Schmelzteich

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20: „der Sachsser gemeine teich“

Bereits 1575 erwähnt

(weit älter als der Pferdeteich)

„Er ist kein natürlicher entstandener Teich, sondern ein Stauhweiher, der an der Stirnwand mehr als 3 m Wassertiefe hat und sich nach dem gegenüberliegenden Ufer allmählich abflacht. Woher der Name Schmelzteich stammt, steht nicht mit Sicherheit fest, wird aber wohl dadurch entstanden sein, daß in seiner unmittelbaren Nähe einst eine Erzschmelze stand [Anm.: vmtl. Gelpkes Mühle]
Im Jare 1819 und 1820 brach der Damm des Schmelzteiches dergestalt, daß das Striegelhaus und der Schacht ganz neu angefertigt werden mußten. Dieser Bau hat die Kämmereikasse über 300 Taler gekostet.
Im Dezember 1854 vor Weihnacht ging der Schnee mit Tauwind und Regen auf. Dadurch entstand eine solche Wasserflut, wie sich die älteren Leute einer solchen nicht zu erinnern wissen. Bei dem starken Gefälle, welches das Wasser vom Schmelzteiche ab durch die Stadt hat, ist an den Dämmen und Ufern ungeachtet aller sofort angewandten Sicherheitsmaßregeln ein bedeutender Schaden entstanden, mehrere Brücken sind fortgerissen und beschädigt. Der schon früher bei großen Wasser beschädigte Damm am sogenannten Ochsenplan [Anm.: Oberhalb des Bahndammes, nördlich der Bahnhofstraße] ist durchbrochen. Das Wasser hat sich ein anderes Bett gemacht und die am Sachsenstein gelegenen Wiesen mehrerer hiesiger Einwohner, besonders die der Braunschweiger Kammer, mit Kies überschwemmt. Es wird [bei] der gegenwärtig hierob schwebenden Gemeinschaftsteilung beabsichtigt, das Flußbett in seinem jetzigen Laufe beizubehalten, da der Schaden, welchen das Wasser in dem alten Flußbett in seinem jetzigen Laufe beizubehalten, da der Schaden, welchen das Wasser in dem alten Flußbette, den Äckern, Wiesen und der Chaussee angerichtet hat, bei weitem größer und stets wiederkehren wird, wohingegen das jetztige Bett, welches sich das Wasser gesucht hat, weit natürlicher und den Grundstücken wegen des geringen Gefälles bei weitem nicht so gefahrdrohend ist.
Auch wurde der Damm, welcher den wilden Fluß von dem Mühlgraben des Müllers Jacobs unterhalb der Stadt trennt, gänzlich fortgerissen. Die Wiederinstandsetzung aller dieser Schäden ist im Jahre 1855 mit einem großen Kostenaufwand erfolgt.
(Richard Hallbauer, Bd. III, S. 155/156)

Vor 1910 hatte der Schmelzteich noch nicht seine heutige Größe, denn der nach Nordwesten gelegene Teil war damals noch kein Teich, sondern ein Sumpf, die Geburtsstätte von großen Mückenschwärmen, mit allerlei Wasserpflanzen bestanden, in dem eine riesige Anzahl von Fröschen die Kurgäste störte. Wegen der unangenehmen Düfte, die dieser Fläche entstiegen, war der Aufenthalt an den Ufern des so schön gelegenen Teiches meist recht unangenehm.
(Richard Hallbauer, Bd. III, S. 156)

1904 [AK: Slg. R. Boehm]

Sanierung mit Privatkapital 

Am 5. Juli 1910 ließ der Kommerzienrat Friedrich Wilhelm Reinhardt (geb. 1844 in Sachsa, gest. 1920 in Leipzig), Ehrenbürger und großer Wohltäter unserer Stadt, mitteilen, daß er auf seine Kosten den Schmelzteich verlängern und durch Ausbaggerung verschönern wolle, eine Privat-Initiative, die ihn dann 12.000 Goldmark gekostet hat. Herr Reinhardt hat sich damit selbst ein Denkmal gesetzt.
„Etwa Mitte September begann Maurermeister Otto Kaiser (welcher auch für die schönsten Villen auf dem Pfaffenberg verantwortlich zeichnete) mit der Ausführung des Reinhardtschen Projekts. Die Ausführung scheint aber auf erhebliche Schwierigkeiten gestoßen zu sein, da sich die Tausenden von ausgehobenen Kubikmetern von Schlamm und Erde nicht ohne weiteres an den Ufern unterbrin-gen ließen. Aus den Magistratsakten ist nicht zu ersehen, wann die Vergrößerung des Schmelzteiches um etwa 4.500 Quadratmeter zu Ende geführt wurde, anscheinend 1913.“

1930er [AK: Slg. R. Boehm]

Wohl in den 1950er hat vmtl. Rektor Oskar Hoffmann festgehalten:
Der Schmelzteich


„Der Teich ist etwa 320 Meter lang, 130 Meter breit und hat eine Fläche von
7 Hektar. Er wird von Zuflüssen aus dem Massiv des Ravensbergs überwiegend zur Zeit der  Schnee-schmelze gespeist. Noch heute ist er Teil des Hochwasser-schutzes. Der Staudamm des Schmelzteiches ist rund 130 Meter lang und etwas mehr als fünf Meter hoch. [https://www.harzlife.de/teiche/schmelzteich.html].

Ein Wehr auf der Dammmitte regelt den Wasserabfluss über eine kleine Kaskade in den historischen Teil des Kurparks. Auf dem Teichdamm sowie an vielen Uferabschnitten stehen zahlreiche Relax- und Parkbänke.

Über den Schmelzteich:

Ab hier Text und Bild zur Straße an sich.