Rehgässchen – Rehgasse

G. Liesegang, Schulze, Emil Lohoff, August Dreger, Carl Spicher, Raude und Otto Kaiser.
[1909, Protokoll: StABS XVI,c,26] Den kompletten Akt finden Sie hier unter AKTE.
Das Rehgässchen verdankt seinem Namen dem Hotelbesitzer August Frind, der hier um 1900 bis vor kurzem sein Rehwild im „Rehgarten“ hielt, um für sein Hotel immer Frischfleisch vorrätig zu haben. Vielleicht machte die Nutzung eines Eiskellers den Rehgarten überflüssig. Jedenfalls gab es Interesse am Verkauf und von Bauwilligen an diesen Grundstücken und wohl deshalb stellte Frind an das Kollegium des wohllöblichen Magistrats einen Antrag, welcher dahin lautet, „die nach dem Stadtbebauungsplan als Fahrstraße auszuweisende Verbindungsstraße zwischen Thalstraße und Steina`er Straße“ längs dem Huweschen Grundstück lediglich als Fußgängerweg auszubauen, also nicht eine Breite von 10 Metern, sondern von 2 Metern, zu nutzen; dementsprechend mehr Platz bliebe für die angedachten Neubauten. Auf eigene Kosten hatte Frind bereits einen solchen einfachen 2 Meter breiten Weg angelegt, und dieses auch dem Magistrat seinerzeit zur Kenntnis gegeben.
Der Magistrat allerdings hielt an dem um 1900 angelegten städtischen Bebauungsplanes fest; und in diesem war nun mal vorgesehen die „Verbindungsstraße zwischen Thalstraße und Steina`er Straße“ – also 10 Meter breiter Ausbau. Der Antrag wurde (1909, auch ein wiederholter 1910) negativ beschieden. Tatsächlich ist das Rehgässchen auch heute noch vorhanden – und die Grundstücke bebaut… [vgl. StABS XVI.c.26]

[Foto: R. Boehm]

