Höhere Töchter + der Pudding
- 1886: Bau der Villa. Der Bauherr ist bisher unbekannt.
- 1997: Ostern eröffnet Oberlehrer Huwe
eine „Höhere Töchterschule“
Oberlehrer Huwe inseriert für
„Huwe`s
Pensionat u. höh. Töchterschule.
Lehrplan der 9klassigen höh. Töchterschulen. Aufnahme neuer Schülerinnen u. Pensionärinnen zu jeder Zeit. Ausk. u. Ref. durch Huwe“ in der Steinaer Straße
[damals Nr. 21 / heute Nr. 49]
Mehr Informationen finden Sie
hier zur

- 1896: Huwe’sche Schule. Am 19.8.1896 wird dem Realschullehrer Hermann Huwe zu Sachsa die Erlaubnis zur Errichtung und Leitung einer höheren Privat-Mädchenschule erteilt. Diese Erlaubnis erlischt, wenn der Genannte nicht binnen Jahresfrist die Rektoratsprüfung mit Erfolg abgelegt hat.
[StABS III.d.19]. Die Prüfung scheint erfolgreich absolviert.

[Kurliste 1897]
rechts: Villa Huwe
Junge Mädchen und Kinder finden freundliche Aufnahme sowohl für längere als für kurze Zeit““
1899 [Falk/Rüstenberg]

„Oberlehrer Huwe hatte zu Ostern 1897 in diesem Gebäude eine HÖHERE TÖCHTERSCHULE eröffnet. Hauptamtlich war Huwe an der 1891 eröffneten Realschule von Dr. Wilbrand Rhotert angestellt… Ende des Jahres 1900 bot Huwe seine Höhere Tochterschule in Zeitungsinseraten zum Verkauf an“ und fand mit Fräulein Amalie Potthoff eine junge Lehrerin als Käuferin. „Offenbar war sie eine tatkräftige, wirklich emanzipierte Frau, denn es war damals noch gar nicht so lange her, daß Frauen überhaupt im höheren Schuldienst tätig sein durften.
In ihren Erinnerungen, VOM ZAUBER EINER KLEINEN STADT erzählt Amalie Potthoff (S. 10):
So reiste ich in den Weihnachtsferien in den Harz und kam in eine wundervolle Winterpracht, wie ich sie bis dahin nicht gesehen hatte. Ich kam aus dem Getriebe mud der Unruhe der Industriestadt, der Kohlengruben und Fabrikschornsteine. Nun sah ich die dunklen Tannen im weißen Kleid, ich empfand die tiefe Stille und Unberührtheit der Gärten und Felder, des ganzen Ortes. Der Oberlehrer, mit dem ich verhandelte, erzählte, daß seine beiden Töchter den Dezember hindurch täglich auf dem Rodel gewesen seien, die größere auf dem den Ort krönenden Ravensberg. Ich kaufte die Schule, die allerdings nur von achtzehn Schülerinnen besucht war, aber sie war in einem geräumigen Haus, in dem ich eine große Wohnung hinzumieten konnte. Meine Eltern, die im Ruhestand lebten, und meine Schwestern zogen mit. Bis dahin war die Schule von einem Oberlehrer der Realschule geleitet worden; die Doppelarbeit wurde ihm zuviel.“.
- 1901: Steinaer Straße 21: Amalie Potthoff zu Altena erhält am 16.3.1901 die Erlaubnis zur Fortführung der nicht voll entwickelten
höheren Privatmädchenschule
(Huw’sche Töchterschule 1901 /Huwe, Hermann Oberlehrer – und Vorsteher der höheren Töchterschule, Steinaer Straße, verzogen 1901). [StABS 1.29.5]
Im April 1901 erfolgte die Eröffnung der Höheren Privat-Mädchenschule.
Allerdings erwarben die Geschwister Potthoff bereits 1904 die unterhalb in der
Talstr. 7 gelegene Villa und verlegten den Schulbetrieb.
- 1905: Steinaer Straße 21: Zum 01.04.1905 eröffnet Walter Härtel [Leipzig] an dieser Stelle sein „Härtelsches Pädagogium“ als Realschule mit angeschlossenem Internat [W. Reinboth 2015] welches er
- 1908 zum 01. April ins Ostertal verlegt.
- Vermutlich 1910 kam die Villa nun in die Hände der Pensionsinhaberin Margarethe Genz, geb. Behrens, die ein altes Klische einer Ansichtskarte mit der Aufschrift
„Dr. Härtels Pädagogium“ und dem Werbeschild am Balkon
„Pädagogium Bad Sachsa“ umnutzte zu nunmehr ihrer
„Villa Marga“ [siehe die Abbildung ganz oben], einer
„Fremden-Pension I. Ranges – VILLA MARGA – auch Winter offen, herrlich gelegen, dicht am Walde, gr. schattiger Garten bietet Erholungsbedürftigen angenehmen Aufenthalt, auch für Alleinstehende, da vollst. Familienanschluß, nicht einsam. Vorzügliche Verpflegung, sehr gute Betten, frdl. Zimmer, Zentralheizung, elektr. Licht, Wasserspülung. Volle Pension von 4 bis 6 Mk. pro Tag. Dauerpension billig von 3 Monaten an. Empfolen durch den Offizier-Verein. Prospekte frei durch Frau MARGARETHE GENZ.„ - (Badeprospekt Bad Sachsa, 1913)
- 1911: In einer Baubeschreibung der Villa Huwe heißt es:
„Die Villa Huwe liegt an der Steinaerstrasse in der Höhe des Pferdeteiches und ist schon früher zu Schul- und Pensionszwecken benutzt worden. Das Kellergeschoß enthält die Wirtschaftsräume und Keller. Dasselbe ist von Bruchsteinen in Kalkmörtel massiv aufgebaut und hat massive zwischen I Eisen gewölbte Decken. Erd-, Ober- und Dachgeschoß enthalten die Wohn- bzw. Schlaf- und Logierräume. Die Geschosse sind von Fachwerk mit Steinausmauerung hergestellt und an den äußeren Ansichtsflächen teilweise mit Cementputz verkleidet. Die Dachflächen sind mit Ziegel auf Latten eingedeckt und mit Kalkmörtel verstrichen. In der Zeichnung ist der XXXX
betreffs Lage der Zimmer, XXXX Zimmerhöhe pp angegeben. Dier Erwärmung der Zimmer erfolgt durch eine Niederdruckdampf-Heizungsanlage.
Bad Sachsa, d. 25. März 1911.
Rich. Kälz
Frau Margarethe Genz geb. Behrens“
- Arthur von Steinmetz (Onkel der staatlich geprüften Haushaltungslehrerin Erna von Knobelsdorff) schreibt am 25.11.1916 an den hiesigen Bürgermeister,
daß Steinmetz und Knobelsdorff die Villa auf ein Jahr zur Errichtung eines Töchterheims verbunden mit einer Koch- und Haushaltungs-schule gemietet haben; danach soll das Grundstück in deren Besitz übergehen, wenn die Genehmigung zur Leitung erteilt worden ist. –
Zum 17.01.1917 erhält Erna von Knobelsdorff [aus Nikolassee bei Berlin] die Erlaubnis zur Leitung eines Töchterheims für
hauswirtschaftliche und wissenschaftliche Fortbildung.
[StABS 1.29.4]

