Marktstraße 22

- < 1853: Haus 18 in der Marktstraße
- >= 1853: Haus 23 in der Marktstraße: Wolf in Haferungen, wellberechtigt
- ca. 1875-1887: Haus 23 in der Marktstraße: Riemann, geb. Ostmann, Ehefrau des Ökonomen Riemann in Ohrdruff
- <> 1890: Marktstr. 22: Kamphenkel, Buchdruckerei
- 1897: Marktstraße 22: „geb. 19.10.1865 zu Wieda, Buchdruckereibesitzer, verlegte am 15.10.1897 die Redaktion und Geschäftsstelle der „Zeirung für den Harz“ unter dem neuen Titel „Bad Sachsaer Nachrichten“ nach Sachsa, Marktstr. 22. Er verstarb am 13.01.1936; sein Sohn K. Erich, geb. am 10.10.1901, übernahm das väterliche Zeitungsunternehmen, vertorben am 16.11.1955 in Göttingen. Seine Frau Liselotte führte das Unternehmen mit Hilfe ihres Vaters O. Strauß bis zur Verpachtung an das GT (Göttinger Tageblatt)“
- 1899: Marktstraße 22: L. Kamphenkel, Buchdruckerei, „Sachsaer Nachrichten“ [1899, FALK/RÜSTENBERG]
- 1901/1904: Marktstraße 22: L. Kamphenkel, Buchdruckerei, „Sachsaer Nachrichten“ (1901 + 1904, Kurliste]
- 1912: Marktstr. 22: Louis Kamphenkel, Buchdruckereibesitzer [Wählerliste]
- 1931: Marktstr. 22: L. Kamphenkel`s Buchdruckerei, Bad Sachsaer Nachrichten [Rechung, 24.10.1931]
- 1933: Marktstr. 22: Ludwig Kamphenkel, Schreibwarenhandlung [BSN 02.05.1933, StABS IV.a.7]
- 1938: Marktstr. 22: L. Kamphenkel, Buchdruckerei [BSN 25.08.1938]
- 1946: Marktstr. 22: hier wohnt u.a. Helmut Eckert [Brief 29.05.1946]
- 1950: Marktstr. 22: L. Kamphenkel, Buchdruckerei, Papier- und Schreibwaren [Quttung an Harzklub]
- 1957: Marktstr. 22: 70 Jahre Zeitung
- 1957 – ca. 1961: Marktstr. 22: Ludwit Ott, Buchdruckerei und Verlag [Rechnung 01.10.1957]
- 1981: Marktstr. 22: HARZ Kurier, Bezugsgebühr 14.60 DM/mtl. [Beleg]
- 1989: Marktstr. 22: DRK Bad Sachsa betreibt Hilfsstelle [HK 17.11.1989]
- ca. 1993/2000er: Marktstr. 22: Christa-Moden, Elvira Ratajczyk [01.07.1993]
- <= 2008: Marktstr. 22 links: Deutsche Bank unterhält SB-Filiale
- >= 2008: Marktstr. 22 links: GEB-Leva Gebäude-Energieberatung Jolana Leva [Internet]
- 2011: Marktstr. 22 links: Leerstand
- >= 2014: Marktstr. 22 links: Steuerberaterin Anette Bauche [am Schaufenst 08.03.2014]
- <> 2021: Marktstr. 22 rechts: NKD (inkl. DPD PaketShop) [Internet]

Sachsaer Nachrichten
Kur- und Fremdenliste
L. Kamphenkel, Bad Sachsa
Alle vorkommenden Buchdruckarbeiten werden in sauberer Ausführung hergestellt.
Ferner empfehle: Ansichtspostkarten und Photographien von Bad Sachsa und dem ganzen Harz.
Führer von Bad Sachsa und Umgegend, Meyers Harzführer, Harzsagen, Harznovellen, Touristen-Karten u. Kursbücher etc.
Harzandenken u. Geschenkartikel – Schreibwaaren-Handlung.
[1997, Anzeige: Kurliste].



Die Nazis lassen die „Bad Sachsaer Nachrichten“ sterben:

Die Kriegswirtschaft erfordert stärkste Konzentration aller Kräfte. Diese Zusammenfassung macht es notwendig, daß unsere Zeitung „Bad Sachsaer Nachrichten“, die seit mehr als 50 Jahren ein ständiger Begleiter und Ratgeber aller Familien unserer Stadt gewesen ist, mit dem heutigen Tage bis auf weiteres ihr Erscheinen einstellt.
Wir empfehlen allen unseren Lesern den Bezug der „Thüringer Gauzeitung“, Ausgabe Nordhausen/Südharz, amtliches Organ der NSDAP., der Stadt Nordhausen und des Kreises Grafschaft Hohenstein. Eine Zweiggeschäftsstelle haben wir inzwischen in unseren Räumen für die „Thüringer Gauzeitung“ eingerichtet. Zeitungsbestellungen, Mitteilungen für die Schriftleitung und Anzeigen werden jederzeit entgegengenommen und gewissenhaft weitergeleitet.
Die Buchdruckerei bleibt in bisheriger Weise bestehen und hält sich auch fernerhin zur Anfertigung von Drucksachen jeder Art empfohlen.
Es ist uns ein Bedürfnis, aallen Lesern der „Bad Sachsaer Nachrichten“ für die jahrzehnte lange Treue herzlicht zu danken und wir verbinden damit den Wunsch des persönlichen Wohlergehens aller Leser, Mitarbeiter und Inserenten.
Heil Hitler!
Verlag der „Bad Sachsaer Nachrichten“.



