Kurze Straße 3 – Bauakte
„An Stelle der schon im Jahre 1899 eigereichten und genehmigten Zeichnung für ein zweites Wohnhaus an der Kurzstraße erlaubt sich der Maurermeister Fr. Kälz ein etwas verändertes Projekt der „Wohllöblichen Polizei=Verwaltung“ hierselbst vorzulegen.
Es ist im Allgemeinen die Lage und Zahl der Zimmer beibehalten, auch die Bewärungsanlagen sind dieselben geblieben; nur die Größe der Zimmer ist etwas abgeändert worden, was aus dem Abgleich der beiden Projekte hervorgeht. Außerdem sind noch ein Freitreppenüberbau und ein Risalith [Anm. 1 siehe rechts] hinzugekommen.
In konstruktiver Hinsicht ist auch der 1. Entwurf zu Grunde gelegt. Fundamente und Kellergeschoß werden massiv aus Bruchsteinen ausgeführt und die sichtbaren Flächen dann mit Cementmörtel nach Zeichnung abgeputzt; das Erd= u. Obergeschoß werden in Fachwerk ausgeführt und die Fassaden ebenfalls mit Cementmörtel abgeputzt. Das Haus wird mit Hohlziegeln eingedeckt, Turm und Grate mit Schiefer.
Rich. Kälz, Inge.“ [1901, Akte des Bauamts Bad Sachsa]
Die Kurze Straße, wenn auch nur für bisher zwei Villen, zeichnet sich ab.
Von privater Seite sind Fensterläden am Risalit auf beiden Etagen hinzu-gekommen und die Freude am gestalteten Garten ist sichtbar.
(Anmerkung [1]: lt. Wikipedia wird unter „Risalit“ verstanden:
„Der Risalit (aus italienisch risalto ‚Vorsprung‘, italienisch saltare ‚springen‘), auch Avantcorps[1] oder Avant-corps (von französich avant corps „vor dem Körper“),[2] ist ein zumeist auf ganzer Höhe aus der Fluchtlinie eines Baukörpers horizontal hervorspringender Gebäudeteil. Als Mittel zur Fassadengliederung ist er ein typisches Gestaltungsmittel der Architektur der Renaissance und des Barock (sowie des entsprechenden Historismus), tritt jedoch auch in anderen Epochen auf.)“
Die ersten Nutzer dieses Hauses sind die die „Geschw. Frl. Pagenstecher“
[StABS XII.c.2]; im Besitz dieser Familie befand es sich bis ca. 1956.



























