Der Sachsenstein in Neuhof

Mehr Informationen zum Maler und seinen Bildern erfahren Sie unter: Curt Topel
Siehe auch unter: Der Sachsenstein und die Gipsindustrie.
Siehe auch unter: Die Sachsenburg.
Siehe auch unter: Der Sachsengraben
Siehe auch unter: Die Sachsensteinhöhle.
Siehe auch unter: Die Seelöcher
Siehe auch unter: Die Zwergenlöcher.
Künstler gaben sich den Gips in die Hand und beschäftigten sich mit unserem Sachsenstein (Stiche + Lithographien), der damals gänzlich unbewaldet war.
Das Forstamt Walkenried entschloß sich vor über 100 Jahren, eine Aufforstung zu wagen, deren Gelingen zweifelhaft war. 1851 wurden Kiefern auf der höchsten Erhebung, 1863 Fichten am Bahneinschnitt gesetzt, 1867 im Mittelstück. Das „Wagnis“ gelang. (BSN 23./25.11.1963)

1838. Sachsenstein [Der Harz in Bildern, Richter, 20 Ansichtskarten Serie II. No.13]





Der Sachsenstein im Südharz
(Harz Kurier/B.S.N., 09. März 1974, Walter Reinboth)
Auf der Geologischen Karte von Preußen und benachbarten Ländern ist der Sachsenstein als Zechsteingebiet ausgewiesen, die Zechsteinschicht mit etwa 350 m Mächtigkeit angegeben. Im wesentlichen ist das Gestein Anhydrit, schwefelsaurer Kalk, an seiner Oberfläche durch die Einflüsse der Tagesgewässer in Gips umgewandelt.
Der Westrand des Sachsensteins fällt steil ab. Der etwa 50 – 60 m hohe Steilhang ergibt ein markantes Landschaftsbild. Von der Höhe hat der Wanderer einen prächtigen Rundblick, aus der Talebene erhebt sich der weiße Berg als mächtige Kulisse.
Die Zechsteinformation liegt etwa 250 – 300 Millionen Jahre zurück. Das damals vorhandene sogenannte Zechstein-Meer ist durch Klimaänderung (Erwärmung) verdampft, die gelösten Mineralien sanken als Sediment auf den Grund.
Das zu Tal strömende Wasser zieht in die Tiefe, zerstört die ursprünglichen Oberflächenformen und bildet ein neues Landschaftsbild. Das an den Rändern der Gipslinse entlang fließende Wasser schafft Hohlräume, die einstürzen. Der Berghang bricht ab, das verstürzte Gestein wird im Wasser aufgelöst, wegtransportiert; so wird der Hang ständig zurückverlegt, der Gipssteilhang bildet sich. Von Badenhausen (bei Osterode) bis Walkenried und weiter über die Staatsgrenze [Anm.: 1974!] bis Nordhausen entstand der „Glint“, die Kette der Gipssteilhänge. Etwa 120 km lang liegt der Gipsgürtel mit seinen Störungen, Verwerfungen, und diese wiederum sind die unsichtbaren Regulatoren der Wasserläufe. So sind die mächtigen Quellen zu erklären, Rhumequelle und Salzaspring.
Aber auch an der Oberfläche der stehen gebliebenen Gipsberge sind durch die Verwitterungs-vorgänge Veränderungen zu beobachten. Das sieht aus wie „Des Teufels Ackerfeld“. Buckel und Löcher wechseln sich ab, das eine sind die Erdfälle, eingestürzte Gipshöhlen, das andere die Quellungskuppen, die in sich hohl sind. Diese Quellungskuppen sind entstanden, weil sich der Anhydrit durch Wasseraufnahme in Gips umwandelte, wobei eine bedeutende Volumenausdehnung eintritt. Sie kann bei flacher Lagerung der Schichten und fehlender Abdeckung zur Ablösung und blasenförmigen Aufwölbung der oberen 10 – 50 cm mächtigen Schichten führen. Diese Aufwölbungen werden im Volksmunde Zwergenlöcher genannt…

