Nüxei
IN ARBEIT –
beim Lesen der Karte bitte ich um Eure Hilfe

Der Karte linker Teil (In Arbeit! Ich bitte um Ergänzungen!):

„Der Knick“ schlängelt sich von unten links nach oben rechts.
Dabei passiert er „Die Sachsenwarte“ [mit den Schranken, welche den Weg von „Die Sachse“ nach „Die Steina“ trennt] und den überdimensional groß dargestellten „Der Nüxheier Teich“ (hierunter „..Wittigeroder…
Unten links „Schartzfels“.

Unten mittig liegt „Osterhagen“, dort geht nach oben ab „Der Weg von Schartzfeld nach Clettenberg“. Weiter oben kommt vom „Steinaer Kirchholz“ ….

Der Karte rechter Teil (In Arbeit! Ich bitte um Ergänzungen + Verbesserungen!):

„Der Knick“ schlängel sich von oben links um die „Stette des verwüsteten Dorf`s Wittigeroda“ und den „Der Grodenhagener“ herum nach „Die Limlingeröder Warthe“.
Mittig liegt „Die alte Gerichtsstette“. Geht man den „…Weg von Schartzeld nach Clettenberg nach oben weiter, „Der Knick…“ wird an den „Nüxeyer Schlagbäume“ passiert in Richtung „Tettenborn“. 

„Bereits im Jahr 1420 taucht der Name als Wüstung NYTZENHAIN auf.
Die nächste Nennung ist erst von 1557 und lautet NICHSEHE.
Die graphemischen und zeitlichen Unterschiede zwischen den beiden Schriftzeugnissen lassen vermuten, dass die Siedlung zwischenzeitlich wüst fiel. Mögliches Ausgangswort ist der althochdeutsche Personenname Nizo, verbunden
mit -hagen (umfriedete Landfläche), das zu -hain wurde“.
(Wikipedia 24.03.2022)
Wer sich intensiver mit diesem Ortsteil beschäftigen möchte, dem sei die
„Chronik Nüxei“ (auch „Chronik des Weilers Nüxei“) von Burkhard Schmidt anempfohlen
ISBN 978-3-86948-826-4

„Der dem Forstamt Lauterberg unterstellte Krotenhagenforst, später Revierförsterei Nüxei genannt, erstreckte sich am Sudberg längst, nahe an Limlingerode vorbei bis vor die Tore von Stöckey. Dieses landschaftlich idyllische Gebiet bildet in Form eines Stiefels den südlichen Zipfel des Kreises Osterode – und war im Mittelalter der südöstliche Grenzpunkt der Grafschaft Scharzfeld-Lauterberg.
Während die Zugehörigkeit zum Amt Scharzfeld für das Gebiet Wittgerode-Nüxei-Krotenhagen unbestritten und eindeutig war, unterlag die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gemeinde Veränderungen im Laufe der Geschichte.
Wittgerode als Wüstungsflur wurde von den vier angrenzenden Gemeinden Tettenborn, Mackenrode, Steina und Osterhagen gemeinsam genutzt und erst im Zuge der Generalteilung 1860 zur Feldmark Steina gelegt. Die Bewohner des nach dem dreißigjährigen Krieg entstandenen Weilers Nüxei wurden als nach Osterhagen gehörig gezählt; erst 1943 wurde Nüxei nach Steina umgemeindet. Das reine Forstgebiet Krotenhagen unterstand keiner Gemeinde, sondern direkt der Amts- bzw. Forstverwaltung. Erst durch Einführung des Kommunalabgaben-gesetzes vor knapp 100 Jahren fiel es an die Feldmarkt Osterhagen.“
(Walter Baumann, Der Krotenhagenforst und die Osterhäger Förster, Auszug aus „Heimatblätter für den Süd-Westl. Harzrand“, Heft 21/1967, S. 39)

Im roten Oval:
1803
Auf der Karte der
„GRAFSCHAFT HOHNSTEIN, mit den HERRSCHAFTEN KLETTENBERG und LOHRA. Nro. 375“
liegen unterhalb der „Wittigeroder Wüstung“
das „Vorwerk“ über
„Nixey“
an der
„Poststrasse“

Um 1910 waren 5 Namen (sic!) für NÜXEI gebräuchlich (vgl. die folgenden Ansichtskarten etc.). Auch wenn viele der historischen Namen dieses Ortes bekannt sind, so ist doch die Bedeutung bis heute unklar geblieben!
[vgl.: Niedersäschsisches Ortsnamenbuch, Hrsg. Jürgen Udolph, Teil II, Die Ortsnamen des Landkreises Osterode von O. Ohainski und J. Udolph, Verlag für Regionalgeschichte Bielefeld 2000. ISBN 3-895 34-370-6].

