Hindenburgstraße 7

  •  davor: Auf der Gemeinde (unbebaut) 
  • vor 1900: Haus 301 in der Lindenstraße
  • um 1900: Lindenstr. 7
  • ab 1927: Hindenburgstraße 7
Herbst 1988 [vor dem November, Slg. R. Boehm]

In der Hindenburgstraße sollen 21 Altenwohnungen entstehen.
Nächstes Jahr soll mit dem Bau begonnen werden.
[BSN 09.09.1987]

„Nun doch nicht in Denkmalschutz-Katalog aufgenommen.“
[Harz Kurier/BSN 29.10.1988]

Stadtplanung der 1980er Jahre in Bad Sachsa?
„Mit Blick auf die Stadtsanierung“ hatte die Stadt das Grundstück „Schaffhirt“ käuflich erworben, „um mit dem Platz vor dem Reichsbunderholungsheim und unter Einbeziehung der Kolonnaden eine sinnvolle Neugestaltung zu erziehlen [s.o.]. Durch das Angebot des Diakonischen Werk Wolfsburg entschloß man sich jedoch zum Verkauf und dem Bau der Altenwohnungen
So baut das Diakonische Werk 21 Seniorenwohnungen, mit deren Fertigstellung Anfang 1990 zu rechnen sei. „Der neue Komplex umfaßt 5.600 cbm umbauten Raum. Vorsgesehen sind 15 Ein-Zimmer-Wohnungen [43 und 48 qm] sowie 6 Zwei-Zimmer-Wohungen [55 qm]. Zu jeder Wohnung soll ein Abstellraum gehören. Im Dachgeschoß wird ein Gemeinschaftsraum entstehen.
Das Diakonische Werk Wolfsburg ist in Bad Sachsa bereits durch ein Alten- und Pflegeheim, ein Seniorenzentrum sowie als Träger der Sozialstation Südharz bekannt“.
[vgl. Harz Kurier/BSN 23.12.1988].

Diakonisches Werk baut 21 Seniorenwohnungen in Bad Sachsa
(Harz Kurier, 23.12.1988)

Im Zeitungsartikel vom 23.12.1988 wird, mit Foto belegt, berichtet, daß „auf dem SCHAFFHIRT`SCHEN GRUNDSTÜCK … in dieser Woche das alte Wohnhaus abgerissen (wurde)“.
Die „Zeichnung einer Villa für den Amtsgerichtsrath Herrn Silkrodt, Nordhausen“ fertigte vor 94 Jahren A. Heise am 20. September 1894. Herr Heise brachte die damals typischen Baumaterialien und Elemente für eine Stadtvilla dieser Größenordnung mit ein, wie bspw. den „Pfaffenberg-Stein“ für das teilweise obererdig liegende Kellergeschoß, einen teilweise offenen Wintergarten (diesmal auf der rechten Seite – im unteren Teil gleichzeitig Eingang, das gradlinige Fachwerk mit lediglich 2 Schrägkreuzen auf der Frontseite – dafür allerdings viel Zierrat u.a. in den Giebel,.

„Bei der Fassadengestaltung … hat man sich mit Blick auf die Stadtsanierung an einigen Fassadenelementen umstehender Häuser orientiert.“

Vergleichen wir es mit dem Original, ist sofort klar, was die Stadt verloren hat:

„Villa für den Amtsgerichtsrath Herrn Silkrodt, Nordhausen, 1894.“

[StABS ohne Nummer]

[mit KI aufgehübscht]
„Westliche Seite“: Eingang mit darüberliegendem Wintergarten.
Diese Villa konnte sich später neben dem Schützenhaus (heute Göbel`s Vital-Hotel)
durchaus sehen lassen!


Seine Witwe, Frau Steinlein, läßt 1910 „zwei Wasserspühlklosetts statt vorher zweier vorhandener Trockenabborte“ einbauen. („Amtgerichtsrath Silkrodt“ sollte nicht verwechselt werden mit „Amtsgerichtsrath Silkerott“, Villa Hubertus in der Bismarckstraße: beide sind aus Nordhausen – aber nicht identisch!). In 1913 stellt Natalie Schaffhirt, geb. Schoetensack, einen Bauantrag (auf sie geht der Name „Schaffhirt`sche Villa“ zurück); später übernimmt der Kaufmann Otto Schoetensack dieses Gebäude (dessen Tresor steht heute im Wintersport- + Heimatmuseum Bad Sachsa).
Der Busunternehmer Gropler mietet die oben erwähnte Veranda in den 1950er Jahren, wohl als Anlaufstation für die Kundschaft seiner Bus-Ausflugsfahrten in den Harz (insbesondere auf den Brocken). 1986 erwirbt die Stadt Bad Sachsa das Gebäude…