- 1919: Steinaer Straße 21: Spätestens seit diesem Jahr trägt die Anstalt den Namen
„Töchterheim Elisabeth“,
Inhaberin ist Fräulein Erna von Knobelsdorff. Sie beschäftigt
hauptamtlich 2 Lehrerinnen, unbeamtlich 2 Lehrerinnen;
die Gesamtzahl der Schüler: 22 Mädchen, davon 6 über 18 Jahren.
Die Ausbildung geschieht in Kochen, Hauswirtschafthalten mit wissenschaftl. Weiterbildung. [StABS I.26.2] - 1925 Steinaer Straße 21: Der Name bleibt „Töchterheim Elisabeth“.
Inhaber sind Fräulein Erna von Knobelsdorff, S. von Steinmetz.
Hauptamtlich sind nun 3 Lehrerinnen beschäftigt, sowie 6 weitere Personen;
die Gesamtzahl der Schüler: 16 Mädchen. [StABS I.26.2] - 1929: Steinaer Straße 21: Vorsteherin Erna von Knobelsdorff erhält die Erlaubnisurkunde zur Führung von privaten Schulen [StABS I.29.5]
- 1930: Steinaer Straße 21. Frl. Erna v. Knobelsdorff, Besitzerin des „Töchterheim Elisabeth“. Elsa Hintzke, Lehrerin [Einwohnerbuch 1930]
- 1933: Steinaer Straße 21: Haushaltunsschule im Töchterheim „Elisabeth“. [StABS I.29.5]
- 1935: Steinaer Straße 49: Erna v. Knobelsdorff, Töchterheimbesitzerin, staatlich anerkannt. Haushaltungsschule. Elsa Hintzke, Gew. Lehrerin. Herta Michler, Gew. Lehrerin [Einwohnerbuch 1935]
- 1938: Im Töchterheim Elisabeth, Inhaberin ist Erna von Knobelsdorff, werden beschäftigt
hauptamtlich 5 Lehrerinnen.
Die Gesamtzahl der Schüler: 33 Mädchen, Ausbildung in Hauswirtschaft [StABS I.26.2] - 1940: Inhaber der Anstalt ist nun Major Aved von Knobelsdorff; die Leitung haben inne Hauptmann Manfred von Knobelsdorff und S. von Knobelsdorff.
3 Lehrerinnen werden geführt bei einer
Gesamtzahl der Schüler: 38 [Alter 15-19 Jahre, kein Mädchen aus Bad Sachsa] (StABS I.29.5]
In der Spitze wurden 39 Mädchen von 4 Lehrerinnen betreut [1937. StABS I.26.2].