70jährige Entwicklung der Südharzer Heimatzeitung
Von der „Zeitung für den Harz“
des Jahres 1887 bis zu den
„Bad Sachsaer Nachrichten“,
Ausgabe des „Göttinger Tageblattes“, des Jahres 1957.
[01.10.1957, Göttinger Tageblatt/Bad Sachsaer Nachrichten]
„…Schließlich muß noch erwähnt werden, daß nach der am 1. Juli 1957 erfolgten Übernahme der Zeitung, deren neue Geschäftsstelle unser Bild zeigt und wo sich nach wie vor die Inseraten-Annahme befindet, die Erledigung sämtlicher Drucksachen-Aufträge in der alten Kamphenkelschen Druckerei mit dem altbewährten Personal erfolgt, nachdem dieser Teil des alten Unternehmens durch die Firma Ott-Braunlage und Bad Sachsa übernommen worden ist, die gleichzeitig einen Vertrieb von sämtlichen Artikeln des Büro- usw. Bedarfs, von zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften, sowie eine umfangreiche Leihbibliothek unterhält…“



links: 1960/1961, Bestellung


„Exped. u Verlag der Bad-Sachsaer Nachrichten – Bad-Sachsa, Südharz“

Das Logo auf der Sachsa-betreffenden Seite soll von Reinhold Priebe erschaffen sein.
Als freischaffender Maler u. Graphiker hat Reinhold Priebe
in der Brandstraße 29 [laut Gewerbeanmeldung; heutige Brandstr. 2]
zum 25.3.1946 sein Gewerbe angemeldet.
Über ihn ist überliefert, daß er als Graphiker an den Entwürfen für die Plakate zur Olympiade 1972 in München führend beteiligt war und daß er als Kunsterzieher am hiesigen Pädagogium über 20 Jahre gearbeitet hat von 1957 bis 1978 [Frau Schafft-Rebbig, 15.01.2015]. Darüber hinaus fanden und finden sich Spuren im Alltagsleben der Stadt Bad Sachsa, die man mit ihm sicherlich nicht auf den ersten Blick, verbindet. Dazu gehören der Schriftzug der Tanne – dem Logo von Bad Sachsa über viele, viele Jahre, welches in den Bad Sachsaer Nachrichten genauso verwandt wurde wie auf den Werbeplakaten unserer damaligen Kurstadt. Seine wohl sichtbarste Spur hat er mit dem Entwurf für den Schmerlbrunnen hinterlassen. Dieser Brunnen erfreut Sachsaer genauso wie Touristen, wenn sie in unserem Stadtpark spazierengehen. Er war zuletzt wohnhaft Hohe Bergstraße 5.

Impressum der Bad Sachsaer Nachrichten [Anfang der 1970er Jahre]




100 Jahre Bad Sachsaer Nachrichten
„Für die Menschen im Südharz so wichtig wie ein tägliches Brot“

Das alles ist so selbstverständlich. Das Nachdenken,
was ohne Zeitung eigentlich wäre, würde wahrscheinlich erst beginnen,
wenn es sie nicht mehr gäbe – die Heimatzeitung BAD SACHSAER NACHRICHTEN!
Eine Institution ist sie, die lokale Heimatzeitung. Auch diese hier! So soll es bleiben.
Mit diesem Vorsatz beginnt sie ihr 2. Jahrhundert.“ ….
[HARZ Kurier, 03.10.1987]
Zur Grenzöffnung:


„Kostenlos Kaffee, Tee, Kakao und Gebäck gibt das DRK Bad Sachsa in ihrer Hilfsstelle in der Marktstraße 22 an Besucher aus der DDR aus. Bereits am Wochenende hatte sich die Bereitschaft am Bahnhof bereitgehalten und bis nachts um 22 Uhr Kaffee und Tee ausgeschenkt…“
[HK 17.11.1989]

