Reinhardtsbrunnen im Kuckanstal [seit 13. Juli 1889]

„Einen weiteren Gegenstand der Besprechung bildete der Brunnen im Guckansthale.Der Vorsitzende machte der Commission die Mittheilung, daß Herr Reinhardt in Reudnitz -, nachdem derselbe im Sommer 1888 der Commission 50 Mk. zu Verschönerungszwecken überwiesen, wofür dieselbe mit dem Bemerken gedankt , daß die 50 Mk. zur Herstellung des Brunnens im Guckansthale verwendet werden und dieser den Namen REINHARDSBRUNNEN erhalten solle, – zu Christtag v. J. eine zweite Spende von 50 Mk. der Commission gesandt habe. Im Namen der Commission hatte dann der Vorsitzende dem Herrn Reinhardt am 28. d. M. schriftlich für diese wiederholte Opferwilligkeit seinen besten Dank abgestattet, und dabei bemerkt, daß nun die Herstellung des Brunnens um so besser und solider bewerkstelligt werden könne, und so auch noch spätere Generationen von dem opferfreudigen und thatkräftigen Gemeinsinn eines Sachsa`er Kindes Zeugnis ablegen würde…“ [Zeitung für den Harz]

„Nach dem in der vergangenen Woche die Arbeiten am REINHARDTSBRUNNEN vollendet worden waren, wurde am Sonnabend den 13. d.M. die Einweihung dieses Brunnens vorgenommen. Zu dem Ende hatten sich am gedachten tage Abends die Mitglieder des Magistrats und der Verschönerungs=Commission, außer-dem die Herren Meister Kälz sen. und jun., Beiermann und Adam, welche sich direkt an der Herstellung des Brunnens zund zwar Herr Kälz jun. in hervorragender Weise betheiligt hatten, mit den beiden tüchtigen Gesellen Lohmann und Polle und dem Bademeister Meisner nebst den Arbeiterinnen Höfer, Malter und Polle ein-gefunden. Der Vorsitzende der Verschönerungs=Commission, welcher die Arbeiten am Brunnen geleitet hatte, erläuterte zunächst in einigen Worten die Entstehung des Brunnens in seier jetzigen Verfassung. Dieselbe war ja nur dadurch möglich geworden, daß Herr Reinhard in Reudnitz=Leipzig in freisinniger Weise die nothwendigen Mittel der Versch.= Commission überwiesen hatte. Ihm gebühre deshalb der erste und hauptsächliche Dank, welchem man nicht besser Ausdruck geben könne, als daß man dem Brunnen seinen Namen gäbe. Aber auch den Herren Meistern nebst ihren Gesellen und Arbeitern sei die Commission zu großem Dank verpflichtet, da es nur in Folge ihrer Umsicht und regen Thätigkeit gelungen sei, die mancherlei Schwierigkeiten beim Bau zu überwinden. Hiernächst übergab der Vorsitzende der Versch.=Commission den Brunnen Wohllöblichem Magistrat und bat um Schutz und Schirm desselben. Der Herr Bürgermeister ergirff dann das Wort, vollzog in sehr würdiger Weise die Taufe des Brunnens, dankte der Versch.=Commission für die bewiesene Thätigkeit, übernahm den Brunnen als Eigenthum der Stadt und erklärte nach Kräften dahin wirken zu wollen, daß derselbe vor Schädigungen bewahrt bliebe. Zum Schluß wurde noch auf das Wohl des Herrn Reinhardt getrunken und ihm von den Anwesenden ein Hoch ausgebracht.“ (Zeitung für den Harz, 18. Juli 1889).

o.D., wohl um 1930 [AK: Slg. G. Angermüller]


1966 wurde der Reinhardtsbrunnen umgestaltet, die Quelleinfassung und die Inschrift erneuert (berichtet der Harzklub Zweigverein Bad Sachsa in seinen Entwicklungsplanungen für 1962 und 1966).

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Den Reinhardtsbrunnen neu gestaltet [BSN 07.12.1978]
Haben Sie das gewußt? [1993, Kurzeitung 14/93]
Friedrich Wilhelm Reinhardt – ein Ehrenbürger der Kurstadt Bad Sachsa
[Wochen-Chronik 02.08.1993]

„Der Reinhardtsbrunnen im Kuckanstal erfreut sich   offenbar ständig steigender Beliebtheit.

Täglich kann man dort eine Vielzahl von „Wasserträgern“ beobachten.
Dem Wasser wird  natürliche Heilkraft zugemessen, es werden * Boviswerten  von 15.000 Bv gemessen.
[Das Kuckanstal selbst liefert ca. 23.000 messbare Boviswerte. Heilquellen, wie das Wasser aus Nordenau,  liefern knapp 18.000 Bv, das Wasser der Heilquelle von Loudes hat  z.B. 26.000 Bv.]
Zumindest erfahren die zahlreichen Nutzer des Brunnenwassers stets angenehmes Wohlbefinden bei regelmäßiger Anwendung –
wird mir immer wieder bestätigt.

Die Fassung der Quelle wurde übrigens 1889 von meinem Urgroßvater Friedrich Beyermann, Steinmetzmeister aus dem Nachbarort Steina, im Auftrag des damaligen Kommerzialrats Friedrich Wilhelm Reinhardt hergestellt.
Herr Reinhardt hatte sich damit selbst ein Denkmal gesetzt.

Kommerzialrat Reinhardt war Gönner der Stadt Bad Sachsa und Ehrenbürger.
Am 5.Juli 1910 ließ er mitteilen, dass der auf seine Kosten den Schmelzteich verlängern und durch Ausbaggerung verschönern wolle, eine Priviatinitiative, die ihn dann 12.000 Goldmark gekostet hat.

An der Reinhardtsgasse steht sein Geburtshaus. [geb. 1844, gest. 1920]

Anmerkung*:  Der Bovis-Wert ist eine Messeinheit der Radästhesie, mit der man Lebensenergie von Substanzen, von Organismen und Örtlichkeiten misst.„
[Helmut Beyermann, Homepage „https://wetterstation-badsachsa.hier-im-netz.de/Mythos-Kuckanstal-Bad-Sachsa“, 16.02.2025]

Borkenkäfer, Buchdrucker und anhaltende Trockenheit waren die Gründe für das Absterben/Herausnehmen des teilweise über 180 Jahre alten Fichtenbestandes.
[29.01.2021, Foto: Ralph Boehm]

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Kuckanstal