Problembäume
Sie wissen bisher nicht,
was PROBLEM-BÄUME sind?
Hier nun die Antworten:
rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln…
„Dornen in Autoreifen: 15 Problembäume sind gefällt“

… aber der Reihe nach…
schauen wir ca. 140 Jahre zurück:




„Die vierzigjährigen Linden der Lindenstraße…sind niedergelegt worden“
„…aber es sollen ja wieder neue Linden gepflanzt werden, und zwar schon einigermaßen herangewach-sene, so daß die Straße in einigen Jahren wieder ihren alten Charakter erhalten wird und außerdem werden wir doch nun in der Lindenstraße auch einen menschenwürdigen Fußsteig bekommen, nachdem die Baumwurzeln dort das Pflaster an einzelnen Stellen geradezu wellenartig gehoben hatten, was im Winter schon mehrfach zu Ungkücksfällen geführt hat…“
(BSN 19.02.1927)


Das Problem mit den Bäumen war also gelöst.
Bis zum 2. Oktober des selben Jahres 1927, dem 80. Geburtstag Hindenburgs, war die Strasse top vorzeigbar und bereits dem Anlaß entsprechend umgetauft worden in: Hindenburgstraße!
So konnte auch in unserer Stadt „der Geburtstag des Reichspräsidenten gebührend gefeiert“ werden. „Am Sonnabend abend veranstalteten die vaterländischen Verbände [Kriegervereine, Schützenkompagnie, Stahlhelm und Wehrwolf] einen Fakelzug zu Ehren Hindenburgs, der sich von der Bahnhofsstraße durch die Marktstraße, Schulstraße und Hindenburgstraße bewegte und vor dem Kurhotel Schützenhaus aufgelöst wurde. Die Straßen zeigten hierzu Flaggenschmuck, Lichterglanz und Buntfeuer. In hellen Buchstaben auf einem großen Transparent leuchtete der neue Name der früheren Lindenstraße HINDENBURG=STRAßE…“
[BSN 04.10.1927]


[1927, AK: Slg. Herbert Lemmer]


1936: Die Straße ist geteert, die Bürgersteige sind mit Kleinpflaster befestigt,
sogar Hydranten sichern den Feuerschutz:
funktional – aber schön geht anders!
[Foto: Slg. R. Boehm]
1939: wozu brauchen wir Bäume ?? Fahnen sind nun der angesagte Schmuck !!
[3 Fotos: Slg. Henning]





1982
wird nochmals konstatiert: Die Hindenburgstraße kann nicht bepflanzt werden!
[HK 27.05.1982, Ausschnitt]

Im Rahmen der Stadtsanierung kommt aber nun Bewegung in unsere Stadt
[HK 18.09.1989]

Im Rahmen der „Stadtsanierung“ wird auch die Hindenburgstraße runderneuert (gestaltet, gepflastert… und Bäume werden gepflanzt).
Bei der Gelegenheit werden auch die Gas- und Wasserleitungen erneuert.


Die Stadtsanierung war ein Segen für das hiesige Handwerk, die Optik und für eine deutlich bessere Entwicklung im Vergleich zur Nachbarschaft –
und für den Anfang einer konsequenten Begrünung des Heilklimatischen Kurortes.

16.06.2007 [Foto: Horst Möller]
Aber: „Das Problem ist vielschichtig“
Seifert betonte noch einmal, dass es sich hierbei um kein reines Wahlkampfthema handelte. UNS TREIBT DIESES PROBLEM SEIT MINDESTENS ZWEI JAHREN UM…“
Da ist es wieder: ein Problem!
[HK 01.09.2016]
„Flankiert wird die Straße von insgesamt 47 sogenannten Lederhülsenbäumen… Diese sind nicht nur unattraktiv, sondern aus mehreren Gründen gefährlich…
…eigentlich eine Vorzeigestraße… aktuell aber voller Stolpersteine, da die Wurzeln der Bäume das Pflaster hochgedrückt haben [Anm.: vergleiche die Artikel BSN 19.02.1927 + 27.05.1982]. „Reifen und Schuhe durchstochen. Viel gravierender ist für ihn [Hermann Seifert] aber, dass die Bäume bzw. die Dornen, die sie abwerfen, eine Gefahr darstellen. ICH KENNE AUTOFAHRER, DEREN REIFEN DURCHSTOCHEN WURDEN UND AUCH HUNDEBESITZER, DEREN TIEREN DIE DORNEN HERAUSOPPERIERT WERDEN MUSSTEN…
Seifert betonte noch einmal, dass es sich hierbei um kein reines Wahlkampfthema handelte. UNS TREIBT DIESES PROBLEM SEIT MINDESTENS ZWEI JAHREN UM…“


Schauen wir und das Problem genauer an; was sagt Wikipeda [07.08.2026]:
Die Amerikanische Gleditschie (Gleditsia triacanthos), auch Dreidornige Gledischie, Honigdorn, Lederhülsenbaum, Federbaum oder Falscher Christusdorn genannt, ist eine Pflanzenart in der Gattung der Gleditschien aus der Familie der Hülsenfrüchtler [Fabaceae).
Die Amerikanische Gleditschie ist in den zentralen und östlichen Teilen der USA beheimatet. In Südeuropa ist sie häufig eingebürgert, in Mitteleuropa sind Verwilderungen dagegen eher selten. In Deutschland wurde sie z. B. in Köln verwildert gefunden.
Sie ist in Mitteleuropa völlig winterhart und wird hier häufig in Parks und Anlagen gepflanzt. Wegen ihrer Anspruchslosigkeit wird die Amerikanische Gleditschie in Mitteleuropa und Nordamerika (z. B. in New York City) gelegentlich auch als Straßenbaum verwendet.
Auch im Folgejahr: „Die Bäume bleiben ein Problem“ [HK 14.09.2017]
„Wird das Problem schlimmer, müssen wir vielleicht den Bürgersteig sperren“,
wird der Bauamtsleiter Spieweck zitiert; und der „Einwohner Hermann Seifert wollte wissen, ob… noch 35000 € im Haushalt für Sanierungsmaßnahmen eingeplant seien -oder eben nicht.“ [Anm.: und Hermann Seifert kennt den Haushalt der Stadt…]. Stefan Spieweck teilte mit, dass das Problem natürlich bekannt sei, die Mittel aktuell aber nicht vorhanden seien.“

Und Ende des Jahres, Ende mit dem Problem? [BSN 09.12.2017]
Natürlich nicht: „keine Lösung des Problems in der Hindenburgstraße“, obwohl gleich drei Varianten präsentiert wurden:
Variante 1:
46 Bäume werden entfernt [waren es nicht 47?], Gewege erneuert und neue Bäume gepflanzt. Kosten: 125.000 €
Variante 2:
13 der schlimmsten Bäume werden gefällt und Gehweg erneuert. Kosten: 30.000 €
Sollten auch Bäume erneuert werden, würden für jeden ca. 6.000 € hinzukommen.
Variante 3:
Kappung der Wurzeln, um im Anschluss das Pflaster wieder herunterzudrücken.
Und was sagen die Bauausschussmitglieder:
„Wir wollten alles wegnehmen, um Ruhe zu haben“,
„Komplettlösung: Flickerei bringt nix, das sieht am Ende wie im Osten aus“,
„Schnell handeln, um die Rolator Berg- und Talbahn verschwinden zu lassen“.
Also zurück in die Fraktionen zur Beratung…

Was nun über Weihnachten passierte, entzieht sich meiner Kenntnis, aber:
Diverse „ProblemBäume“ wurden entnommen,
die Fehlstellen sauber zugepflastert…
[04.07.2018, Foto: Ralph Boehm]

Persönlicher Kommentar:
Ich bin gespannt auf die zukünftige Entwicklung.
Vermutlich werden in naher Zukunft auch die restlichen Bäume zu „ProblemBäumen“ erklärt und müssen daher radikal beseitigt werden.
Vielleicht werden anschließend wieder Linden gepflanzt…
Ralph Boehm [im August 2025]



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