Diese Zeitung soll von 1990 bis 1996 bestanden haben
[Liste der Zeitungen in Nordhausen, in: NordhausenWiki 28.06.2026]
„Die TA [Thüringer Allgemeine] ging 1990 aus der Zeitung Das Volk hervor, die ab 1946 als Organ der SED im Bezirk Erfurt herausgegeben wurde. Im Zuge der Wende beschlossen die Redakteure und Verlagsmitarbeiter die Umwandlung des Blattes in eine „neue unabhängige Zeitung“ mit dem Namen Thüringer Allgemeine und sagten sich von der SED los. Unter dem neuen Namen erschien sie erstmals am 16. Januar 1990″
[Wikipedia: In: thueringer-allgemeine.de. FUNKE Mediengruppe / Thüringer Allgemeine, 14. Januar 2020, abgerufen am 10. September 2024.]
Der Harz Kurier und die Thüringer Allgemeine sind zwei eigenständige regionale Tageszeitungen, die beide vollständig zur Funke Mediengruppe gehören. Die Funke Mediengruppe fungiert somit als übergeordnetes Medienhaus und gemeinsame Muttergesellschaft für beide Zeitungen.
[Media Ownership Monitor, abgerufen 28.06.2026]
Die Regionalzeitung für den Altkreis Osterode, Bad Lauterberg und Umgebung wird von der FUNKE Harz Kurier GmbH (mit Sitz in Osterode am Harz) herausgegeben. Sie gehört direkt zum Funke-Konzern. Die FUNKE Harz Kurier GmbH ist ein Unternehmensbereich der Funke Mediengruppe. [abgerufen 28.06.2026]
Diese große Tageszeitung (mit Sitz in Erfurt) ist Teil von FUNKE Medien Thüringen (ehemals Mediengruppe Thüringen). Sie gehört ebenfalls zu 100 Prozent zum Funke-Konzern. [abgerufen 28.06.2026]
Da die Bad Sachsaer Nachrichten bzw. der Harz Kurier schon lange keine Vertretung mehr vor Ort haben, sei es gestattet an dieser Stelle noch kurz einige weitere Belege für die Entwicklung dieser Zeitung darzulegen:
„Neuer Harz Kurier: Antworten auf häufige Fragen“
Fragen + Antworten von Svenja Paetzold-Belz nach der Umstellung des Harz Kurier“
[HK, 14.05.2022]

Dazu ein Leserbrief und das aktuelle Impressum
[Harz Kurier, 09.06.2022

Hätte ich fast übersehen [14.06.2022]:
Svenja Paetzold-Belz für die Redaktionsleitung“Einige optische Verbesserungen…“

Bitte, lieber Leser/liebe Leserin, vergleichen Sie diese Ausrichtung aus 2022 mit der Harz Kurier-Stellungnahme zum 100jährigen Jubiläum aus 1987 –
und dann mit diesen „Vorsätzen“ zum 01.01.2024…


Das ändert sich auch nicht durch die folgenden Absichtserklärungen vom 13.09.2025:

Auf einen „Kommentar von Melina Debbeler 09.05.2026, 06:03 Uhr“ auf Facebook zum „Lokaljournalismus“ und den „freien Mitarbeitern“ habe ich geantwortet:
„Ich bedauere niemanden, der für die FUNKE MedienGruppe arbeitet, sie haben es sich so ausgesucht – und nehmen somit an den Vorstellungen dieser FMG über die Ausrichtung/Entwicklungen eben dieser Medien teil. Persönlich gehe davon aus, dass dieser Weg der Falsche ist – wird irgendwann genaus so gefressen, wie sie andere fressen – ich bin aber auch nicht die Zielgruppe (mit meinen rund 70 Jahren) und freue mich auf die neuen Printmedien sowie Social media, die genau in diese Lücke stoßen (werden). Mein Dank geht an die ehemaligen Mitarbeiter, die hier recherchiert haben und dann damit in die Öffentlichkeit gegangen sind, die ihren Teil der Demokratie und Demokratiebildung vor Ort wahrgenommen haben. Zu guter Letzt: „Medium“, aus dem lateinischen kommende, bedeutet soviel wie „Mitte, Mittelpunkt“, altgriechisch soviel wie „Öffentlichkeit, Gemeinwohl“. Davon hat sich die FMG meilenweit verabschiedet. Aber vielleicht sehe ich doch zu schwarz; hat sich die FMG doch auf die Fahne geschrieben: „Guter Journalismus ist wichtiger denn je – für eine offene, informierte Gesellschaft!“
Dem stimme ich vorbehaltlose zu!“
Wenden wir uns gemeinsam wieder der Entwicklung der Marktstraße 22 zu:


[2008 internet gebaeudeenergieberatung_kopf]
Die Eigentümer des Hauses nahmen an der Stadtsanierung teil und erhielten für u.a. Wärmedämmung + Dacheindeckung Zuschüsse [StABS/Bauamt Bad Sachsa]





links: Zierrat an der Front [24.11.2010]
Angebot im Internet, 53 qm [Februar 2012]:




