Pfaffenwiese 2 [* 1771 bis † 1956]
1936
„little house in the PFAFFENWIESE“
[Foto: Slg. R. Boehm]

- Erbaut zwischen 1765 und 1771
- < 1853: Haus Nr. 184 in der Pfaffenwiese
- > 1854: Haus Nr. 226 in der Pfaffenwiese, Familie des Schneiders Polle
- > 1890: Pfaffenwiese 2, Eigentümer sind die Geschwister Schröder
- 1934/1935: Abriß der Scheune.
- 1954: Familie Fritz Witter [4 Erwachsene + 1 Kind] bewohnt dieses alte Fachwerkhaus, welches sich im Eigentum von Jupp Gremm befindet.
- 1956: Abriß des Hauses
- 1957: Nachbar Eduard König bemängelt den Zustand des „Baugrundstückes“ seines Nachbarn [StABS]
- Um 1959 wird Herlindes Wedler Eigentümerin.

Unter der Last des Erkers drohte das ansonsten für Bad Sachsa typische Haus, welches Anfang der 1950er vier Erwachsenen und einem Kind ein Heim bot, zusammenzubrechen.
[< 1956,
Foto: Slg. R. Boehm]
1935 wird der Abriß der damals dazugehörenden Scheune der Schröder`schen Erben unter Aufsicht des Bauunternehmers Gremm vollzogen.
„Die Entfernung muß sofort erfolgen, da der Kindergarten der N.S.Volkswohlfahrt in dem Grundstück untergebracht wird…die Kindertagesstätte bereits am 20.d. Mts. [Mai 1935] eröffnet werden soll…“. Dazu scheint es aber nicht gekommen zu sein, jedenfalls lässt sich hierzu keine weitere Notiz finden.
1941 finden sich im Stadtarchiv zwei kleine Mitteilungen des damaligen Bürgermeisters Werges u.a. an den Bezirksschornsteinfeger in Ellrich:
„Betr. der Schornsteinangelegenheit bestehen keine Bedenken, gerade jetzt bei den Kriegsverhältnissen, daß an den vorhandenen Schornstein ein Ofen in der betr. Stube angeschlossen würde…“. Auch wird die Eigentümerin aufgefordert, die zwei unbewohnten Räume zu vermieten, damit Steuerschulden bezahlt werden.
Unter der Last des Erkers drohte das ansonsten für Bad Sachsa typische Haus, welches Anfang der 1950er vier Erwachsenen und einem Kind ein Heim bot, zusammenzubrechen.
„In diesem Haus wohnte eine Familie Witter . Der Mann hatte den Spitznamen Wippelbaum. Immer, wenn wir aus der Schule kamen, klopften wir bei Wippelbaum ans Fenster und rannten schnell weg. Wippelbaum kam heraus und drohte uns, aber wir waren schon außer Reichweite.“ [Werner Scholten, Facebook 19.05.2022]
„Das weit über 100 Jahre alte Fachwerkhäuschen befindet sich in einem völlig verbrauchten und stark baufälligem Zustand“, und so erhält Jupp Gremm 1955 die Genehmigung zum „Abbruch des Wohnhauses mit Wirtschaftsgebäude“ [StABS]
- 1959 wird der Apotheker Dr. Werner Lier hier ansässig.

Seit einigen Tagen schon grüßt von der Fassade des Neubaus in der Pfaffenwiese 2 die Leuchtschrift
„Kurapotheke“.
…Heute ist die offizielle Eröffnung durch den Inhaber und Pächter Dr. Werner Lier.
[Links/Unten:
Göttinger Tageblatt / Bad Sachsaer Nachrichten 01.07.1959]
„Ein altes, baufälliges Fachwerkhaus mußte in Bad Sachsa an der Pfaffenwiese verschwinden, wurde abgerissen und gab dem schmucken Zweckbau Platz, der in hellen OTAVI-Klinkern, wie sie auch an der neuen Jugendherberge zu finden sind, ein lichtes Bild bietet. Der erste Spatenstich zu den Ausschachtungsarbeiten wurde am 8. Oktober 1958 getan – durch die Bauunternehmung Gremm in Bad Sachsa, die für Planung und Gesamtausführung verantwortlich zeichnet.

Der Kurort hat nun seine zweite Apotheke, eine solche, die der Stadt zur Zierde gereicht.“

- Mitte der 1970 wird Apotheker Wolf K. Bitzer hier ansässig.

Kur-Apotheke, Dr. Werner Lier
Stadt- u. Badeapotheke, Werner Voge
Rechts: 03.10.1987
Kur-Apotheke, Wolf K. Bitzer
Stadt-Apotheke
Ravensberg-Apotheke, M. Gieske
St. Nikolai-Apotheke, Dr. M. Wedler



Januar 2009
- Circa 2005 verkauft Herr Bitzer seine Apotheke an Herrn Rolffes [Eigentümer der Stadt-Apotheke], der diese Apotheke umgehend schließt.
- Mitte der 2010er Jahre: Die Praxis für „PHYSIONTHERAPIE & MASSAGE WULZE & BERG“ ist hier ansässig.




Der zweite Besitzer war Herr Bitzer, der die „Kur-Apotheke“ an Herrn Rolffes verkaufte [gleichzeitig Eigentümer diverser Apotheken, u.a. der hiesigen „Stadt-Apotheke“]; dieser schloss direkt nach Erwerb diese Apotheke endgültig in 2005. Den Auswirkungen der Gesundheitsstrukturgesetze [vgl. insbesondere…..] fielen zuerst die diversen Kurheime, leider eben auch in Bad Sachsa, zum Opfer; anschließend halbierte sich die Zahl von zwischenzeitlich 4 Apotheken auf nunmehr eben noch zwei. Seit rund einem Jahrzehnt beherbergt dieses Gebäude eine Physiotherapie- und Massagepraxis.
Der „schmucke Zweckbau…, der in hellen OTAVI-Klinkern, ein lichtes Bild bietet…“ und „der Stadt zur Zierde gereicht“ [1959] war gestern! Seit 2020/2021 jedenfalls leuchtet das nunmehr verputzte Haus in noch helleren freundlichen Farben.



Die Firma
„Helmut Eilhardt/Malermeister“
wird tätig
[19.08.2025, Foto: R. Boehm]