Hercynia Curiosa oder Curiöser Hartz-Wald
Dr. Georg Henning Behrens, 1703,
nachgedruckt 1899 in Nordhausen
Die größte von ihnen ist die „Waldschmiede“ im Blumenberge mit einem inneren Durchmesser von 7,50 m, Scheitelhöhe der Kuppel von 2 m und einer Wandung von 50 cm Dicke. Diese Höhle ging 1969 größtenteils zu Bruch, die Naturschutzbehörde ließ sie mit Estrichgips wieder ergänzen, das Experiment ist einigermaßen geglückt…
Elisabeth Gräfin von Wintzingerode im Tor zum Zwergenloch
[1979, Foto: Privatbesitz]

Mehr Fotos von dieser besonderen
Karst-Erscheinungen siehe unter
.… Vielen Lesern wird das Bild Ludwig Richters bekannt sein, das den 1838 völlig unbewaldeten Sachsenstein zeigt, etwa vom Bahnhof Bad Sachsa aus gesehen [siehe oben]. Das Bild ist übrigens als großes Wandgemälde, von dem leider inzwischen verstorbenen Göttinger Maler Trümper geschaffen, in einer Sachsaer Gaststätte („Krone“) zu sehen…
und heute im Wintersport- + Heimatmuseum Bad Sachsa.

Das Forstamt Walkenried entschloß sich vor über 100 Jahren, eine Aufforstung zu wagen, deren Gelingen zweifelhaft war. 1851 wurden Kiefern auf der höchsten Erhebung, 1863 Fichten am Bahneinschnitt gesetzt, 1867 im Mittelstück. Das „Wagnis“ gelang. (BSN 23./25.11.1963)
Verbindend und gleichzeitig trennend
Die Eisenbahn zwischen Bad Sachsa und Ellrich schneidet den Sachsenstein:
Entlang der Bahnlinie Bad Sachsa – Walkenried liegt die Burgruine Sachsenstein. An einem schmalen Pfad oberhalb der Bahntrasse befinden sich jedoch noch Reste eines Ziegelfundamentes und einige Treppenstufen, die nicht von der 1973 erbauten Burg Kaiser Heinrich IV stammen. Als die Bahnlinie Northeim – Nordhausen gebaut wurde, musste ein Einschnitt durch den Sachsensteinfelsen getrieben werden. Dabei wurden Teile der Burgruine vernichtet. Für die Sicherheit des Eisenbahnverkehrs an diesem Felseinschnitt sorgte ein Bahnbeamter, der mit seiner Familie in einem Haus direkt an der Bahnlinie wohnte. Die erwähnten Fundamentreste und eine Ansichtskarte von 1908 sind die letzten Zeugen aus dieser Zeit. [HK 25.09.2001]

Auf Facebook wurde im Juli 2020 zu einer solchen Ansichtskarte geschrieben:
A: Auf dem Foto links das alte Haus von Günther Pfeiffer seiner Eltern.
B: Die Familie, die auf Anruf die Schranke zwischen dem Kleinen und Großen Sachsenstein bediente, bestand aus drei Personen: Vater, Mutter (beide nicht mehr die Jüngsten), eine Tochter (vermutlich Jahrgang 1952/54, sehr hübsch!). Immer, wenn ich an sie denke, kommt mir der Name „Schrader“ in den Sinn. Der Vater (eine Hand war verkrüppelt) arbeitete im Gipsbruch Kranichstein in Neuhof. Er legte den Weg tagein tagaus mit dem Fahrrad zurück und sammelte bei seinen Arbeitskollegen die Essensreste ein, denn er fütterte am Bahnwärterhäuschen ein Schwein.
A: Das war der Opa Willi und es waren 6 Kinder, 3 Jungs und 3 Mädels.