Schützenstraße 20 – Hotel Schröder

Schützen- und Lindenstraße 148

Wie der Sohn so der Vater:

Friedrich „Fritz“ Schröder wird 1874 in Tettenborn geboren; zur selben Zeit erscheint im Leipziger Tageblatt am 12.12.1874 diese Anzeige:



Hotelier
Fritz Schröder sen.
[Foto: Slg. R. Boehm]

Den 1874 in Tettenborn geborenen Junior „Fritze“ Schröder zieht es aber in die große weite Wel!
Er eröffnet zu Pfingsten 1893 das Restaurant sowie Pensions- und Logierhaus in
Bad Sachsa an der Schützen- und Lindenstraße 148.

Am 19. Mai 1893 schreibt Fr. Schröder an die „Möbel & Polsterwaaren Fabrik“ in Nordhausen z.Hd. Herrn Schneitler
bezüglich der bestellten Tische und Stühle, welches die Erstausstattung des
Hotels Schröders darstellen sollten.
(Ganzsache: Slg. Ralph Boehm)
Das obige Foto wird zur/ kurz nach der Eröffnung von „Schröders Hôtel“ aufgenommen worden sein.
[Foto: Slg. Ralph Boehm, so auch abgebildet im „Führer durch Bad Sachsa am Südharz und Umgebung“ von Wilhelm Falk, 1899]
Auf dem Foto ist unten mittig zu sehen einer der für die Bevölkerung öffentlich zur Verfügung stehender Brunnen [mit Abluss!].
Auch ein sehr modernes Fahrrad wird stolz präsentiert
[spätestens seit 1897 ist Fritz Schröder Mitglied des Radfahrer Vereins Sachsa. StABS VI.b.9. Vereine 1889-1905, Bl. 44 ff.]
5 Jahre später kommt zum 20.01.1898 ein Handel „mit Eisenwaren, Zigarren, Wein und Wild“ hinzu. [Gewerbesteuerrolle 1893-1935, Bl. 3].
Beide Anzeigen erschienen in der Kurliste 1897 [identisch auch 1900]



1901
Hôtel Schröder
[AK: Slg. R. Boehm]

Gruss aus
Schröder`s Hôtel
und Pensionshaus
Bad Sachsa i/H.
sendet Dir Dein
treuer Freund
Bruno
an Max Rink in Nüxei
[1903. Quelle ???]

Um 1905. [Foto: Slg. R. Boehm]




„Hotelier Friedrich Schröder und der angenommene Sohn Hellmund“.

Der 1902 in Tettenborn geborene Walter Hellmund (wohl der angenommene Sohn des Fritz Hellmund) übernimmt 1940 das Hotel von Fritz Schröder.
[Foto + Text: StABS ohne Nummer]

Hierzu folgende „private Mitteilung“:

Auf einem Grabstein, der nicht auf einem der Sachsaer Friedhöfe liegt [2010 auf privatem Grund in der Schillerstraße] ist zu lesen:
„Hier ruht in Gott / mein innig geliebter guter / Mann, Vater, Sohn und Bruder /
der Gastwird / Eduard Hellmund / geb. 11. Oct 1856 / gest. 31. Mai 1907″.

„Üb` Aug` u. Hand“ für`s Vaterland“ [auf der Seitenwand].

Schießpreis

„Ehrenpreis gew. von Kamer.
Fr. Schroeder B. Sachsa 1912″
[Ehrenpreis gewonnen von Kammerad Fritz Schröder
Bad Sachsa 1912]
[in Privatbesitz in Steina]

1913. Rechnung „Schröders Hotel“
[Slg. R. Boehm]

Das „Hotel Fritz Schröder“ entwickelte sich schnell zu einem der führenden Häuser in Bad Sachsa [neben insbesondere dem Ratskeller und dem Hotel Schützenhaus]. Auch Louis Deibel logierte und speiste mit seiner Bagage abwechselnd mal im Schützenhaus – mal im Schröders.
Diverse gesellschaftliche Veranstaltungen wurden in diesen Räumlichkeiten veranstaltet – beispielsweise auch vom „Krieger= u. Landwehrverein, Bad Sachsa“ und dem „Verein ehem. Waffengefährten“: …Vorverkauf im Hotel Schröder… und bei Schuhmachermeister Herrn Weckmann, Marktstraße…“

BSN 26.05.1914

Zum Besten des Kriegerdenkmals

„Der ganze Reinertrag wird dem Denkmalsfonds abgführt werden…“.

„Speisen à la carte und Diners an kleinen Tischen von 12-3 Uhr. Abendessen nach der Karte“

Vermutlich um 1920 ist diese kleine Werbebroschüre, bestehend aus einem Textteil und drei colorierten Ansichtskarten, entstanden.

