Höhere Töchter + der Pudding
Villa Buchheister
Hindenburgstraße 10
[Lindenstraße 244]




Töchter gehobenener Stände finden freundliche Aufnahme
bei Frau Oberpostsecretär Buchheister
1878: In Bad Sachsa am Harz, Bahnst. der Nordheim=Nordhäuser Eisenb., in sch. ges. Gegend am Fuße d. Ravensberges, find. v. Ostern ab Töchter geh. Stände freundl. aufn. bei Frau Oberpostsecr. Buchheister f. einige Mon. o. d. ganze Jahr. Anl. im Haush. u. Unterr. in Sprachen, Literatur, Handarb. u.s.w. durch d. i. Lehrfach erf., resp. gepr. Töchter d. Hauses.
Empf. erth. güt. d. Herren Schuldir. Dr. Tietz u. Dr. Dieckmann u. Herr Pator Büttner aus Hannover. Anmeld. erbeten Hannover Seestr. 19, part. (Ho1724a)
„Empfehlungen ertheilen gütig die Herren Schuldirektoren Dr. Tietz u. Dr. Dieckmann u. Herr Pastor Büttner aus Hannover“

Eine der frühesten Annoncen zu
„Bad Sachsa“ (sic!)
[Kölnische Zeitung, 19.11.1878]
Pastor Büttner
[Photographie E. Alpers, Hannover]


Schuldirektor Dr. Julius Tietz, (oben mittig), Dr. Dieckmann (vermutlich Sohn des oben links abgebildeten Dr. Hermann Dieckmann, * 18.11.1818 in Clausthal; † 28.12.1887 in Hannover, nach ihm benannt die Dieckmannstraße in der Südstadt) sowie Pastor Büttner stehen mit ihrem guten Namen für die Ausbildung höherer Töchter im beschaulichen, und 1878 noch sehr dörflich geprägten, Sachsa.
Die Verbindung der Familie Buchheister zwischen Bad Sachsa und Hannover war im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert eng verflochten. Sie basierte auf familiären Netzwerken, unternehmerischem Erfolg und reichte später bis in die deutsche Kunst-Avantgarde.
Wie die Zeitungsanzeige im Hannoverschen Sonntagsblatt von 1878 zeigt, nutzte die Familie ihre Präsenz in der Landeshauptstadt gezielt aus. Die in Bad Sachsa ansässige „Frau Oberpostsecretär Buchheister“ hielt engen Kontakt zu ihren Verwandten in Hannover.
Wollten wohlhabende hannoversche Familien ihre Töchter zur Erziehung oder Erholung in den Harz schicken, war die Seestraße 19 in Hannover die erste Anlaufstelle für persönliche Vorgespräche und Anmeldungen. Hannover diente der Familie somit als zentraler „Kunden- und Logistik-Knotenpunkt“.