Moltkestraße 4

  • >1875 – 1885, Teil von: Brand 259: Müller (Lieutnant a.D.), unbebaut
  • 1884, Teil von Brand 259: Bau einer Villa für Lieutnant Müller (StABS XII.a.5)
  • 1885, Teil von Brand 259: Neubau eines Stallgebäudes neben der Villa für Lieutnant Müller (StABS XII.m.13)
  • 1938: Pension Hermann Kley
  • 1949, Moltkestr. 4: Antrag auf Darlehnsbewilligung zum Ausbau von Wohnräumen des Fremdenheims Haus Kley
  • 1952 Einwohnerbuch: Haus Kley, Frau Helene Kley

An den Magistrat in Sachsa
Sachsa, 14. August 1884

Lieutnand Müller schreibt u.a.:
„Das Dach des Wohnhauses soll mit Falzziegeln gedeckt werden. Die Wände desselben sollen mit Brandsteinen ausgefacht, äußerlich nicht übertüncht, das Holz aber gestrichen werden, nur die nord=westliche Wand soll eine Wetterüberkleidung von Brett oder anderem Material erhalten…“

1884, Villa für Lieutnant Müller in Bad Sachsa a/Harz [StABS XII.a.5]
Obwohl unsere Stadt offiziell „SACHSA“ heißt, wird auf dieser Bauzeichnung bereits 1884 von „BAD SACHSA“ gesprochen.

Herr Müller schreibt für seine Frau an die Polizeiverwaltung Bad Sachsa:
„… Situationsplan, nach welchem sie ein Nebengebäude zu Ihrem Wohnhause No 259 auf dem Brand erbauen lassen will zum Unterbringen von Brennholz und Kohlen, einige Ziegen und Schweine, einer Kutscher… … Die Decke des Kellergeschosses soll gewölbt, das des Daches mit Falzziegeln gedeckt… ….Ich bitte um die polizeiliche Baugenehmigung. Sachsa 23 Mai 1885 Müller.

1885, Stallgebäude
für Frau Müller
(„Villa Müller Bad Sachsa//Nebengebäude“)
(StABS XII.a.5)

Grundriss v. Erdgeschoss mit Pferdeställen und Kohlen-Stall
Grundriss v. I. Stockwerk mit Kutscherstube, Kammer, Holzstall und Wagen-Remise

Zum Baugesuche der Frau Lt. Müller. Hier. Moltkestr. No. 2.
„Anbau“ bzw. „Veranda“ in Richtung Moltkestrasse.
Der Zimmermeister Carl Heidecke jun. zeichnete mit Datum „Sachsa, den 10. Juni 1904“.

  • ca. 1906/1907, Moltkestr. 2: Witwe Aug. Müller
  • 1910, Moltkestr. 2: Frau Rittmeister Schreiber will die westliche Seite teilweise mit Brettern verkleiden (durch Zimmermeister Otto Heise)
  • >= 1913: Grundstück der Frau Ottilie Schreiber, geb. Müller
    bisher Haus No. 2 (StABS 2.21.2)

Ab jetzt, bis zum heutigen Tage, führt diese Villa die Adresse Moltkestraße 4.

  • 1913: offizielle Umnummerierung: jetzt Moltkestr. 4
  • 1913: Frau Rittmeister Schreiber will das gesamte Haus größtenteils verkleiden mit „Bretterbehank und Cementputz“
  • >=1914, Moltkestr. 4: Fremdenpension der Else Susemihl, geb. Harlaß

Mehr Information zu Else und Heinrich Susemihl
sind zu finden auf den Seiten

Mittelstraße 1 + Heinrich Susemihl


Einen Wintergarten der nicht alltäglichen Art entwirft der Maurermeister Otto Kaiser im Mai 1926 auf dem ehemaligen Grundstück der
Frau Lieutnant Müller, nun „Nachb. Krause“:
„Zeichnung zum Bau einer Halle für die Versorgungskasse der Fr. Stadt Hamburg, Moltkestr. 3, hier.“
PS: Otto Kaiser verdanken wir auch die vielen wunderbaren Villen auf dem Pfaffenberg

  • 1937: Pension Uhle [„Der Harz“, März 1937]
  • 1938: Pension Hermann Kley
1939 [AK: Slg. R. Boehm 2592]

„Ich wollte nur kurz mitteilen, daß wir hier gut angekommen sind. Mit der Bahn hat es nicht ganz so geklappt wie wir uns es gedacht hatten, in Halle mußten wir umsteigen und in Nordhausen wieder. Es ist aber alles gut gegangen. Nur hier an der Bahn war kein Fuhrwerk oder Gepäckträger aufzutreiben, wir mußten die beiden großen Koffer aufgeben und werden sie morgen erst bekommen. Die Zimmer, es ist ein Doppelzimmer mit je einem Bett gefallen uns sehr. Wenn etwas fehlt werden wir uns melden.“

  • 1949, Moltkestr. 4: Antrag auf Darlehnsbewilligung zum Ausbau von Wohnräumen des Fremdenheims Haus Kley
  • 1952 Einwohnerbuch: Haus Kley, Frau Helene Kley

Kurz darauf, spätestens 1955, wird das Hirnverletztenheim Haus Vogel eröffnet.

1959: „HAUS VOGEL / Bad Sachsa / Moltkestr. 4…“
„Hirnverletzten Kurheim / Inh. Gerhard Vogel…“
[AK vs+rs: Slg. R. Boehm]


So heißt es u.a. 1958: Erholungs- und Genesungsheime: Hirnverletzten-Kurheim, Inh. Gerh. Vogel.
Wegen Aufnahme direkt anfragen, 11 Zimmer, 35 Betten (sic!), Zimmer mit Fließwasser, Bad im Hause.
Nur für Mitglieder. (Prospekt 1958).

  • Erholungsheim Callsen, „Bundeswehr-Sozialwerk e.V.“

14.03.1985: „…Die Pension, das Essen u. d. Zimmer ist sehr gut, auch das Wetter ist … wohl etwas frisch, aber auch sonnig ohne Schnee und Regen. – Ich war auch schonmal mit meiner so lieben Frau hier. Vieles erinnert mich an Ihr!!! Ja wie schrecklich spielt das Leben doch mit manchen!!!. Sehr sehr schlecht kann ich alles vergessen!!! Ich gehe hier viel auch in einem Solebad u. viel alleine spazieren…“

  • 1992: R.+ H. Goldschmidt erwerben das Haupthaus.