Die Sachsensteinhöhle in Neuhof [*1860 – †1952]

1929 [M.Gelbke: Facebook am 10.10.2022]
BSN 29.07.1933

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Sachsenstein

Entdeckt bzw. erstmals bei Steinbrucharbeiten aufgeschlossen (und damals als Rittersbornhöhle bezeichnet) wurde sie bereits um 1860, bevor sie kurze Zeit später wieder zugeschüttet wurde. Als naturräumliches Gebilde existierte sie folglich über Jahrtausende, als zugängliche Schauhöhle jedoch nur rund 23 Jahre.
[Karstwanderweg.de]

„Die Höhle lag im südlichen Ausläufer des Sachsensteins im Gipskarst, unmittelbar über dem braunschweigischen Dorf Neuhof. Ihr Eingang wurde erstmalig um das Jahr 1860 bei Steinbrucharbeiten aufgeschlossen und zunächst wieder zugeschüttet. 1928 wurde sie erneut frei gegraben und am 5. Mai 1929 als Schauhöhle eröffnet.

Dr.-Ing. Friedrich Stolberg, Experte der Harzer Höhlenforschung, schrieb hierzu 1930:
Der Hauptreiz der Sachsensteinhöhle in ihrer Eigenschaft als Schauhöhle beruht … auf der Großzügigkeit des Raumeindruckes in Verbindung mit der Phantastik unterirdischer Blockmeere. Die Lage in unmittelbarer Nachbarschaft des Bades Sachsa dürfte auch die Vorbedingung zu einer einigermaßen günstigen wirtschaftlichen Weiterentwicklung in sich tragen.

1924 [AK-Kopie: Slg. Klaus Pfeiffer, Wieda]
[oben + unten links: 1930. AK: Slg. R. Boehm 2399]

Sachsensteinhöhle / Bad Sachsa (Südharz) / 5 Minuten vom Bahnhof.
Besitzer: Carl Bruchmann / Telefon-Amt Walkenried 29

[unten + oben rechts: 1938. AK: Slg. R. Boehm 4172]

1950er Jahre [AK: Slg. R. Boehm 1625]
[o.J., Lost Caves im Südharz – hier die von der Gipsindustrie zerstörte Sachsensteinhöhle, www.researchgate.net. Friedhart Knolle fa 7.9.2025]

Natürlicher Lost Place
Die Sachsensteinhöhle ist mittlerweile spurlos verschwunden. In unmittelbarer Nähe zur ehemaligen Lage der Höhle gab es ein 1988 stillgelegtes kleines Gipswerk. Einen bedeutenden Aufschwung erlebte das Gipswerk am Sachsenstein erst nach dem 2. Weltkrieg. Da der Steinbruch alsbald an die natürliche Vorkommensgrenze des hier anstehenden Gipssteines stieß, wurde mit der Planung begonnen, das Gestein oberhalb der Höhle abzubauen. Dass die Sachsensteinhöhle dadurch irreparablen Schaden nehmen würde, wurde in Kauf genommen. Und obwohl die Sachsensteinhöhle bereits als Naturdenkmal in das Naturdenkmalbuch des Kreises Blankenburg eingetragen war, wurde die Aufhebung dieses Schutzstatus beantragt.
Als schlagkräftiges Argument wurde wieder einmal der ansonsten drohende Verlust an Arbeitsplätzen vorgeschoben, wie die Braunlager Zeitung vom 27. Mai 1951 berichtete. Man malte an die Wand, dass ansonsten 35 bis 38 Leute ihre Arbeit verlieren würden. Das war also schon zu damaliger Zeit ein beliebtes Druckmittel der Gipsindustrie. Zur Aufhebung des Naturschutzes musste nun allerdings ein Gutachten über die Schutzwürdigkeit eingeholt werden.
Naturzerstörung im Harz?
Ein Gutachter bescheinigte anschließend, dass die Höhle abgebaut werden könne unter der Auflage, dass es einen engen Kontakt mit der Naturschutzbehörde zwecks Sicherung von vorgeschichtlichen Zeugnissen gibt, sollte solche vorliegen.
Die Harzer Höhlenforscher, allen voran Dr. Stolberg, erfuhren von dem der Höhle drohenden Schicksal erst 1951, als es bereits zu spät war. red.“
(„Natürlicher Lost Place: Diese Höhle wurde zerstört. Zerstörte Naturhöhlen – auch im Harz. Die Geschichte der Sachsensteinhöhle bei Neuhof ist ein Beispiel für verlorene Naturattraktiopnen. Harz Kurier 07.01.2025)

Die KI fasst Wikipedia so zusammen [10.09.2026]:
„Die Sachsensteinhöhle bestand nach ihrer Wiederfreilegung im Jahr 1928 und der Eröffnung als Schauhöhle am 5. Mai 1929 bis zu ihrer behördlichen Freigabe zum Abbruch und der darauffolgenden vollständigen Zerstörung im Jahr 1952.“

Braunschweiger Zeitung. 10.01.1952]

Geblieben sind die Erinnerungen. diese Ansichtskarten und die Mahnung,
dass die Arbeitsplätze nur auf Zeit ein Argument sein können,
die Zerstörung unserer Gipskarstlandschaft aber auf Dauer passiert.
Anders ausgedrückt:

So um 2050:
Ist der Gipsabbau vollzogen, sind die Arbeitsplätze weg und die Gipskarstlandschaft ist auch weg!