1875 ff: Lindenstr. 244, Ingenieur Friedrich Neumann
- >= 1878: Lindenstraße 10, Frl. Buchheister [Kölnischer Anzeiger 19.11.1878]


1878 kündigt Frau Oberpostsecretär Buchheister die Eröffnung eines Töchter-Pensionats zu Ostern 1879 in Bad Sachsa an im Hannoverschen Sonntagsblatt
[29.12.1878]

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Besonders ist anzumerken die Bezeichnung
„Bad Sachsa“
bereits 1878 in dieser Anzeige!
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Die Verbindung der Familie Buchheister zwischen Bad Sachsa und Hannover war im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert eng verflochten. Sie basierte auf familiären Netzwerken, unternehmerischem Erfolg und reichte später bis in die deutsche Kunst-Avantgarde.
Bei der Inhaberin des Pensionats in Bad Sachsa, die in den Zeitungen als „Frau Oberpostsecretär Buchheister“ inserierte, handelte es sich um die Ehefrau [und spätere Witwe] des königlich preußischen Oberpostsekretärs Buchheister.
Deren Sohn Kaufmann Wilhelm Buchheister baute, gemeinsam mit Ehefrau Luise, ein bedeutendes Handarbeits- und Textilgeschäft in Hannover auf.
Eines deren Kinder, Carl Buchheister [auch Karl Buchheister, 17.10.1890-1964, Enkelkind unserer Frau Oberpostsecretär Buchheister] war ein bedeutender Pionier der deutschen Avantgarde, der sich ab den 1920er Jahren vollkommen der abstrakten und konstruktivistischen Kunst verschrieb. Er stand in engem Kontakt mit Künstlern wie Kurt Schwitters und Wassily Kandinsky. [Auktionshaus von Brühl]
Beide, Carl Buchheister wie auch der Graphiker und Kunstmaler Heinrich Susemihl lebten zeitweise in Berlin (Susemihl von 1911 bis 1914, Buchheister studierte dort 1913) und haben den gemeinsamen Bezugspunkt Bad Sachsa:

[Anzeige unten links).
Außerdem hat er diverse Dinge zu veräußern
[Anzeige oben rechts). [BSN 02.08.1919]
Mehr zum Kunstmaler siehe unter
Vermutlich wurde das „Töchter-Pensionat“ der „Frau Oberpostsecretär Buchheister“ bereits um 1900 nicht mehr geführt. Das Haus mit Pension blieb in Familienbesitz und wurde durch „Fräulein Buchheister“ weitergeführt.
W. Voigt erlangt 1929 die Erlaubnis für ein „Kaffee mit voller Konzession“ [StABS 2.33.7]. Privat ist er nachwievor zu erreichen in der Schützenstraße 11 [Einwohnerbuch 1930].
Zwischen Schützenstraße und Hindenburgstraße:
„Zeichnung zur Anlage eines Cafee für Herrn Bäckermeister W. Voigt
Hindenburgstraße Nr. 10″
Bad Sachsa, d. 25. April 1929
Walter Voigt

„Zeichnung zum Konzessionsgesuch der Frau Gertrud Reuter geb. Voigt: Café Foigt, Inhaber Walter Foigt in Bad Sachsa, Hindenburgstrasse N. 10“ durch Architekt Robert Kälz.
[1932, StABS 2.33.7]
Frau Gertrud Reuter, geb. Voigt, wird Betreiberin des „CAFÉ VOIGT“




1933: Und draußen formiert sich der Braune Mob
Lehrer und Schüler in der MOTOR-SA.
[vorn ganz rechts wohl Dr. Josef Schnabel (Direktor 1922-1939)]
[Schülernachrichten des Pädagogiums 1939. Stefan Bierwisch auf Facebook 28.02.2025] Im Hintergrund Café Voigt.

Frau Gertrud Reuter geb. Voigt, wird die Betreiberin des „CAFÉ VOIGT“;
Inhaber ist Paul Reuter [Einwohnerbuch 1935]; …und sie lädt ein zum
„groß. Schlager= u. Tanzabend“, der insbesondere gestaltet wird von der
Kapelle Walter Marschhaus.

Rechts: Nach vollständiger Renovierung des Lokals wieder in vollem Umfang geöffnet. Heil Hitler!“ [BSN 27.02.1941]

Nach dem Kriege:
Das „Deutsche Wirtschaftswunder“ färbt auch ein wenig auf Bad Sachsa ab
[ca. 1952, 4 Fotos: Willi Müller]
Demnächst: BALL VERKEHRT !
Das Kurwesen verändert Manches! Gertrud Reuter, Inhaberin des „Café Voigt“ setzt auf den Kurbetrieb und erweitert das alte Gebäude erheblich.





