Pfaffenwiese
Über einzelne Adressen:
Pfaffenwiese 4
Über die Pfaffenwiese:
Ab hier Text und Bild zur Straße an sich.



Die Pfaffenwiese wird bereits 1692 erwähnt [Hallbauer Band I, S. 380];
sie verdankt ihren Aufschwung und somit diese Art Häuser Friedrich dem Grossen: „Da in quantitativer Hinsicht der Wohlstand von der Bevölkerungszahl abhängt, suchte Friedrich der Grosse Preussens Volkszahl durch eine planmäßige Ansiedlungspolitik zu vergrößern… So begab sich der für die Grafschaft Hohenstein zuständige Rat Müller aus Halberstadt im Jahre 1764 auf Dienstreise, die ihn auch nach Sachsa führte„. Seinem Protokoll vom 18. August des selben Jahres können wir Folgendes entnehmen:
„Da sich auch noch ein Baulustiger angefunden hat, aber keine Plätze vorhanden, so ohne Schwierigkeit aus der Hut und Weide genommen werden könnten, so habe ich mich nach anderer Gelegenheit umgesehen und findet sich alhier dichte am Orte eine der Kirche zugehörige steuerbare Wiese, so der zeitige Pastor loci Salarii nutzet. Hierauf können mindestens 10 – 12 Häuser nach hiesiger Größe ihre Plätze finden… .. der Pastor loci erkläret, daß er zufreden seyn würde, wenn ihm die hiesige Cömmerey für die Pfaffenwiese jährlich 12 Rthlr. erlegte.„
„Nach Erledigung der juristischen Formalitäten wurden am 20. Juni 1766 die Verträge mit folgenden ersten Siedlern abgeschlossen:
Zimmermeister Joachim Matthias Höche; Andreas Cristoph Günther [ein Ackermann]; Wilhelm Pfeiffer; Johann Heinrich Lintzel; Joh. Christian Grimm ein Landgespann [Fuhrmann]; Johann Gottfried Kirchner; Höche und Günther hatten bereits im Jahre 1765 begonnen. Wenig später kamen hinzu:
Leinewebermeister Joh. Caspar Stecher; Philipp Aurin; Uhrmacher Joh. Conrad Henne; Joh. Friedr. Linsel; John Heinrich Engelmann; als zwölfter machte der Maurer Johann Christoph Köhler den Beschluß. Wegen einiger Normüberschreitungen konnten anstatt 15 nur 12 Siedler auf der Pfaffenwiese Platz finden.“
Ein Einzelfällen gab es trotz staatlicher Hilfe drückende Not. „So war z.B. der aus dem Hülferschen Regiment entlassene Zimmermann Wilhelm Pfeiffer wieder nach Küstrin beordert worden, und seine Frau Maria Eleonore hatte sich bei der hiesigen Kirchenkasse hoch verschulden müssen; der Zinsendienst fiel ihr besonders schwer. 1767 mußte Andreas Günther vor dem Magistrat dem Weiterverkauf seines noch unfertigen Hauses zustimmen, falls er es innerhalb der ihm bewilligten Frist „pro anni“ nicht fertigstellen könnte.„
Der König trieb zur Fortsetzung des Siedlungswerkes: „und muß als gethaner Anbau ferner gehörig poussieret werden“ [4.X.1769], „damit also dieses Etablissement Pfaffenwiese im künftigen Frühjahr völlig besetztet und perfektioniret werde“ [17.X.1769]. Der letzte Vertrag mit Joh. Christoph Köhler wurde am 15.7.1771 mit der Auflage abgeschlossen, daß der Bau noch in diesem Sommer fertig werden müsse…
„Die Tatsache, daß von den 12 Namen der Neusiedler aus der Zeit vor 200 Jahren bis heute nur noch 5 übrig blieben (Aurin, Engelmann, Köhler, Pfeiffer und Stecher) stellt der Familienforschung eine interessante Aufgabe.“ [BSN „A-Z“, 11.Sept. 1971]
„1852 wird die Pfaffenwiese beschottert“ [G. König, S. 8]

rechts daneben die „Autovermietung Richard Fiemel“. [Foto: Slg. R. Boehm]

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