Marktstraße 15


Marktstr. 15 [Stadtsanierung/Stadt Bad Sachsa, links 2004-rechts 2011]

Das Haus mit der heutigen Adresse Marktstraße 15:

  • 1852: Haus 12: Krevet, Gerber [Anlegen von Gerbereien 1852, StABS V.g.2]
  • >= 1853: Haus 16 in der Marktstraße: Krevet, Lohgerber
  • 1866: Marktstraße 16: Eigentümer Bötticher muß das Grundstück mit einem Darlehen von 500 preußischen Thalern belasten [OKA 11/12.04.1959]
  • ca. 1875-1887: Marktstraße 16: Karl Leukefeld, Schuhmacher
  • 1879: Marktstraße 16: Für Schuhmachermeister Karl Leuckefeld plant Fritz Kälz den Bau einer Brücke [StABS XII.a.4]
  • 1890: Marktstraße 16: Rückzahlung des Darlehens [s.o., OKA 11/12.04.1959]
  • 1890 ff: Marktstraße 16: Leuckefeld, Witwer [vmtl. bis um 1906/1907]
  • 1890er: Marktstr. 15: Kaufmann G. Boetticher verkauft für 2.400 Mark das Haus an den Schuhmachermeister Leukefeld ´[OKA 11/12.04.1959]

    „Es verkauft nemlich der Kaufmann G. Boetticher sein hierselbst in der Marktstr. 16 [sic!] belegenes Wohnhaus in seiner gegenwärtigen Lage und Beschaffenheit, sowie den bei der Separation [Flurbereinigung] diesem ausgewiesenen Hutweideabfindungsplan im Bornthale hiesiger Flur, ohne Gewährleistung für bestimmte Größe, Güte und Beschaffenheit, jedoch frei von Hypothekenschulden, soweit sie nicht ausdrücklich übernommen sind, dem Schuhmachermeister C. Leukefeld für die verabredete Kaufsumme von 2400 (Zweitausendvierhundert) Mark unter den weiter unten aufgeführten Bedingungen“. [OKA 11/12.04.1959)
    Mit dem Bauwerk war auch ein Traufrecht verbunden:
    „… bedingt durch die Enge der Straßen und Wohnviertel notwendig“… „wurde zeitlich überhaupt nicht abgegrenzt und in einer eigenen Urkunde ebenso wie die oben wiedergegebene Auslassung… abgefaßt. Auch für den hinteren Teil des jetzt in Abbruch stehenden Bauwerkes besteht ein solches Traufrecht – es bezieht sich auf die in ein Nachbargrundstück hineinragende Grundmauer, die man vorläufig noch stehengelassen hat…“
    [a.a.O., OKA]
  • 1901/07: Marktstraße 16: Karl Lüder, Schneider
    [wohl Mieter, Bürgerrolle StABS IV.a.5]

    ab nun/bis heute per Adresse Marktstraße 15:
  • 1906/07: Marktstraße 15: Witwer Leuckefeld [wohl StABS XII.c.2]
  • 1912: Marktstr. 15: Schuhmacher Karl Leuckefeld, Zimmermann Robert Leuckefeld [Wählerliste 1912 StABS IV.a.7]
  • 1933: Marktstr. 15: Schuhmacher Karl Leuckefeld
  • <= 1950er: „Ältere Sachsaer erinnern sich sicherlich auch noch an die Putzmacherei, die vor Zeiten in dem Hause ihre Hutmodelle herstellte
    [OKA 06.04.1959]
  • 1954: Marktstr. 15: Vor Abriß des Hauses befand sich im Keller ein hauseigener Brunnen (sagt Hartmut Friedrich auf Facebook am 04.03.2019)
  • ca. 1958: Marktstr. 15: Hier wohnte bis zu seinem Tode der Schuhmachermeister Leuckefeld, dessen Werkstatt sich dort befand [OKA 06.04.1959]
  • 1959: Marktstr. 15:
    „Das letzte Stündchen“ des alten Hauses Nr. 15 in der Marktstraße

Anmerkung 1: „Früher: altes Brauhaus: Bei dem abgebrochenen Bau handelt es sich um das alte Sachsaer Brauhaus, das eine für unseren Ort bewegte Tradition aufweisen konnte“
Mit dieser Aussage gehe ich bisher NICHT mit! Denn m.E. befand sich das Sachsaer Brauhaus auf dem hinteren Gelände des damalige Rathaus (also Marktstraße 10) –  aber schau`n mer mal…
Anmerkung 2: leider fehlt das Ende des Artikels!

