Marktstraße 29
- 1631: Bemahlung über dem Türsturz:
„Gott fürchten macht selig, Bier trinken macht fröhlich,
Drum fürchte Gott und trinke Bier, Dann wirst Du fröhlich und selig allhier,
Wer Bier und Weiber hassen kann, Der schreibt ein andres Sprüchlein dran“.
„Durch Abbruch verloren gegangen“
[Griep: Das Bürgerhaus der Oberharzer Bergstädte, 1975, S. 156] - 1847: Nro. 24 unterm Thore: „Folgende der separirten Ehefrau geb. Steph zu Sachsa gehörigen Grundstücke: brauberechtigtes Wohnhaus nebst Hofraum, Scheuer und Stallung, abgeschätz zu 573 Thlr.“
[1847 Oeffentlicher Anzeiger zum 30sten Stück des Amtsblattes der königl. Regierung zu Erfurt, 24.07.1847].
[zur Familie Steph vgl. „Menschen/Ehrenbürger“] - > 1853: Haus Nr. 24 in der Marktstraße
- >= 1853: Haus Nr. 31 in der Marktstraße: Nürnberger (wellberechtigt),
[darüber: „jetzt Krieghoff“] - 1854: Haus Nr. 31 in der Markstraße: Krieghoff
- 1879: C. H. Wiedemann versendet „Echten Nordhäuser Korn-Brantwein“
[22.02.1879, Kölnische Zeitung]

- ca. 1875-1887: Marktstraße 31: Kämmerer Karl Wiedemann
- >= 1890: Marktstraße 29: Zimmerer E. Wiedemann
- Ca. 1901-1907: Marktstr. 31, Kämmerer Karl Wiedemann
[Bürgerrolle StABS IV.a.5] - 1912 ff: Marktstrsßr 29: Gastwirt Karl Wiedemann,
Magistratsassistent Eugen Wiedemann [Wählerliste]
Ab jetzt ist die Adresse, bis zum heutigen Tage, Marktstraße 29

[Nachlaß Domke/Wiedemann/Leuckefeld/Klapproth]
- 1923: Marktstr. 29: „Weintraube“ als Veranstaltungslokal [BSN 03.02.1923]

- Ab 1. April 1924 zeichnet Eugen Wiedemann für die Gastwirtschaft „WEINTRAUBE“ verantwortlich [hds. Günter König]

„Ehrensache eines jeden Kameraden ist es, dem alten Veteran die letzte Ehre zu erweisen.“ [BSN, 16.03.1929]
- 1930: Marktstr. 29: Eugen Wiedemann, Inh. des Gast= und Logierhauses ZUR WEINTRAUBE [Einwohnerbuch 1930]

- 1933: Marktstr. 29: Eugen Wiedemann [StABS IV.a.7]
- 1935: Marktstr. 29: Eugen Wiedemann, Stadtsekretär i.R.“
[Einwohnerbuch 1935]

- >= 1971 vmtl.: „Fritz Leuckefeld – Koffer Lederwaren – Dekoration“
Die folgenden Fotos – auf schwarzem Grund – entstammen der Familie Wiedemann/Leuckefeld; vermutlich sind sie zur Eröffnung des Geschäftes 1971 aufgenommen.





[1971, unleserlich monogramiert. Bemalte Kachel]

unten: ca. 1990, Marktstraße 29. (Briefkopf, Slg. R. Boehm)
- o.J.: Marktstr. 29: Radio-Mewes


oben: Anzeige aus ca. 1960.
Zu diesen Zeiten ist Radio-Mewes noch in der Marktstraße 23-24 ansässig.


[Bad Sachsaer Echo, 11.12.1981]


Mit „Radio-Mewes“ verschwand ein weiteres Fachgeschäft aus unserer Stadt; dieses Doppelhaus, zeitweilig sogar mit dem Haus rechter Hand eine Einheit bildend, durchlebte eine wechselvolle Geschichte. So fanden hier für kurze Zeit diverse Geschäfte eine vorübergehende Bleibe, u.a.:
Anfang der1990er: „billardcafé NA-NU“. Wohl eröffnet von Fokke + Tamaris (…), dann Frank Gras (Hannover), dann wohl auch „Maria + Erbse“ (später „Taverne Arianti“).
- 2004: Die Stadtsanierung kommt auch bei diesem Gebäude zum Tragen
[Stadt Bad Sachsa/Bauamt]


- 2007: Fahrradgeschäft „DIETZ FUNWORLD“ [2007, Foto: Horst Möller]

- 2009: Kurzfristig bieten „Selbständige Finanzberater“ im Rahmen der „Deutschen Bank“ ihre Dienste an.

- 2014: „SAXA 374 – Brotherhood Southhils“ [08.03.2014, Foto: R. Boehm]

- 2017: Computer Technik „Winter`s Internet Center“
[28.09.2014, Foto: R. Boehm]


„Unverantwortlich und inkompetent. Hier eine besondere Umbausünde.“ So sieht es ein Facebook-Besucher am 13. Juli 2024 – und ich teile diese Auffassung!
Aber es geht noch schlimmer.
- 2020 ff: Schornsteinfegerbetrieb Johannes Karwath
In 2024 verschwindet dieses wunderbare Beispiel eines speziellen Fachwerks
(sogenannte „Thüringer Leiter“] hinter einer heute angesagten „Wärmedämmung“.
Dieses heute große Haus bestand ehedem offensichtlich aus zwei nahezu gleich großen Häusern, jeweils mit der „Thüringer Leiter“.


Die Rückseite der Uffestraße 29:


