St. Nikolai-Kirche





„Handzeichnung…Nordhausen, den 24. November 1906 Königliches Katasteramt“
des Kirchlichen Geländes im Stadtkern
[1906, Ankauf des Nikolausschen Hauses 1907-1908. StABS I.r.10]

„Gott dem Allmächtigen zu Ehren
der Kirchen und Gemeinden
ALHIER ZUR SACHSE“
Pastor i.R. Gerhard Lüke verfaßte die grundlegende und (nachwievor) gültige Veröffentlichung
„Alhier zur Sachse“.
Wir empfehlen ausdrücklich die Beschäftigung mit dieser Lektüre!
Insbesondere da wir hier nur eine kurze Einführung geben wollen sowie Ergänzungen, die eben keinen Eingang in die Broschüre haben finden können.
Herausgegeben von der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Sachsa; Druck bei C. Ludewig, Bad Sachsa;
und mit Fotos versehen von Foto Aue sowie G. Lüke, Bad Sachsa.
In zweiter überarbeiteter und ergänzter Auflage in Bad Sachsa 1998 erschienen.


links: 2. Auflage
Zuerst war der Turm…

Eine wunderbare Ansicht des Kirchengeländes. Auch spannend: die Strommasten.
IN ARBEIT:
Die Geschichte des Turmes
soll hier erzählt werden.

[Foto: Thomas Callsen, Anfang September 2022]
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SCHWARZ oder WEISS ??? – Das ist hier die Frage !!!
Immer wieder mußte an dem 800jährigen Gebäude restauriert werden;
so auch 1971:


Foto: H. Möller]

Insbesondere die Statik des Turmes machte den Kirchenoberen seit Jahren große Sorgen; in 2022 wurde dann die grundlegende [und hoffentlich auf lange Sicht letzte] Sanierung angegangen:


Und wenn, warum?
Viele Bürger/innen mach sich Sorgen um Ihre Kirche, genauer um den Kirchturm.
Im hiesigen Gemeindeblatt ist zulesen
(Dezember 2021 – Februar 2022, S. 9),
das das „äußere Mauerwerk vor eindringendem Wasser geschützt werden muss. Das wird durch eine Verschieferung erreicht werden. Aber es muss auch der innere Glockenstuhl, der aus Holz gebaut ist, erneuert werden. Er ist gerade so instabil, dass die Glocken nicht bewegt werden dürfen. Schon seit längerem läuten wir per Lautsprecher, die stellvertretend oben in den Turm montiert wurden…“.
Gerade was die Renovierungsversuche des Turmes angeht, haben viele Bad Sachsaer Bürger/innen Sorgen, daß die Fehler der Vergangenheit nun verschlimmbessert werden!
So wird erzählt, dass in der Vergangen-heit mit falschen Mitteln Risse im Mauer-werk gefüllt wurden; auch wird erzählt, dass der Anstrich problematisch gewe-sen sei. Einig sind sich die Sorgenden, dass Wasser eine entscheidende Rolle spielen soll in Bezug auf den Mörtel und den Stein des Turmes.
Ob aber die Verschieferung der richtige Weg sein kann, der zwar das Wasser nicht ran lässt an den Turm, dafür aber vielleicht auch nicht entweichen lässt, wird in Frage gestellt.
Auch wird immer wieder auf den Turm der Tettenborner Kirche verwiesen, der unbehandelt, und vielleicht deshalb, bestens dasteht.
Aber vielleicht geht die Kirche St. Nicolai durch ihren Pastor und ihr Presbyterium mehr an die Öffentlichkeit und klärt auf über die bisherigen Restaurierungsversuche und den zukünftigen Weg?