Wer kann helfen, ergänzen, weiß Genaueres????

(Osteroder Kreis-Anzeiger, 11./12. April 1959)

Pitts Bierstuben I (1959-1972)

„gegenüber der Einmündung der Tettenborner Straße“
„An Stelle des nun abgerissenen, schon ziemlich vermorschten Fachwerkhauses, läßt jetzt der Pächter des bekannten Restaurants ZUM STERN, Richmann [Anm. Hannelore Schalk: „Peter Richmann kam aus Köln“], ein massives neues Gebäude aufrichten, das einen Gasthausbetrieb mit Speisewirtschaft und Beherbungs-räumen aufnehmen soll. Der repräsentative Neubau wird sich erheblich mehr in die Tiefe des Grundstückes hinein erstrecken als das alte Haus, um Platz für genügend Räumlichkeiten zu schaffen [OKA 06.04.1959].

Hier verschwindet „eines der ältesten Bauwerke in unserem an solchen Projekten nicht gerade reichen Stadt Bad Sachsa. Und zum anderen wird der Neubau… einem neuen Speiselokal dienen, an dem es bei uns seit langem fehlt!“
[OKA 11./12.04.1959]
  • Peter Richmann bewirbt seine „Pitts Bierstuben“ [Schützenverein 1964]:
    „Der behagliche Aufenthalt für jung und alt im Restaurant mit der bekannten guten Küche und im Bierkeller mit Musik und Unterhaltung“
„Vereinslokal Pitt`s Bierstuben“ [BSN/HK, 28./28.06.1964]

Pitt`s Bierkeller

  • „Peter Richmann hat das Haus gebaut, auch die Kneipe; später dann „Pitt`s Bierkeller“ [Anm.: im Souterrain, ca. 1964] aufgemacht, den sein Sohn Franz betrieb (kürzlich in 2017 verstorben)“ [sagt Manfred Nickel im Dezember 2017].
  • Auch Familie Bursch [oder Borsch] war Pächter von „Pitt`s Bierkeller“
    [sagt Siegfried Ross, Facebook, 18.10.2025];
  • auch „Schmutz“ (Jochen Teutscher) war hier mal für kurze Zeit Wirt
    [sagt Siegfried Ross, Facebook, 17.12.2022].

Ca. 1964 entsteht dieses Foto [Ray Seiert, Facebook 31.12.2019] mit v.l.n.r.:
Rudi Müller, Eberhard Fulst, ..x.., Klaus Dieter „Fanny“ Faupel, Gerhard „Ärmel“ Seiert

  • 1975: Im Souterrain: Jürgen Zaulig übernimmt/pachtet „Pitt`s Bierkeller“
Inhaber Jürgen Zaulig vor der eigenen Karikatur mit dem Titel „ICH… DER WIRT“.
Diese wunderbare Karikatur entstammt der Feder von Peter Ebeling.
[1988, Foto: Slg. R. Boehm]
[wohl 1988, Foto: R. Boehm]

„Eimer-Werfen“

Die Schmerls und eine ihrer besonderen sportlichen Betätigungen – insbesondere im Keller der Marktstrasse 15, Dortmund und England…

Hinterm Tresen von „Pitt`s Bierkeller“ durften sich während Zauligs Egide auch andere Zapper versuchen, von denen ich bisher leider keine weiteren Foto habe
[1983, Foto: Ralph Boehm]

Jürgen Zaulig gab seinen letzen Abend am 25.06. 1988.
Wir durften dabei sein und sagen Danke!

Pitts Bierstuben II (1982-ca. 2017)

„Pitts Bierstuben“ im englischen Pubstil

„Vor genau sieben Jahren [Anm.:also 1975] übernahm Jürgen Zaulig „Pitts Bierkeller“…. Nachdem ein Elektro-Geschäft den Laden oberhalb seines Bierkellers räumte, richteten beide [Jürgen + Astrid] eine Bierstube im englischen Pubstil ein. – „Pitts Bierstuben“ eine Tradition – denn bis 1972 gab es hier schon einmal eine Bierstube gleichen Namens…“ [1982]

  • 1982: Im Parterre: Wohl Sept./Okt. 1982 eröffnen Jürgen und Astrid Zaulig im Erdgeschoß zusätzlich

Pitt`s Bierstuben

  • die dann später u.a. von Horst Bitzmann übernommen wurde
    [BSN/HK wohl 09.10.1982]

Muckefuck

  • Die nächsten Pächter, Udo + Helga Haf, nannten die Kneipe nun „Muckefuck“
  • Die nächste Pächterin war Kerstin Teyke
  • Die nächsten Pächter, von 1993 bis 1997, nun

Harzgeister

  • genannt waren Carmen + Uwe Winkler [nach eigener Aussage 30.07.2016]
  • Illir Duro betrieb zwischenzeitlich [wohl bis Juli 2017] die Bistro-Bar

Chicco sowie später El sol

  • als Tappas-Restaurant

Die „Chicco-Bühne“ als Teil des 13. Stadtfestes am Samstag, den 27.08.2011

[Nordhäuser WOCHEN CHRONIK, 20.08.2011]
[21.11.2011, Foto: R. Boehm]
[16.06.2013, Foto: R. Boehm]
Ilir Duro mit Gästen vor dem Chicco
[Schützenumzug, 16.07.2017]
Ilir Duro beteiligt sich an Veranstaltungen, u.a. mit der CHICCO BAR
[23.08.2017, Facebook, Ilir Duro]

Elektro-Petzold

  • 1971: Marktstr. 15: „Elektro-Petzold hat eröffnet“ [BSN/HK, 13.03.1971]
    „EP: Elektro-Petzold (1924 gegründet)“, „Anfang ist gemacht für
    100 Jahre – 100 Bäume,
    sagt Inhaber Andreas Gloger, für jedes Jahr einen Baum zu pflanzen“.
    [BSN/HK, 03.05.2025]
Rechts im Bild: „ELEKTRO-PETZOLD (Elektro-Hausgeräte, Rundfunk, Fernsehen]

„ING. FRITZ PETZOLD
Inh. I. Gloger
Fernsehen – Radio – Elektro
Farbfernseh-Spezialservice
HiFi-Studio

3425 WALKENRIED
Tel. (0 55 25) 420
3423 BAD SACHSA
Tel. (0 55 23) 680

[vmtl. Bad Sachsaer Echo, 18.09.1981]

  • Wohl im Juli 2018 trennt sich Familie Gloger von diesem Haus; damit sind die Geschichten der Kneipe sowie des Elektro-Geschäftes Geschichte.

BESTATTUNGEN Reimann / Mühlbrecht Denkmal

  • Zum 25. Mai 2019 wird die Zweigstelle von „Reimann Bestattungen“
    [Anm.: Hauptsitz in Walkenried] gemeinsam mit „Mühlbrecht Denkmal“ eröffnet.
[02.06.2019, Echo zum Sonntag]
[April 2019, Foto: Hans-Jürgen Liebau, Facebook, 16.05.2019]

Weitere Fotos:

Das rückwärtige Grundstück [06.06.2021, Foto: R. Boehm]

Noch eine Notiz zum Schluß:

Irgendwie ist hier doch jeder mit jedem verwandt [pardon! …jede mit jeder verwandt]; dazu hier noch eine Abschrift aus unserem Stadtarchiv [StABS IV.a.8.] betreffend der „Familiengeschichte: Friedrich Wilhelm Wiedemann“:

„Wilhelm Wiedemann, Bürger, Brauherr und Ackermann, wohnhaft im Flecken (das ist die ältere Bezeichnung für die spätere Marktstrasße) über dem Rathause, ein Wittber unter 60 Jahre, hat sich den 15ten Martii mit Anna Catharina, sel. Steinhofs gebohr. Zeitzen, als Wittbe unter 45 Jahren allhier colpulieren lassen. Anno 1767. Mit der Grundstücks-Bezeichnung kann entweder das frühere Brauerei-Grundstück vor dem früheren Rathause, dem jetzigen Ratskeller, oder das Grundstück Marktstr. 15 (jetzt „Pitts Bierstuben“) gemeint sein. In beiden Grundstücken wurden früher gewerbliche Brauereien betrieben, die wahrscheinlich von der Stadt verpachtet wurden und die vor Wilhelm bereits von seinem Vater Adam (Wiedemann) pachtweise betrieben sein dürften. Deshalb erschien Adams Name nicht in der Liste der Grundstückseigentümer (Anm.: 1710, 1730, 1733).
Mit dem hier erworbenen Vermögen wird er dann um 1725 die Schenke in Clettenberg erworben haben, wo auch die weiteren 7 Kinder geboren wurden.
Nach Aufgabe der städtischen Pachtung übersiedelte sein Sohn Wilhelm in das Grundstück Schulstraße 3 – 4. Hier betrieben seine Nachfahren nur noch Landwirtschaft. Durch Einheirat der Familie Neumeyer ging das Grundstück später auf diesen Namen über.“