Um 1920. FOTOS WER-
DEN DEMNÄCHST ER-
SETZT
BSN 31.03.1923
Oben: Circa 1932 [Stadtplan, rs.]
Links: 01.12.1932 / Oben: 15.11.1934

„Jetziger Raum für den Kath. Gottesdienst in Bad Sachsa. Kapellenbau dringend nötig. Gaben erbeten an Postsch.=Konto Erfurt 27924 für Kath. Kirchengemeinde Ellrich.“. [Slg. R. Boehm 4318]

Mehr Informationen zur Nutzung dieses Raumes und der katholischen Gemeinde finden Sie hier unter

Katholische Kirche

Der 1902 in ebenfalls Tettenborn geborene Walter Hellmund (wohl der angenom-mene Sohn des Fritz Schröder [siehe Foto weiter oben], übernimmt das Hotel 1940 und führt es nach dem Zweiten Weltkrieg weiter

1946 oder kurz darauf; auf schlechtem recycelten Papier gedruckt.
[AK: Slg. R. Boehm]

In der Zeit des Wirtschaftswunders brachten erst der Inhaber „H. Stöhr“ und

[2 AKs: Slg. R. Boehm]
danach „Bes. Heinz Schröter“ [s.o.] frischen Wind in das alteingesesse Hotel. [Gleiche AK wie links, nun aber ohne die vorderseitige Namensnennung „INH. H. Stöhr“, dafür rs nun aktuell „Bes. Heinz Schröter“].

Unter der Regie von „INH. H. STÖHR“ gibt es in den 1960er Jahren nicht nur (HAAKE-BECK-) Pils sondern auch, so auf der Tafel:

„Wir beiten unseren Gästen:
Tägl. Fernsehen.
Angenehmen Aufenthalt in sämtlichen Räumen.
Moderne Spellmann Kegelbahn.
Gut bürgl. Mittagstisch.
Gepflegte Weine und Getränke.
Beachten Sie bitte unsere Speisekarte.“


Auf dem Weg hin zum Schützenplatz und/oder retour:
Für eine kurze Marschpause war immer Zeit im Hotel Schröder.

[2 Fotos: aus Privatbesitz]


Seit wann beim Hotel Schröder gekegelt wurde, ist bisher nicht bekannt.
Untenstehende Anzeige erschien in den Bad Sachsaer Nachrichten am 10.01.1950.

Oben: Damen-Kegelklub
[BSN 10.01.1950]
Rechts: „Neue Kegelbahnen im Hotel Schröder stehen zur Verfügung…“.
[BSN 19./20.04.1958]


1966 werden zwei Bohlen– und eine Scherenbahn, mit neuester Technik versehen (im Harz die erste dieser Art!), durch den ehemaliger Besitzer Walter Helmund eingeweiht. [vgl. BSN, 21.05.1966].

Circa 1969.
Blick vom Bornweg über die Kegel-bahn in Richtung Pfaffenwiese und Stadtpark [im Hintergrund mit dem hohen Baum].
[Tom Schreiber Facebook 19.11.2018]


Bereits 5 Jahre danach kann man den BSN am 15./16. Mai 1971 entnehmen:
„Die alte Kegelbahn im früher Schröderschen Hotel in der Schützenstraße  -sie wird am Wochenende eröffnet- hat ein völlig neues und überaus ansprechendes Aussehen erhalten und entspricht allen Anforderungen. Die täglichen Kegelzeiten sind von 10 bis 23 Uhr

Unter der Regie von Günter und Helga Fiemel haben wir dort manchen sportlichen -wie auch feuchtfröhlichen- Abend um 1980 verbringen dürfen.
Häufiger konnte ich, Ralph Boehm, einen kleinen Wanderpokal  als Tagesbester mit nach Haus nehmen.
Nicht ohne Stolz mein Highlight auf der linken Bahn
bei 10 Wurf: Ergebnis 84 Holz (7×9+1×5+2×8)


Das Hotel stand schon einige Zeit leer – es war wohl nicht mehr zeitgemäß -, erweitern die Oelkers-Betriebe ihren Wirkungskreis um „ein modernes Selbstbedienungs-Restaurant in der Schützenstraße sowie die Tanz-Bar APOLLO, die für Bad Sachsa eine besondere Attraktion darstellt“.
Zur Förderung dieser Aktionen erhält die Firma Oelkers-Betriebe OHG im Rahmen der „Gemeinschaftsaufgabe VERBESSERUNG DER REGIONALEN WIRTSCHAFTSSTRUKTUR“ 1973/1974 einen

Investitionszuschuß zur „Errichtung einer Grillstube und Tanzbar“
[NLA HA Nds. 120 Hildesheim Acc. 8/87 Nr. 283, abgerufen 15.12.2025]
[wohl OKA 27.05.1971]

Die Apollo-Tanzbar:
Gedacht für die reifere Jugend…

Dort war „Fanny“ der Wirt
[Klaus-Dieter Faupel, später u.a. „Zum Kachelofen“].
[Foto unter Regie Oelkers OHG, Slg. R. Boehm]

… dann doch eher für die „Frühreifen“…

Insbesondere unter Peter Bischoff. Aber das ist eine eigene Geschichte!
Wer nicht dabei gewesen war, hat etwas verpasst.

Die „APOLLO“ bestand wohl bis 1994?

Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul… [1000 v. Chr., ähnlich auch Sokrates] oder wie es unser Pädagogium sah:

[Ausschnitt: Cord Pallasch auf Facebook 16.5.2019]

Die „APOLLO“ bestand wohl bis 1994?

Der „Harz-Grill“ hielt sich ähnlich lange; er wurde später zu einer Spielothek gewandelt, namens z.B. „PLAY-HOUSE“