(o.D., entwickelt 1982, Slg. Gerhard Pfeiffer)
In Vertretung der Kirchengemeinde St. Nikolai hat Maximilian Witt nun auf Facebook am 31.07.2022 eine Stellungnahme abgegeben:
„Der durch die Zementpressung entstandene Schaden lässt sich tatsächlich nicht beheben. Aber die Verkleidung führt dazu, dass die chemischen Prozesse, die das Mauerwerk auseinandertreiben, gestoppt werden, weil diese durch eindringendes Regenwasser ausgelöst werden.
Selbstverständlich hat es Absprachen mit dem Niedersächsischen Landesdenkmalamt gegeben. Es stimmt dem Vorhaben zu. Anders wäre dies auch nicht möglich.
Die Kirchengemeinde bedauert die optische Veränderung ebenfalls.
Mit Verwunderung wurde aufgenommen, dass bei der Kirchengemeinde bisher keine Beschwerde eingegangen ist und stattdessen nur in Facebook Kommentaren.
Die Kirchengemeinde ist selbstverständlich dazu bereit, eine Infoveranstaltung anzubieten. Würde daran Interesse bestehen? Würden Sie dazu kommen?
Liebe Grüße
Die Kirchengemeinde St. Nikolai
i.V. Maximilian Witt“.
Darauf habe ich am 01.08.2022 geantwortet:
Besten Dank, Herr Witt, für das Angebot einer Infoveranstaltung. Auch ich werde gern kommen. Denn natürlich haben auch Bürger dieser Stadt Bad Sachsa Interesse an „ihrer“ Kirche, die seit rund 800 Jahren Schutz und Heim bietet, der zentrale Punkt dieses Städtchens ist – auch wenn sie nicht Mitglieder der Kirchengemeinde sind! Diese kurze Mitteilung im letzten Kirchenblättchen über die anstehenden Veränderungen sind einfach zu wenig und erreicht eben auch nur die Leser, die unsere Kirchengemeinde auch gestern schon hatte. Und offensichtlich scheint ja schon alles entschieden zu sein – wenn sich so Kommunalpolitik verhalten würde…. Also meine Bitte: macht umgehend eine Ausstellung mit Fotos der Kirche (vielleicht auch in der Kirche und im Lutherhaus), beginnend kurz vor der ersten Turm-Sanierung bis zur heutigen Situation, lasst auch die Bau-Fachleute sprechen und erklärt die damaligen Fehler und die beabsichtigte Vorgehensweise. Nehmt die Sachsaer Leute mit! Liebe Grüße. Ralph Boehm. PS: Warum über Facebook???? Ganz einfach: weil Facebook mehr Menschen lesen (auch in Bad Sachsa) als unser Gemeindeblatt!
Des Turms neue Kleider
[Nachrichten der Evangelischen Kirchengemeinden Bad Sachsa und Steina,
Juni-August 2022 S. 11]

SANIERUNGSARBEITEN
Bad Sachsas weißer Kirchturm wird schwarz – und wetterfest
BAD SACHSA. Die Sanierung an der ev. St. Nikolai-Kirche in Bad Sachsa hat begonnen. Vermutlich Ende 2022 sollen die Arbeiten, die das Stadtbild verändern, enden.
Der Turm der ev. St. Nicolai-Kirche ist von einem Gerüst eingehüllt, der Zugang zum Areal versperrt – und das aus einem besonderen Grund: das Aussehen des Kirchturms in Bad Sachsa wird sich in den nächsten Monaten dramatisch verändern.
Bad Sachsas Stadtbild wird sich ändern
Die Sanierungsarbeiten an der weißen, mit Schimmel durchsetzten Fassade haben begonnen. Vermutlich bis Ende des Jahres 2022 soll stattdessen eine dunkle Schieferfassade angebracht werden. „Das Bild der Kirche, aber auch das Stadtbild wird sich dadurch nachhaltig verändern. Daran werden sich alle, die die Kirche in ihrem jetzigen Erscheinungsbild seit jeher kennen, erst einmal gewöhnen müssen“, gibt Pastor Urs Ebenauer unumwunden zu.
Nikolai-Kirche: Das ist das Problem
Der Grund für diese Veränderung sind Bausünden der Vergangenheit. „In den 1970er-Jahren hielt man Zement und Beton – wie auch Stahl – für Baustoffe, die die Ewigkeit überdauern und alle baulichen Probleme lösen. Leider stellt sich seitdem der in die Mauern des Turms verpresste Beton eher als Teil des Problems und weniger als Beitrag zu einer Lösung statischer Probleme heraus. Im Innern des Mauerwerks laufen jetzt immer dann chemische Reaktionen zwischen dem Beton und dem Gipsmörtel des Mauerwerks ab, wenn Regen das Mauerwerk durchfeuchtet. Diese Prozesse führen zur Salzbildung und dadurch zu Rissen in Putz und Mauerwerk. Sie können letztlich den Turm grundlegend gefährden“, erklärt er. Ein Eckstein am Turm wurde bereits teilweise herausgedrückt und musste aufwendig gesichert werden.
Bewährte Harzer Schiefereindeckung
Insofern sei es also wichtig, dass die Außenhaut des Turms vor Regen geschützt wird. „Das macht man bei uns im Harz seit Jahrhunderten mit einer Schiefereindeckung. Der obere Teil des Turms ist ein gutes Beispiel dafür. Die Visualisierung zeigt, wie der Turm künftig aussehen wird.“ Allen, die an dem kostenintensiven Projekt beteiligt sind – darunter das Amt für Bau- und Kunstpflege in Göttingen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover wie auch dem Landesamt für Denkmalpflege sei die Entscheidung für diese Art der Sanierung nicht leicht gefallen, „sie ist aber die einzige Option um den Turm zu retten“.
Auch Glockengeläut ist marode
Im Zuge der Arbeiten sollen auch die Arbeiten am maroden hölzernen Glockengeläut beendet werden. Im Jahr 2016 musste aufgrund der schlechten Statik das Glockengeläut zunächst stillgelegt werden, seit 2017 sorgt eine elektronische Anlage mit passenden Lautsprechern für das Geläut. „Auch das kann dann hoffentlich bald enden“, sagt der Pastor.
Er bittet um Verständnis für die Sanierung. Zudem verweist er darauf, dass während der Gerüstbauarbeiten – also voraussichtlich bis Ende August – die Kirche nicht geöffnet ist und dass der Durchgangsverkehr über den Kirchberg bis auf weiteres unterbleiben muss.






Holzverschalung auf Lattung [alle Fotos: R. Boehm]






Es ist vollbracht!
„Die Wiedereinweihung der Glocken und den unfallfreien Abschluss der Baumaßnahme wollen wir mit einem Gottesdienst feiern.“
Alle Beteiligten und natürlich unsere Gemeinde sind herzlich in die St. Nikolaikirche eingeladen zum Sonntag, den 29.10.2023 um 10:00 Uhr.

September – November 2023, S. 13]

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… dann kamen der Adler…
„Ein Wahrzeichen Sachsas
Der Adler auf dem Kirchturm ist wieder da“,
vorangestellt das Gedicht „Der Kirchturm“ von Dr. Ernst Rausch
(22.07.1950, BSN)


Zu folgendem Satz im zweiten Absatz des nebenstehenden Artikels „Die einen sagten, daß nach den Befreiungskriegen…“ merkt Burkhard Karl Konrad Schmidt auf Facebook am 13.04.2025 an:
Dieser Satz „ist geschichtlich unkorrekt. Die beiden Orte Sachsa und Tettenborn sowie die restliche Kreisgrafschaft Hohenstein kam nach dem Westfälischen Frieden von 1648 als Enklave zu Brandenburg. Aus Brandenburg entwickelte/entstand das später der Königreich Preußen. Steina gehörte wechselweise zur Grafschaft Hohenstein die letzten paar hundert Jahre gehörte es zum Königreich Hannover und Neuhof gehörte immer zum Herzogtum Braunschweig.„
Der Adler steigt ab von der Höhe in die Tiefen des Winter- & Heimatmuseum Bad Sachsa [BSN 04.11.1988]


