Kinderheim: KLV.-Lager Pension Dreger

Tannenweg 6
[alt Pfaffenberg 5]

[Postkarte: Slg. R. Boehm 6301]
03.04.1941 [Stempel auf Brief aus Bad Sachsa: Wapler-Auktion Dez. 2013]

KLV-Lager (Thür. 45)
Pension Dreger
„Bad Sachsa 22.10.41
Liebe Gerda
Herzliche Grüße aus Bad-Sachsa sendet Heinz
Meine Anschrift
H.V. Haus Dreger Bad-Sachsa“

[Postkarte: Slg. R. Boehm 6301]

Während des Zweiten Weltkrieges wurden Kinder aus bombengefährdeten Städten in ländliche Gebiete verschickt (Erweiterte Kinderlandverschickung)

Postkarte nach Berlin. [Slg. R. Boehm]
„Abs. H.-G. Oldigs Gad Sachsa im/H Pension Dreger Pfaffenberg 5„
KLV.-Lager Pension Dreger Bad Sachsa / Südharz Pfaffenberg 5
„Bad Sachsa, den 4.5.41. Liebe Mutti. Ich habe kein Geld mehr schicke mir doch bitte neues. Sonst sind die Hosen vielleicht in 1 Monat schon wieder alle. Braunhemden gibt es hier auch noch ohne Bezugsscheine. Ich glaube, ich habe Dir schon geschrieben, daß ich in Diktat eine „3“ umd im Aufsatz eine „4“ geschrieben habe. Ich habe eben auch an Papa eine Karte geschrieben. Mein Stubenkammerad hatte vorgestern Geburtstag gehabt. Wir haben ihn gefeiert. Er hat 2 Kuchen gestiftet. Der eine Davon war ein Käsekuchen und der andere ein Formkuchen mit Schokolade Drin. Nu sei herzlich gegrüßt von Deinem Heinz“

1942 steht das Haus unter Diphterie-Verdacht und es wird festgestellt, dass die „allgemeinen hygienischen grundlegenden Bedingungen bei der Belegung von 50 Personen nicht den Anforderungen“ entsprechen, „es fehlen Bettbezüge, Bettsäcke, Zahnputzgläser, Waschschüsseln usw.“ [Notiz 26.09.1942, StABS 471/02/5]

Am 4.11.1942 teilt der Bad Sachsaer Bürgermeister als Ortspolizeibehörde dem Landrat in Nordhausen mit, dass sich im
„Nachlass des verstorbenen Juden Dr. Bernhard Israel Meyer„
eine Anzahl Wäsche, Geschirr, Eimer und sonstiges Gerät befände, welches in dem Heim der Frau Dreger gebraucht werden könnte. Frau Dreger wurde gebeten, sich mit der Ortsgruppenamtleiterin der NSV Frau Wawrina in Verbindung zu setzten… [StABS 471/02/5]



„Es referierte Günter Urban“ [https://www.reservistenverband.de/bremen/aktuelles/vortrag-ueber-kinderlandverschickung/]“, der über seine eigenen Erlebnisse während dieser Zeit berichtete.
Die Kinderlandverschickung war eine Schutzmaßnahme für Kinder und Jugendliche ab Herbst 1940 vor den alliierten Bombenangriffen auf deutsche Städte.
Weitere Gründe waren, dass die Väter im Krieg waren und die Mütter in der Rüstungsindustrie gebraucht wurden.

Für Günter Urban ging es 1942 per Schiff und Raddampfer über die Weser und dann per Eisenbahn weiter nach Bad Sachsa. Er beschrieb eindrucksvoll den Tagesablauf:
„Wecken war um 6.30Uhr. Dann folgte Stubendienst und um 7.30Uhr Frühstück. Anschließend fand ein vierstündiger Schulunterricht statt. 12.00Uhr Mittagessen, dann zwei Stunden Mittagsruhe. Nachmittags dann meist Geländespiele.
Hierbei wurden der Gebrauch und die Funktion von Karte und Kompass geübt.
„Wir wurden braun angehaucht.“ Weiter berichtete Urban über die Verpflegung, Dauer und Rückführung aus der Kinderlandverschickung.


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1941 wurden die Kinder in die Kinderlandverschickung entsendet und zwar seit 17.5.41 in das KLV-Lager in Bad Sachsa. Nach dem Krieg (10.9.1945) erfolgte die …