Gruß aus Nüxei a. Harz. Vorwerk
[1913, Slg. R. Boehm A 348 vs.]

Den Gebrüder Grimm verdanken wir, neben der  bedeutenden Sammlung an Märchen, insbesondere das Grimm`sche Wörterbuch; dort wird ein „Vorwerk“ erklärt u.a. mit: ‚“‚landwirtschaftlicher zweigbetrieb einer domäne‘, ‚vorgeschobener wirtschaftsstützpunkt eines ritterguts‘, dem die bewirtschaftung einer bestimmten landfläche oder die pflege eines besonderen wirtschaftszweiges übertragen ist…“ [Bd. 26, Sp. 1929].
Dieses Vorwerk war ehedem zum Rittergut Tettenborn gehörig.
„Aus der Geschichte der Wüstung Wittgerode und des Weilers Nüxei“ schrieb Klaus Walter in einer Schülerjahresarbeit 1963 umfassend; diese ist einsehbar auf der absolut lohnenswerten Seite des „Karstwanderweg Südharz“ unter https://www.karstwanderweg.de/publika/sonstige/nuexei/index.htm

Zur weiteren Geschichte dieses „Vorwerk“ bitte scrollen.

Gruß aus Nüxei a. Harz. Vorwerk
[1913, Slg. R. Boehm A 348 rs.]

„Nixey b. Tettenborn, (Harz)
Meine Lieben! Aus der neuen Heimat senden wir Euch ein herzliches Gedenken. Wir haben uns noch ganz xxx, besonders die Kinder xxxx sich bisher xxxxx. Nüchterner schreibe ixxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx . Für heute xxxxxxx herzliche Grüße von Eurer treuen Familie Walter.“

Nixei und das Bottdörfer Holz.

Herr Walter [siehe oben],
diesmal wohnhaft in „Nixei“, beabsichtigt in der
„Rosenstiel`schen Gastwirtschaft zu Tettenborn“ [heute:  Dorfstraße 21, Gaststätte „Zur Erholung“]
Holz zu verkaufen, welches im BOTTDÖRFER HOLZ geschlagen wurde.
Aber wo ist das Bottdörfer Holz??
„Nach einem freundlichen Hinweis von F. Vladi, Osterode, (liegt) das Bottorfer Holz, bei dem die Wüstung vermutet wird, auf der Steilkante…

[Bad Sachsaer Nachrichten, 27.01.1917]

…des Stinkdolomits und (weist) eine ausgesprochen trockene Lage ohne jegliche Gewässer im Umfeld auf… Westlich des Bottorfer Holzes und des Bottdorfer Berges liegen allerdings die Nüxteichwiesen, in denen nach der Karte bei Kühlhorn, Wüstungen Bd. I S. 289 ein Bach versickert.„
[Uwe Ohainski und Jürgen Udolph: Die Ortsnamen des Landkreises Osterode, in: NIEDERSÄCHSISCHES ORTSNAMENBUCH, Jürgen Udolph Hrsg., Bd. II, S. 30 f]. Laut Heinz Duensing [mdl. in 2013] ist „Bottdorf“ ein „untergegangenes Dorf oberhalb des Weissensees, in dem Keramik hergestellt worden war.“. 
Burkhard Schmidt schreibt „Das Bottorfer Holz war ein hutfreies gemeinschaft-liches Waldstück der Herren v. Tettenborn und Consorten (9 Einwohner von Tettenborn). Es hatte eine Größe von 115 Morgen mit 12 Teilen, genannt nach der Wüstung Bottorf (1835/45).„

Gruß aus Nüxen

1904. Hotel Römerstein. Besitz Rich. Peix. [AK-Ausschnitt: Slg. R. Boehm A 347]

„Schon bald nach der Gründung betreiben die Gastwirte in Nüxei neben der Gastwirtschaft und der Paßkontrolle eine kleine Landwirtschaft. Sie halten sich Vieh und weiden damit die umliegenden Triften. Gegen 1660 dürfen sie sich auf Anweisung des Amtes Scharzfeld einen Kohlgarten zwischen ihrem Haus und der Landesgrenze anlegen. Darüber beklagen sich wiederum die Tettenborner, denn durch den Kohlgarten sei ihnen die Viehtrift verbaut. Gegen 1680 hat ein Martin Romeyer den Zollkrug inne. Auch während der Pestzeit (1681 – 1683) hat er viel zu leiden, denn die Tettenborner versuchen gewaltsam die Versperrungen und Verhaue zu durchbrechen und lassen sich zu Tätlichkeiten und Schlägereien mit Martin Romeyer hinreißen. Als Vergeltung zeigen sie ihn 1691 beim Amt Herzberg an, als sie ihn beim unerlaubten Fischen im Herzberger Tafelteich zu Nüxei ertapt haben. Daraufhin wurde Romeyer zu 50 Thalern Strafe verurteilt. Wer im 18. Jahrhundert den Posten als Grenzwirt in Nüxei innegehabt hat, ist schwer zu ermitteln. Von 1798 bis 1807 war Heinrich Christian Jordan als solcher tätig. Über seine Tätigkeit geht einiges aus dem Pachtkontrakt zwischen der Königlichen Kammer zu Hannover und Jordan hervor:

„Wir, Se. Königl. Majestät und Churfürstl Durchlaucht verordnete Cammerpräsident und geheime Räthe urkunden hiermit, daß wir den Krug zu Nüxhey dem bisherigen Pächter Heinrich Christian Jordan auf fernere 3 Jahre verpachtet haben. Wir tun solches dergestalt und also, daß derselbe mit allem Fleiße dafür sorge, daß die Gebäude, wie ihm selbige nach dem Inventario überliefert sind, im guten Stande erhalten werden. Dabey verpflichtet er sich, den Passagiers und anderen bey ihm einkehrenden Gästen mit aller Bescheidenheit zu begegnen, im übrigen aber richtige Bier und Brantwein Maaße zu halten und sich überhaupt als ein ehrlicher und gewissenhafter Wirth zu bezeigen. Nächst dem verspricht er auch, auf fremde und verdächtige Personen, in gleichen auf die durchreisenden Soldaten, fleißig zu achten, nach ihren Pässen zu fragen, selbige zu examinieren, bey verspürende Unrichtigkeit anzuhalten, und davon sofort dem Amt Scharzfeld zur weiteren Verfügung Anzeige zu tun. Auch hat derselbige die dortige Grenze fleißig zu absolvieren und alle Neuerungen und Beeinträchtigungen dem Amte gleichergestalt sofort anzumelden. Für den Genuß dieser Krug-Pacht hat bezeichneter Heinrich Christian Jordan jährlich 43 Thaler, 9 Groschen, 2 Pfennige an Pachtgelde zu bezahlen.

1908. Matthießen, der letzte Besitzers des Rittergutes von Tettenborn und Nüxei
[AK: Slg. R. Boehm A 349]

1831 hat sich der Postspediteur, Grenzvogt und Gastwirt Engelhardt zu Nüxei widerrechtlich ca. 1/2 Morgen Hutweidelands, der Gemeinde Osterhagen gehörig, angeeignet. Das Amt Scharzfeld hat entschieden, das Engelhardt das fragliche Gelände kaufen oder pachten soll und der Gemeinde Osterhagen den Schaden ersetzen soll. PRIVATISIERUNG DES GRENZKRUGES.
1866 wurde die Zollgrenze zwischen Hannover und Thüringen aufgehoben. Dadurch brauchte man in Nüxei keinen Grenzkrug mehr. Deshalb wurde dieses Gebäude mit Stallungen und Ackerland an Peix aus Limlingerode verkauft. Der veräußerte die Wirtschaft weiter an Hennecke aus Tettenborn. Dieser wiederum verkaufte sie an Wachtel aus Halle.Um 1900 wanderte Johann Rohrbach aus der Schweiz nach Deutschland ein. Bei Dr. Matthießen, Tettenborn, war er als Schweizer tätig. Am 1. April 1906 kaufte er die Gastwirtschaft mit 54 Morgen Ackerland von Wachtel. Sein Sohn Otto Rohrbach bewirtschaftet diesen ehemaligen Grenzkrug heute noch.Dieses Gebäude stand um die Jahrhundertwende unter keinem günstigen Stern. 1891 brannte die Scheune bis auf die Grundmauern ab. Sieben Jahre später (1898) brach erneut ein Feuer aus. Alle Gebäude wurden von dem Brand bis auf die massiven Grundmauern vernichtet.
Die Besitzer des früheren Zollhauses betrieben Gast- und Landwirtschaft. Nebenbei verdienten sie sich noch Geld, indem sie ihre Pferde vor die schweren Pulverwagen spannten, damit diese den Berg hinauf kamen. Diese Wagen kamen aus Harzgerode, Rottleberode u.a. Orten. Sie fuhren nach Minden (Westf.), Reyershausen, Wollbrandshausen, Wildemann, Hammenstedt u.a. Orten. Die meisten Wagen kamen von der Firma Eisfeld aus Harzgerode. In der Hauptsache wurde das Pulver zum Sprengen in den Steinbrüchen verwendet. Von der Höhe des Berges kehrten die Vorspänner zurück, nachdem man vorher einen kräftigen Schluck aus der Branntweinflasche genommen hatte.An diesem markanten Punkt steht eine uralte Eiche, die unter dem Namen „Branntweinseiche“ bekannt ist und wegen der Bedeutung aus früherer Zeit unter Naturschutz gestellt wurde.

