Das Pfaffenholz und die Pfaffenholzschwinde
Siehe auch: Nixsee, Trogstein und Pfaffenholz-Schwinde
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Das Pfaffenholz, die Teufelsnadel und der Gipsabbau…
[vgl. u.a. die wunderbaren Seiten des Fördervereins Karstwanderweg;
hier: https://www.karstwanderweg.de/kww038b.htm
„Sturz der Teufelsnadel“ (Harz Kurier 04.12.2024) und „Streit im Südharz: warum stürzte die Teufelsnadel ein?“ (Thüringer Allgemeine, 04.12.2023).]

und nun rechts?
Eine „Rote Linie“ wird durch die Gipsindustrie nicht überschritten… –
sie wurde bereits überschritten! [17.03.2021, 11 Fotos: Ralph Boehm]







Wer denkt an UNSERE Arbeitsplätze (?!)
- „KARSTWANDERWEG, Neuhof 2,3 km/Tettenborn-Kolonie 750 m“.
- „Harzer Grenzweg, Pfaffenholz, nach links: Bachschwinde Pfaffenholz 0,4 km…“.
- „Grünes Band Deutschland“.
- „Themenroute Historische Grenzen, AM PFAFFENHOLZ, Tettenborn Kolonie 0,6 km…“.

seinen altem Buchenbestand rekultiviert…
Und so sah es bis 2023 aus: Die Teufelsnadel

Friedhard Knolle:
Das Ende einer Legende – die „Teufelsnadel“ im Pfaffenholz bei Bad Sachsa-Tettenborn stürzt in die Tiefe
Jüngst erlebten Fotografen, die mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde für Herbstaufnahmen ins Pfaffenholz bei Tettenborn kamen, eine Überraschung. Noch im September dieses Jahres thronte die „Teufelsnadel“, eine natürliche Gipssäule von über 5 Metern Höhe, über der Pfaffenholzschwinde und hob sich weiß leuchtend gegen die mächtigen Buchen und Ahorne ab. Am Montag, dem 30.10.2023 war die Säule aber plötzlich verschwunden. Nein, es war kein Nebel oder der falsche Ort. Die „Teufelsnadel“ fand sich bei genauerer Betrachtung in der Tiefe – herabgestürzt von ihrem Sockel hoch über der Schwinde und zerborsten.
„Solch eine Karstbildung findet sich im ganzen Südharz nicht noch einmal. Ein Naturphänomen, auf das sicher viele Bürger der Region zu Recht stolz waren,“ so Ursula Schäfer vom BUND Thüringen, die hier im Rahmen eines von der Deutschen Postcode-Lotterie geförderten Projektes unterwegs ist.
Das Gebiet zwischen Neuhof und Tettenborn-Kolonie besteht im Wesentlichen aus Gips-Steinbrüchen der Firma Saint Gobain. „Umso wichtiger ist es, die noch verbliebenen Reste zu erhalten, die wertvolle intakte Natur tragen,“ so Schäfer. Das Pfaffenholz bei Tettenborn ist die letzte alte Waldinsel im Gebiet und steht unter Naturschutz. Sie beherbergt tiefe Erdfälle sowie eine Bachschwinde und ist umgeben von beeindruckenden Gips-Felswänden. „Die Krönung war die „Teufelsnadel“, die wie ein Wahrzeichen für dieses Kleinod stand. Das ist das Ende einer Legende“, so das Fototeam.
Der Gipsabbau ist mittlerweile von zwei Seiten so nah an das Pfaffenholz gerückt, dass die Teufelsnadel auch Erschütterungen durch den Abbau und die lauten, oft Stunden lang zu hörenden Hydraulikmeißel, ausgesetzt war. Auch die alten Bäume am Rande des Schutzgebiets zeigen Trockenschäden und Verletzungen durch die Freistellung, denn der westliche Anschluss ans Pfaffenholz trug bis vor Kurzem noch alten Wald – nun klafft dort ein Gipsbruch. Am östlichen Pfaffenholzrand ist der Gipsabbau so tief, dass dort Wasser steht.
Der BUND ruft alle Zuständigen auf, dafür Sorge zu tragen, dass der Gipsabbau nicht weitere Schäden im Pfaffenholz hervorbringt, seien es Felseneinstürze oder Zerstörungen der einmaligen Wasserführung. Das heißt aber: Abstand vom Pfaffenholz und keine tiefen Abgrabungen in der Umgebung!
Fotos: Die Teufelsnadel im Pfaffenholz – Aufnahmen vor und kurz nach dem Einsturz. Aufnahmen: Ursula Schäfer.
