Marktstraße 66
Die Texte stammen grundsätzlich von Gerlinde Kurz und Sabine Klapper.
Die Fotos stammen grundsätzlich aus dem Familienarchiv Kurz [Marktstraße 66].
Fotos aus anderem Besitz werden gesondert kenntlich gemacht.

August Wagener war aus Weißenborn im Eichsfeld nach Sachsa gekommen, um sich hier eine Existenz als Klempnermeister aufzubauen. Er hatte einiges Geschick und vermutlich auch eine Marktlücke entdeckt, denn dem Handwerksbetrieb gliederte er ein Haushaltswarengeschäft an. Auguste ist gebürtig aus der Familie Westerhausen.
- 1718: Über dem Eingang [2008, Foto: Horst Möller]
- < 1853: Haus 64 in der Marktstraße
- >= 1853: Haus 76 in der Marktstraße: Familie Beiermann
- ca. 1875-1887: Marktstr. 76: Familie Seiert, Maurer
(darüber hds. August Wagner) - >= 1881: Marktstr. 66: „August Wagner (*21.02.1852 + Auguste Wagner *29.04.1855)

Sachsa, den 5 September 1881
„Gesuch des Klempnermeister August Wagener um Ertheilung eines Bauconsenses
Erlaube mir Wohllöblichen Magistrat die ergebene Anzeige zu machen, daß ich auf meinem Grundstücke zu meinem Bedarf eine Werkstele erbauen will die Größe und Dimensionen sind aus anliegender Zeichnung und Situationplan ersichtlich.
Die Werkstell soll massiv aus Bruchstein Kalkmörtel erbaut und das Dach soll mit Zink überdeckt werden
Und bitte Wohllöblichen Magistrat um gütige Ertheilung des Baucenseses.
Hochachtungsvoll Aug. Wagener“
- 1881/82: Marktstr. 66: Umbau u. Anlegung eines Ladens für Klempner August Wagner [StABS I.a.45 von 1881/82 Nr. 10];
auch Kuhstall, Ofen, Werkstelle, 23.08.1881 - 1882-1925: August + Auguste Wagner führen dieses Geschäft [Anzeige 1882]

Am 22. Mai 1882 erhielt August Wagener die Erlaubnis von der Stadt Sachsa, im Hause Markstraße 66 einen Laden bauen zu dürfen, um seine Waren feilbieten zu können. Vornehmlich vertrieb er Geschirr, aber auch Petroleumlampen und das Petroleum dafür. Schließlich machte er sich auch den Reinheitstrieb der Bevölkerung zunutze und verlieh Zink-Badewannen.
Wageners Geschäft florierte, denn er ließ den Laden mit einem Holzfußboden auslegen, was seinerzeit fortschrittlich war und das ständige Sandstreuen auf den Fußboden erübrigte.
Ab 1907 kam noch eine 6 x 2 m große Holz-Wäschemangel im Schuppen dazu, die über so manch schwere Zeit hinweghalf. Ein Korb Wäsche kostete damals zwischen 40 und 50 Pfennig.
Ab jetzt ist die Adresse, bis zum heutigen Tage, Marktstraße 66
- >= 1925: „Haus- und Küchengeräte“ Haushalt-Glas-Porzellan-Geschenke
Minna führt von nun an das ihr von Onkel u. Tante Wagener [sic!] übertragene Geschäft [100 Jahre Kurz] gemeinsam mit Willi Schmidt (*02.10.1899] - 1926: Wohnungsumbau und Erlaubnis zum Erstellen von zwie Schaufenstern, 12.05.1926.
- Ca. 1930: Willi Schmidt, Kellner auf dem Katzenstein.
Heirat, 3 Kinder: Heinz, Anita und ich (Gerlinde Kurz). [100 Jahre Kurz] - 1930: Auguste Wagner, Haus= u. Küchengeräte
August Wagner, Klempnermeister
Willi Schmidt, Kellner. [Einwohnerbuch 1930] - 1934: Umbau von Land- und Werkstatt, 05.03.1934
- 1935: Willi Schmidt, Haus- und Küchengeräte [Einwohnerbuch 1935]
- 1937: Strasse der SA 66 [Ausbildungvertrag Fahrschule Angelstein/Schmidt]
- 1950: 25jähriges Ehe- + Geschäftsjubiläum [ca. BSN 21.10.1950]

Willi und Minna Schmidt („Scherwenminna„)
Da das Ehepaar Wagener kinderlos war, nahmen sie die kleine Minna Nicolai an, deren Mutter gestorben war.
Minna und ihr Mann Willi Schmidt führten den Laden ab 1925. Der Sanitärbedarf wich im Laufe der Jahre Haus- und Küchengeräten.
- 1958: Willi Schmidt verstirbt [BSN ca. 13.12.1958].
Minna Schmidt tritt auf als Privatzimmervermieterin: 1 Zimmer, 2 Betten, Zimmer mit Fließwasser, Bad im Hause [Prospekt 1958] - 1967: Minna Schmidt überträgt das Geschäft auf Gerlinde Kurz (*18.04.1941)[100 Jahre Kurz] und Josef (Peppi) Kurz (*18.11.1938)
[Eintragung ins Handelsregister beim Amtsgericht]

1964
1967 wurde der Laden auf Gerlinde und Peppi Kurz übertragen, die in den folgenden Jahren „aus einem kleinen Wohnzimmer ein großes Geschäft“ machten. Das Sortiment wurde um Markenporzellan, Geschenke und einen Schlüsseldienst erweitert.



- 1969: Passage-Ausbau / Hauseingang verändert.
- 1979: Einbau Schlüsseldienst
- 1982: Jubiläums-Feier 100 Jahre „Haus der Geschenke“
[Harz Kurier, 22.05.1982]

„Vonner Klempnereje zun Hus dar Jeschenke -Hungret Johre Uffbow“
Von Gerhard Pfeiffer [Wieda/Bad Sachsa]


1987
Im Jahre 2004 übertrugen Gerlinde und Peppi Kurz das Geschäft an neue Inhaber, um in den Unruhestand zu gehen. In 37 Jahren wurden bei Kurz unter anderem 14 Lehrlinge ausgebildet und 21 Verkäuferinnen sowie 5 Büroangestellte beschäftigt. Allein das Stammpersonal zählte 6 Angestellte, die bis zu 20 Jahre dort beschäftigt waren.
2007 wurde das 1881 gegründete Geschäft für immer geschlossen. In einem Teil der Räume befindet sich heute ein Wäschegeschäft.
- 1995: Stadtsanierung: Außenfassade vorne, Vordach und Gaube
- 2004: Nach 37 Jahren Geschäftsübergabe 01.11.2004 an langjährige Angestellte: Inhaberin nun Karin Franckl [Harz Kurier]
- 2007: „Haus der Geschenke Gerlinde Kurz, Inhaberin Karin Franckl e.K.“,
die Firma ist erloschen zum 17.02.2007. - 2007: Neueröffnung „Wäsche & Dessous“ (Südtrikot GmbH), [Harz Kurier] durch die Firma Naturana Herstellerverkauf.
- 2016: Seit Mitte August steht eine Elektro-Ladesäule vor der Tür
[Foto: R. Boehm] - 2024: Fa. Naturana geht raus. Neuvermietung ab 01.11.2024
- 1718: Über dem Eingang [2008, Foto: Horst Möller]
- < 1853: Haus 64 in der Marktstraße
- >= 1853: Haus 76 in der Marktstraße: Familie Beiermann
- ca. 1875-1887: Marktstr. 76: Familie Seiert, Maurer
(darüber hds. August Wagner) - >= 1881: Marktstr. 66: „August Wagner (*21.02.1852 + Auguste Wagner *29.04.1855)
- 1881/82: Marktstr. 66: Umbau u. Anlegung eines Ladens für Klempner August Wagner [StABS I.a.45 von 1881/82 Nr. 10];
auch Kuhstall, Ofen, Werkstelle, 23.08.1881 - 1882: Marktstr. 66: „August Wagener [sic!] war aus Weissenborn im Eichsfeld nah Sachsa gekommen, um …als Klempner…“ und erhält am 22.05.1882 Erlaubnis, in diesem Haus Laden bauen zu dürfen.
(Geschirr, Petroleumlampen, Zinkbadewannen - 1882-1925: August + Auguste Wagner führen dieses Geschäft
Ab jetzt ist die Adresse, bis zum heutigen Tage, Marktstraße 66
- >= 1881: Marktstr. 66: „August Wagner (*21.02.1852 + Auguste Wagner *29.04.1855)
- 1881/82: Marktstr. 66: Umbau u. Anlegung eines Ladens für Klempner August Wagner [StABS I.a.45 von 1881/82 Nr. 10];
auch Kuhstall, Ofen, Werkstelle, 23.08.1881 - 1882: Marktstr. 66: „August Wagener [sic!] war aus Weissenborn im Eichsfeld nah Sachsa gekommen, um …als Klempner…“ und erhält am 22.05.1882 Erlaubnis, in diesem Haus Laden bauen zu dürfen.
(Geschirr, Petroleumlampen, Zinkbadewannen - 1882-1925: August + Auguste Wagner führen dieses Geschäft
- 1887: Marktstr. 66: Werkstatt u. Klemnerei erneuert sowie Kelleranbau
- 1894: Marktstr. 66: Das Hintergebäude brannte am 06.09.1894 ab
[ZfdH 08.09.1894] - 1898: Marktstr. 66: Ehevertrag zwischen Klempner August Wegener und Auguste, geb. Westerhausen [Original]
- 1904: Minna Nicolai wird als Stieftochter ins Haus aufgenommen
[100 Jahre Kurz] - 1907-1949: Im Schuppen kam noch eine 6×2 mtr. lange Holz-Wäschemangel dazu (Amerikanische Drehralle)
- >= 1925: „Haus- und Küchengeräte“ Haushalt-Glas-Porzellan-Geschenke
Minna führt von nun an das ihr von Onkel u. Tante Wagener [sic!] übertragene Geschäft [100 Jahre Kurz] gemeinsam mit Willi Schmidt (*02.10.1899] - 1926: Wohnungsumbau und Erlaubnis zum Erstellen von zwie Schaufenstern, 12.05.1926.
- Ca. 1930: Willi Schmidt, Kellner auf dem Katzenstein.
Heirat, 3 Kinder: Heinz, Anita und ich (Gerlinde Kurz). [100 Jahre Kurz] - 1930: Auguste Wagner, Haus= u. Küchengeräte
August Wagner, Klempnermeister
Willi Schmidt, Kellner. [Einwohnerbuch 1930] - 1934: Umbau von Land- und Werkstatt, 05.03.1934
- 1935: Willi Schmidt, Haus- und Küchengeräte [Einwohnerbuch 1935]
- 1941: Strasse der SA 66
- 1950: 25jähriges Ehe- + Geschäftsjubiläum [ca. BSN 21.10.1950]
- 1952: Willi Schmidt, Oberkellner
- 1956: Dach-Aufbau / 2. Etage. Willi Schmidt hat zusätzlich als Oberkellner u.a. auf dem Katzenstein, Ravensberg und Ratskeller gearbeitet
- 1958: Willi Schmidt verstirbt [BSN ca. 13.12.1958].
Minna Schmidt tritt auf als Privatzimmervermieterin: 1 Zimmer, 2 Betten, Zimmer mit Fließwasser, Bad im Hause [Prospekt 1958] - 1959 ff: Berufsausbildung der Gerlinde Kurz zur Einzelhandelskauffrau in Seesen, Fachschule für Glas-Porzellan-Keramik in Selb/Zwiesel (Bayern), diverse Dekorations-Lehrgänge usw.;
Josef (Peppi) gelernter Fernseh- und Feinmechaniker, Starkstrom-Elektriker, diverse Lehrgänge für den Schlüsseldienst. Fernstudium im Bürowesen und Geschäftsführung. - 1967: Minna Schmidt überträgt das Geschäft auf Gerlinde Kurz (*18.04.1941)[100 Jahre Kurz] und Josef (Peppi) Kurz (*18.11.1938)
[Eintragung ins Handelsregister beim Amtsgericht] - 1969: Passage-Ausbau / Hauseingang verändert.
- 1972: Umbau und Erweiterung des Geschäftes, Erstellung diverser Parkplätze,
Enbau einer Heizung/Warmwasseranlage. - 1974: Leuchtreklame-Werbeschild für Geschäftseingang.
Kanalisation neu mit Nachbarn in Richtung Ringstraße (mit Familie Schäfer und Ernst] - 1975: Laden-Einbau von Fa. Villeroy & Boch
- 1979: Einbau Schlüsseldienst
- 1980: Ausbau eines Heizungsraumes hinter dem Laden
- 1981: Laden-Einbau mit u.a. WMF-Abteilung + Fa. Hutschenreuther.
Wiedereröffnung nach Umbau 24.09.1981 [Flyer] - 1982: Jubiläums-Feier 100 Jahre „Haus der Geschenke“, 22.05.1982
- 1991: Anbringung eines neuen Werbeschildes fürs Geschäft
- 1995: Stadtsanierung: Außenfassade vorne, Vordach und Gaube
- 1996: Erstellung von 9 Parkplätzen sowie Anbau eines Lagerraumes mit Garage und Carport
- 1997: 30 Jahre Inhabergeburtstag (1967-1997)
- 2001: Neubau eines Treppenaufgangs und Überdachung zwecks Ladenverpachtung. Umbau mit Erweiterung des Schlüsseldienstes
- 2002: Neugestaltung des vorderen Ladens mit Malerarbeiten und Lampen.
Jubiläumsfeier 120 Jahre „HAUS DER GESCHENKE“ - 2004: Nach 37 Jahren Geschäftsübergabe 01.11.2004 an langjährige Angestellte: Inhaberin nun Karin Franckl [Harz Kurier]
- 2007: „Haus der Geschenke Gerlinde Kurz, Inhaberin Karin Franckl e.K.“,
die Firma ist erloschen zum 17.02.2007. - 2007: Neueröffnung „Wäsche & Dessous“ (Südtrikot GmbH), [Harz Kurier] durch die Firma Naturana Herstellerverkauf.
- 2016: Seit Mitte August steht eine Elektro-Ladesäule vor der Tür
[Foto: R. Boehm] - 2024: Fa. Naturana geht raus. Neuvermietung ab 01.11.2024:
Ladenlokal 110 qm, 2 Schaufenster, Passagenauslage 2seitig à 4 Meter lang, 0.5 Meter tief, Büro 9 qm, Lagerraum 21 qm. Langer, breiter Flur, ebenfalls zur Lagerung geeignet, 1 Toilette, 1 Abstellraum, 5 eigene Parkplätze, sowie städtische Parkplätze (2 Std. kostenlos) direkt vor dem Geschäft, weitere Infos per PN [Martina Kurz auf Facebook 18.08.2024]