Marktstraße
Siehe auch: Eulingsgasse
Siehe auch: Ratskellergasse
Siehe auch: Reinhardtgasse
Marktstraße 10 + 11..
Marktstraße 32 f (Brunnen, Bücherzelle, Tankstelle, WC).
Über die Marktstraße:
Ab hier Text und Bild zur Straße an sich.


„In meiner Jugendzeit waren es große Bäume. Im Frühling war es eine Blütenpracht. Im Herbst sammelten wir Jungen die Kastanien und brachten sie zu Förster Dörre“
heißt es in den „Erinnerungen eines alten Sachsaers“ von Kurt Fulst (2000).
unten: Die Marktstrasse um 1890/1895, (CDV, Kerstin + Dieter Lauenstein)

Vor der Apotheke bis zur Ecke Gasse zur Schachtbergstraße, war Stroh ausgebreitet. Für das Bunzlauer Geschirr, ew waren wunderschöne Steintopfwaren, bunt bemalt. Diese waren sehr beliebt.
Fritze Witter war auch dabei mit seinem Wurstladen vor dem Bauch und verkaufte Zieschen. Das waren kleine Würstchen, ungefähr 5-6 cm lang. Die kleinen kosteten 5 Pfennig und die großen 10 Pfennig. Wir Butges waren seine besten Kunden.
Ein anderer Wortlaut:
Naber [Anm: „Nachbar“] Weddige mit seinem Zieschenkasten muß die ganze Woche hasten, geht die ganze Strasse auf und ab, und keiner kauft ihm die Zieschen ab.
Für uns Jungens war es immer ein Vergnügen, die Budenreihe abzulaufen.
Fitze Witter war auch ein Original. Er fuhr mit der Karre durch die Stadt und rief aus:
„Heiße Fritze Witter: sammele altes Eisen, Lumpen und Papier. Wohne Schachtbergstraße 4.“
Auf der Stadtverordneten-Sitzung im Oktober 1907 wurden folgende Kosten bewilligt: „5. … c) für Neudeckung der Schul= und Marktstraße und der Verbindungsstraße von der Marktstraße nach der Tettenbornerstraße“
(BSN, 12.10.1907)

Zum Todestag von Horst Wessel wurde die Marktstrasse
durch die Nazis am 23.07.1937 bis zum Kriegsende 1945
in „Stasse der S.A.“ umbenannt.

Bauer Richard Schaft hatte sein Grundstück vor Bontche Camin. Eine große Einfahrt von der Marktstraße mit Scheunentor. Der Ratskeller ca. 1891 erbaut, wurde durch einen Brand nach dem zweiten Weltkrieg teilweise zerstört, wurde abgerißen. Die Faßade hätte stehen bleiben müssen, dahinter hätte was Neues entstehen können.“
(Kurt Fulst, 2000)