(1954, AK: Slg. R. Boehm 3241. KI-koloriert/aufgehübscht]
Gertrud Reuter übergibt das
Café Voigt zum 1. April 1966 an die Eheleute Ehrig und Seidelmann
[Anzeige]

In den 1960/1970er Jahren zeichnen „Geschwister Seidelmann“ und später „Dieter Lückmann“ verantworlich. Ab 1986 übernimmt Carsten Reuter für kurze Zeit.

Neben Sondergastspielen [hier mit Cornelia Frobiess und Joachm Tege] waren Konzert- und Tanzunter-haltungen äußerst beliebt;
im Kurort Bad Sachsa wurden sie in gleich 3 Lokalen angeboten:
Kurcafé Seidelmann, Café Voigt und Tanzcafé Diener. [BSN 16.04.1969]


…und im „KUPFERKELLER“ ??? unterm „Café Voigt“ ???

Wie immer sitzt „der Dicke“ am Tresenende und kommt zum „30er-Skat“ raus; manchmal erhebt sich Wolfgang Reuter und steht dann hinter seinem Tresen.
[1981, Foto: H. Möller]
Wolfgang Reuter zeichent auch für das „Hotel Garni Haus Gertrud“ am Pfaffenberg 25 verantwortlich.
(1970er, Streichholzschachtel, Foto: Horst Möller)
Mehr Information zum
Hotel Garni Haus Gertrud
siehe unter


Otto Krüger, Rudi Müller, Dieter Reinhard und der Wirt Wolfgang Reuter
[Cordula Müller auf Facebook 17.12.2020]

[o.j., Unsere Jugend im Kupferkeller, Roland Baumbach auf Facebook 25.12.2024]
Über die Verderbtheit der Jugend
Klagen über die angebliche Verderbtheit etc. der Jugend sind ein über 5000 Jahre altes, wiederkehrendes Phänomen der Menschheitsgeschichte…

„Unsere Jugend im Kupferkeller“ [o.J., Roland Baumbach Facebook 25.12.2024].
Die auf dem Foto abgebildete Personen haben nichts mit dem Folgenden zu tun:
… sind minderjährige Internatsschüler – ohne Alterseinschränkung- Gäste im „Kupferkeller.“ (Sextanerinnen nicht ausgeschlossen.) ! Sie nehmen z.B. an Umtrunken aus Stiefeln teil, welche von älteren Schülern bestellt werden.-
Selbst zwölf- und dreizehnjährigen Schülern wird der Zutritt zum Lokal nicht verweigert und auf Verlangen auch Alkohol an sie ausgeschenkt…“


Einige Anmerkungen auf Facebook im Nov/Dez 2024 zu dieser Ansichtskarte:
„Hihi oben für meine Oma mit Gedeck, unten für mich mit passenden Stiefeln… „
(Annett Mudoh)
„Der dicke Reuter auf dem Barhocker vor dem weinroten Vorhang … mit grimmiger Miene wenn man die Gehacktesbrötchen misstrauisch begutachtete … und Jimmy in der Ecke auf seinem Stammplatz feixte sich einen ;-))“. (Heinz Meißner)
„Jimmy war Manfred Lehmann“. (Karl-Friedrich Borchling)
„Eine Ikone des Taxi-Nachtdienstes bei Ehrlich 1010“ (Dirk Schäfer)
„Und die Frikadellen…..die schmeckten erst ab 3,8 Promille……das schlimme auch nach Jahren erinnert sich das Gehirn und treibt den Entzug“. (Thiele Huey)
„Wie die Mettbrötchen“. (Falk Rößler)
„Wahrscheinlich mit Sägespäne“. (Reinhard Michel)
„Zwischen Hülle und Inhalt waren immer 2mm Luft…“. (Ralph Boehm)
„Bei Wolfgang gab es immer die Zuchthauspralinen (Bouletten). (Gina Franke)
„aber lecker waren sie trotzdem!“ (Thiele Huey)
„Im Kupferkeller haben wir immer Stiefeltrinken gemacht“. (Martina Nickel)
„da habe ich auch mal mit gemacht“. (Gerth Polzin)
„Der Vorletzte bezahlt“. (Reinhard Michel)
„genau, und blubbern durfte es auch nicht. (Karl-Friedrich Borchling)
„Donnerstag Abend …Flippern und Schnaps- und Bierrunden….war eine schöne Zeit“.
„Im Kupferkeller haben wir immer Stiefeltrinken gemacht“. (Martina Nickel)
„Da habe ich auch mal mit gemacht
„
„hätte mich auch gewundert, wenn nicht.
(Martina Nickel)
„Der Vorletzte bezahlt
“ (Reinhard Michel)
„Ball verkehrt (Bärbel König-Jankovic)
„mittwochs, freitags, samstags und sonntags Damenwahl oder Putenrennen, habe dort viele Monate als Duo Live-Musik gemacht, es war immer sehr voll, kein Platz blieb frei – die Zeit kommt nie wieder!
“ (Andy Berg)
„Stimmt. Ich wurde da auch hin und wieder temporär eingelagert
“ (Thomas Mähnert)
„Und die Frikadellen…..die schmeckten erst ab 3,8 Promille……das schlimme auch nach Jahren erinnert sich das Gehirn
und treibt den Entzug“ (Thiele Huey)
„wie die Mettbrötchen
“ (Falk Rößler)
„Geile Zeit im Kupferkeller…“ (Susanne Menge)
„Buletten, Mett Brötchen und Flippern bei Herrn Reuter.. Und gegenüber der Imbiss von Herrn Zaulig
“ (Annette Hetzel-Carsili)
„Bulette und eine Flasche Senf dazu“ (Bärbel König-Jankovic)
„Frikadelle mit Curry Zwiebeln u. Sosse…..ein Traum
bei Erna u Ulfried“ (Susanne Menge)
Verlassen wir lieber die Untiefen des Kupferkellers und kehren zurück nach oben!
…und lassen Ausschweifungen des so beliebten „Ball verkehrt“ unberücksichtigt!
Kaum angekommen, ist schon alles bestens!