Freizeit zweier Schülerinnen im Kurpark, 1939
[Foto: Slg. R. Boehm]



Private Haushaltungsschule
v. Knobelsdorff
Bad Sachsa/Harz
Steinaer Straße 49
Das selbe Motive mit anderem Schrifttyp
o.D., um 1950 [?]
[AK: Slg. R. Boehm]

Haus Kulenkampf
- Seit 1950 mietet das Pädagogium ein Stockwerk im Hause „von Knobelsdorff“ als Sextanerheim vom Polizeimajor a.D. Arved von Knobelsdorff (vgl. „60 Jahre Pädagogium“); und 1953 kauft die Familie Kulenkampf das – nunmehr „Haus Kulenkampf“ genannte – Anwesen und nutzt alle 28 Zimmer als Internat für die Unter- und Mittelstufe. (Reinboth 2015: „Aus der Geschichte des Pädagogiums…“).
- Laut eines Prospektes von 1966 haben hier 56 Schüler/innen ein Bett.
Ein Jungenzimmer im „Kulenkampff“
[AK: vgl. Slg. R. Boehm]

- Im Oktober 1986 erwirbt Frau von Hirthum (Niederlande) das Grundstück und betreibt für kurze Zeit ein „Altenheim mit vegetarischer Verpflegung.“ Naßzellen und Toiletten sollen eingebaut werden.
- (vgl. auch: Kompendium der K.V. Absolvia e.V., Stefan Bierwisch, 1922, vgl. S. 48f; dort heißt es u.a.:
„Offensichtlich waren zum damaligen Zeitpunkt die Vorteile dieses Standortes so überzeugend, dass im Jahre 1953 das gesamte Haus erworben und unter dem neuen Namen „Haus Kulenkampff“ als Internat genutzt wurde. Mit dem Schritt gelang es, den guten Ruf des Pädagogiums als Internatsgymnasium auf lange Zeit auszubauen. 1987 waren die Tage des inzwischen in die Jahre gekommenen alten „Hauses Kulenkampff“ gezählt und man zog in das neu gebaute und modernen Ansprüchen genügende Internatsgebäude gleichen Namens um. Es bietet bis zu 20 Jugendlichen Platz und setzt die Tradition erfolgreich fort.“).

