Kreuz im Gebirge – oder: Ein Kunstraub besonderer Art?
Im Kinderzimmer der Villa Pahlke, Waldsaumweg 20, hing dieses Gemälde.

Mehr Informationen zur Villa Pahlke finden Sie unter: Waldsaumweg 20
Namens der Teilnehmer am Arbeitskreis Stadtgeschichte Bad Sachsa hatte ich 2004 Herrn Altenbernd in seiner Funktion des Geschäftsführers der ArbeiterWohlfahrt Dortmund angeschrieben mit der Bitte, diese besondere Villa Pahlke auch mal von innen betrachten zu können. Dieser Bitte kam er nach, und so haben wir dieses prächtige Innenleben wahrnehmen dürfen. Dabei fiel mir auch das in die Wandvertäfelung eines Zimmers eingelassene Gemälde auf.
Es kam mir bekannt vor – irgendwo hatte ich das Motiv schon mal gesehen.
Die Zeit verstrich…
Im Nachzuge der Gesundheitsstrukturgesetze entschloß sich dann auch die AWO Dortmund zur Trennung von dem Gebäude – es sollte verkauft werden!
Es wurde auch ein Käufer gefunden – der Verkauf ging vonstatten…
Der Käufer bekam Zugriff auf die Immobilie.
Allerdings:
Es gab einen kleinen Haken – der Käufer blieb die Kaufsumme schuldig!
Und so wurde der Kauf rückabgewickelt.
Allerdings:
Es gab einen kleinen Haken – ein Teil war verschwunden: das Gemälde war weg!
Die Zeit verstrich…
Im Schloss Friedenstein in Gotha habe ich dann das Motiv wiedergesehen; na klar!
Caspar David Friedrich, das „Kreuz im Gebirge“. Schnell war ich dann natürlich auch beim „Tetschener Altar“, dem „richtigen“ „Kreuz im Gebirge“, welches „unserem“ Gemälde in der Villa Pahlke so gleich aussieht.
Aber ein Caspar David Friedrich-Gemälde in Bad Sachsa…??? Eine zweite Fassung??? Das wäre ein Sensation – Das kann und konnte nicht sein!
Oder doch?
Die Zeit verstrich…
Ich bekam einen Briefwechsel zu lesen, der zwischen unserem in Argentinien ansässigen Generaldirektor Max Pahlke und dem für die Betreuung der hiesigen Villa zuständigem Ehepaar Jula und Gerhard Beyermann geführt wurde; darin heißt es u.a.:

„…Unsererseits haben wir [Anm.: als Geschenk] an das Bild im KInderzimmer
„das Kreuz im Gebirge“ gedacht, dabei…“
Da war es wieder!
„Das Kreuz im Gebirge“!
„…dabei aber übersehen, dass dieses Bild in die Wand eingelassen ist und keinen Rahmen hat. Wahrscheinlich wird es nicht konvenieren [Anm.: gefallen, zusammenpassen] das Bild aus der Täfelung herauszunehmen, weil der Gesamteindruck des Zimmers leiden würde…“.
So blieb dieses Gemälde bis ins erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts in der Villa.
Was bleibt, sind Fragen:
Ist das Gemälde eine Kopie?
Wer hat das Gemälde angefertigt?
Ist der Kauf/Verkauf der Villa nur erfolgt, um an das Gemälde ranzukommen?
Wo ist das Gemälde heute?