Heino u. ich sitzen hier im Cafe u. stärken uns erst ein mal. Heino hat Hunger, isst schon die zweite Bockwurst. Sind ganz von Lehe bis hier mit dem Zug u. eine Station mit dem Bus gefahren. Der Kaffee war schon da. Das Quatier scheint ganz gut zu sein. Schlafen unten, die Toilette ist gleich nebenan.“
Eine prächtige Aufnahme aus 1963 zeigt das Café inklusive des wunderbaren Café- u. Biergartens (ohne Kiosk!!!) und den Uhrenplatz
[unten: 1966, AK: Slg. R. Boehm 2353]


Mehr Informationen zu den
Verkaufsbuden siehe bitte unter

Oben:
[Echo am Sonntag 15./16.11.1986]
Ab 1986 übernimmt Carsten Reuter für kurze Zeit. Rechts: „im ersten Sommer, als ich das Café Voigt betrieben habe“ [sagt Carsten Reuter auf Facebook am 24.5.2020]
unten: zur selben Zeit
[3 Fotos: Hans Walter Degenhardt]






„Der Sozialverband Reichsbund hatte das Grundstück mit den leerstehenden Gebäuden kürzlich erworben. Sie waren von ihrer Substanz her zu schlecht, um sie zu erhalten, erklärt“ Betriebsleiter Beek. Vorgesehen sei…
Nach 70 Jahren wird das Gebäude in 1999 abgerissen
2008 wird (vorübergehend) ein Biergarten angelegt.
Das Gelände hat die Familie Goebel gekauft, die hier zukünftig ein Hotel für die sogenannte „Generation Z“ bauen möchte.



März und April 2008
[10 Fotos: Horst Möller]





Eröffnung zum
01. Mai 2008





Jörg Steinhäuser]

[Foto: Horst Möller]




oben im Hintergrund: Schützenstraße 19
links im Hintergrund: Schützenstraße 20
Sporadisch werden hier Veranstaltungen angeboten, bspw. Weihnachtsmärkte












Im Mai 2023 wird der Plan für den Hotel-Neubau für die „Generation Z“ vorgestellt:

Mein kläglicher Versuch des Eindringens von Struktur+Grün macht`s nicht besser; hat aber die Diskussion ein wenig in Gang gebracht. Auf Facebook habe ich zu der Zeichnung ergänzt:
Ich wünsche mir…, daß die großen Investoren in Bad Sachsa, insbesondere die größeren Hotels ihre Verantwortung UND auch ihre Möglichkeiten überdenken und sich als „Klima-Vorreiter“ für die Stadt einsetzen, die auf das Prädikat „Heilklimatischer Kurort“ seit Generationen angewiesen war und angewiesen sein wird. – Eine Beispiel als Anregung – wie sehen Eure Ideen und Vorstellungen aus?


Erfreuliche Nachricht: Absage an die „Digital Natives“ – kein Hotel für „Generation Z“