[Chamba Riegelsberg auf Facebook 30.06.2024. Mit KI aufgehübscht]
Zu diesem Foto kamen auf Facebook ab 30. Juni 2024 folgende Kommentare:
Marion Jödicke: Und so traurig, wie es jetzt aussieht!!!! Aber ich erinnere mich, an das Mädcheninternat!
Rainer Wetzel an Marion Jödicke: und viele hübsche Mädchen waren da.
Marion Jödicke an Rainer Wetzel: ja kann sein…Heike Heinemann, kann mich erinnern – hab sie Jahre später gesucht, aber nie gefunden!
Stefanie Habermann an Marion Jödicke: ich war zusammen mit Heike Heinemann im Haus Kuhlenkampf, sie ist auch hier bei FB.
Heike Heinemann an Marion Jödicke: hier bin ich doch
Marion Jödicke: Wenn du DIE Heike bist, erinner ich mich gern! Sagt dir auch Heiko noch etwas? LG, ich hoffe es geht dir gut!
Sa ReKa: 1972 dort eingezogen, anschließend im Haus Tannenberg gewohnt.
Manu Doormann an Sa ReKa: Jupp, ich erinner mich. Liebe Grüße.
Christiane Laurig an Sa ReKa: ich bin 1984 dort eingezogen und anschließend auch ins Haus Tannenberg
Chamba Riegelsberg: Die Mädchen waren damals unter dem Dach, die Jungs waren unten und im 1. Stock, im Keller hat der Hausmeister Kreuzer mit Frau und Sohn gewohnt
Sa ReKa an Chamba Riegelsberg: meine Erzieherin (wie das schon klingt) hieß Fuchs und war noch recht jung und sehr nett. Da waren die Damen im Tannenberg schon ein anderes Kaliber.
Gibt es eigentlich eine FB-Gruppe für ehemalige Päda-Schüler?
Marion Jödicke an Sa ReKa Carola Fuchs, hat damals dann Wolfgang Krieghoff geheiratet, Polterabend fand als Überraschung in einem 3Achser-Müllauto (unbenutzt u. neu!) statt, in der Hindenburgstr….Waren Freunde meiner Eltern
Chamba Riegelsberg: Leiterin war Annemarie Apel, Fuchs muss lange nach mir gewesen sein, Tannenberg war damals schon der Hammer.
Sa ReKa an Chamba Riegelsberg: ich bin ja auch erst 1972 „eingerückt“.
Chamba Riegelsberg: war da Frau Apel nicht mehr an Bord.
Sa ReKa: Dann waren wir ja gleichzeitig da
Chamba Riegelsberg an Sa ReKa: nö, ich war von 63 – 69 im Päda.
Sa ReKa an Chamba Riegelsberg: sorry falsch gelesen.
Christiane Laurig an Chamba Riegelsberg: Frau Apel kenne ich auch noch, die war irgendwie etwas gestört.
Christiane Laurig an Chamba Riegelsberg: Herr Kreuzer war 1984 auch noch da.
Christian Kreutzer an Christiane Laurig: und ich war da auch schon da!
Christiane Laurig: Ach cool. Wie alt warst Du damals?
Christian Kreutzer an Christiane Laurig: 1984 war ich 3 Jahre alt. Franz und Hermine Kreutzer waren meine Großeltern. Ich war oft bei ihnen und bin oft mit dem Dreirad durch den Keller gefahren. In guter Erinnerung sind mir auch die Stachelbeer-sträucher geblieben, die ich oft abgeerntet habe.
Chamba Riegelsberg an Christian Kreutzer: ist dein Vater vlt. Werner Kreuzer?
Christian Kreutzer an Chamba Riegelsberg: ziemlich sogar!
Chamba Riegelsberg an Christian Kreutzer: dein Vater hat damals 64 vlt. Im Haus eine Band aufgestellt und in Ermangelung notwendiger Finanzen eine Trommel aus einem Blecheimer gebaut, die ich sogar spielen durfte, vlt. erinnert sich Werner noch an mich, deine Tante? in der Küche war eine Seele von Mensch, wir hatten uns sehr gut verstanden, grüße sie alle von mir.
Chamba Riegelsberg an Christian Kreutzer: mein Name hilft vlt. bei der Erinnerung – Eberhard.
Christian Kreutzer an Chamba Riegelsberg: er erinnert sich daran und hat sich sehr gefreut. Zitat: „…da läuft es einem kalt den Rücken runter…“.
Chamba Riegelsberg an Christian Kreutzer: super, dann grüße Werner recht herzlich von mir, es war eine schöne Zeit, ich muss mal in meinen Bildern kramen, da könnte noch etwas von damals dabei sein.
Chamba Riegelsberg an Christian Kreutzer: kann es sein, dass deine Tante Frau Knoll war?
Christian Kreutzer an Chamba Riegelsberg: ja, Helga Knoll.
Chamba Riegelsberg an Christian Kreutzer: grüße sie bitte von mir, sie kann sich bestimmt noch an mich erinnern, wir hatten viel Spaß und ich habe sie als sehr liebe und immer gut gelaunte Frau in Erinnerung, hat mir auch manchmal eine extra Portion zugesteckt.
Christian Kreutzer an Chamba Riegelsberg: mach ich gerne!
Chamba Riegelsberg an Christian Kreutzer: Danke, ich schicke dir noch ein Foto nicht-öffentlich von Helga Knoll und Annemarie Apel.
Christiane Laurig an Chamba Riegelsberg: darf ich das Foto auch haben?
2018, Steinaer Str. 49
Cord Pallasch
[Jg. 1966, 1978
als interner Schüler Päda in 1 Etg.,
oben + unten waren die Mädels.
Auf Facebook 16.5.2019]


In der Nacht vom 04./05.10.2025, brennt „Kulenkampff“ das 2. Mal.
Rechts:
09.03.2026
[J.A. Pförtner, Facebook]