[Auszug aus: WALTER, Klaus (1962): Aus der Geschichte der Wüstung Wittgerode und des Weilers Nüxei]

Wappen

„Am Wirtshaus war ein Lüneburgisches Wappen vom Jahre 1701 eingemauert.
Es ist anzunehmen, daß im Jahre 1701 ein Neubau errichtet und dabei die Steinplatte angebracht wurde.
Diese Wappen lag bis vor ein paar Jahren im Garten der Gastwirtschaft.
1956 verschenkte es

[25.07.2025, Foto: Christoph Braatz]

der heutige Besitzer, Otto Rohrbach, an die Gemeinde Steina. Dort wurde es in eine äußere Wand des neuen Gemeindebüros eingemauert.
Historisch gesehen hat dieses Wappen mit Steina nichts zu tun.
Früher gehörte Nüxei zur Gemeinde Osterhagen. Erst am 1. April 1934 wurde es nach Steina umgemeindet. Deshalb wäre es besser gewesen, wenn man das Wappen in Nüxei behalten hätte, oder aber man hätte es nach Osterhagen gegeben.“. [Auszug aus: WALTER, Klaus (1962): Aus der Geschichte der Wüstung Wittgerode und des Weilers Nüxei]

Im Januar 2011 wird der Grenzkrug zum Kauf angeboten [Baujahr um 1650, ca. 3.720qm Grund, ca. 192qm Wohnfläche, ca. 380qm Nutzfläche, Kaufpreis 199.000€]

Försterei Nüxei

„Die einzelnen Förster lassen sich schwer ermitteln. Der Reihenfolge nach waren die letzten: Damm, Rößling, Rietz, Phillip, Ewald und Steffens. Der zuletzt genannte wohnt heute noch im Forsthaus [Anm. R. Boehm: 1962]. Durch die Zonengrenze hat sich das Revier bedeutend verändert. Von den 350 ha großen Crotenhagen fallen durch die Zonengrenze 300 ha an die D.D.R. Dafür kommen 200 ha von der Mackenröder Forst hinzu.“
(https://www.karstwanderweg.de/publika/sonstige/nuexei/index.htm)

2004
Försterei
Karl Berger
[Foto: „HWD“ Helmut Walter Degenhardt]

Schäferei Nüxei

Herrschaftliche Schäfereigebäude zu Nüxei (heute Heinrich Wöge)
[Die äußerst schlechte sw-Kopie auf www.karstwanderweg.de 2020 wurde mit KI bearbeitet]

„Die Schäferei war schon seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts nicht mehr von einem Amtsschäfer betrieben worden. Vielmehr war sie ab 1825 mit der herrschaftlichen Schäferei zu Osterhagen zusammen an 8 Osterhäger Ackersleute für jährlich 266 Thaler, 16 Groschen verpachtet worden. 1850 wurde der Pachtvertrag gekündigt und die beiden Schäfereien von der Königl. Domänen Kammer zu Hannover für einen jährlichen Rentenbetrag von 280 Thalern an die Gemeinden Osterhagen und Steina verkauft. 1860 teilen sich die zwei Gemeinden die Schäferei, dabei erhält die Gemeinde Steina 3/7 der Hutfläche und das Schäferei-Haus in Nüxei, Osterhagen 4/7 der Hutfläche und das Schäferei-Haus in Osterhagen.

Der jährliche Anteil am jährlichen Rentenbetrag (4/7 von 280 Thalern = 160 Thaler) wird 1871 abgelöst. Kurze Zeit später der Steinaer Anteil.

Dann hat die Gemeinde Steina das Schäferei-Haus an Heinrich Wöge verkauft. 1909 baute sein Sohn Heinrich ein neues Wohnhaus, das alte nur einstöckige, kleine Häuschen dient jetzt als Geräteschuppen. heute bewirtschaftet dessen Sohn, der auch wieder Heinrich heißt, die ehemalige Schäferei.

(Klaus Walter auf: https://www.karstwanderweg.de/publika/sonstige/nuexei/index.htm)

Oben: HK 18.04.2015. Das ehemalige Rentengut in Nüxei ist heute ein Hengsthof.
Unten: HK 20.02.2016. Die Pferde von Daniela Böttcher haben einige Auszeichnungen erhalten.