Voller Stolz blickt der Adler von der Kirchturmspitze auf die vollendeten Restaurierungen rund um den Kirchhügel
[01.12.2023, Foto: Horst Möller]



1823 – 2023
200 Jahre schaut der Adler auf uns herab… und denkt sich seinen Teil…
Friedlich vereint unter dem Adler sind Falke und Krähe – aber nur am 02. Juli 2024! (Fotos: Ralph Boehm)



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…und die Glocken

Die neue Glocke
„Die Lebenden rufe ich zur Busse,
die Toten begleite ich zur ruhe.
Bendige die Abschnitte der Zeit.
…… aber auch hülfe köne,
—— Feiers Flammen das Eigentzum be…
[Städtisches Wappen]
[Foto: Slg. Horst Behrendt]
Auch der Glockenstuhl wird in 2022/2023 saniert



Links: Aufgrund der Schäden am Glockenstuhl schweigen die Glocken seit 2016.
Mitte: Schalttafel für die elektrische Glockenanlage, die 2017 istalliert wurde.
Rechts: 2 Lautsprecher wurden 2017 montiert, um den Klang von Glocken zu übertragen. [HK, 30.09.2023 18.03 Uhr]
KIRCHEN IM SÜDHARZ
Bad Sachsa & Steina
verschmelzen zu einer Kirchengemeinde
[Harz Kurier, aktualisiert: 14.06.2023, 07:01 Uhr, Thorsten Berthold]
Kirchengemeinden im Südharz fusionieren.
BAD SACHSA/STEINA Die neue Gesamtkirchengemeinde im Südharz wird am 18. Juni gegründet. So bewerten die Verantwortlichen die Fusion
Die Kirchenvorstände der Ev. Kirchengemeinde Bad Sachsa und der Ev.-luth. Kirchengemeinde Steina haben auf die Veränderungen der jüngsten Zeit reagiert und die Gründung einer Gesamtkirchengemeinde beschlossen. Damit ist es möglich, gemeinsame Aufgaben besser wahrzunehmen und Kräfte zu bündeln. Die Aufgaben in den jeweiligen Gemeinden können aber weiterhin selbständig wahrgenommen werden.
Kirchengemeinden haben bereits vorab kooperiert
„Die gute Zusammenarbeit im verbundenen Pfarramt hat es uns ermöglicht, diesen Schritt zu gehen“, sagte dazu der Vorsitzende des Kirchenvorstands Steina, Olaf Zaulig. „Wir sehen die Verbindung als einen Zusammenschluss auf Augenhöhe an; das ist uns wichtig“, ergänzte der Vorsitzende des Kirchenvorstands Bad Sachsa, Hans Christian Metzger.
Die Gründung der Gesamtkirchengemeinde wird am 18. Juni um 10 Uhr in einem gemeinsamen Gottesdienst in der St. Nikolaikirche in Bad Sachsa gefeiert. Liturg ist Pastor Urs Ebenauer. Die Predigt wird der stellvertretende Superintendent Dr. Uwe Brinkmann halten. Musikalisch ausgestaltet wird der Gottesdienst von Ulrich Feldmann an der Orgel und dem Bläserchor St. Nikolai unter der Leitung von Hans Christian Metzger.
Glocken werden erstmals wieder läuten
Ein besonderer Höhepunkt wird das Einläuten dieses Gottesdienstes sein, denn aus diesem Anlass werden erstmals seit der aus statischen Gründen verhängten Zwangspause und ausnahmsweise vor Abschluss der Bauarbeiten die Glocken im Kirchturm läuten. „Schon das Probeläuten war sehr ergreifend“, sagte dazu Pastor Urs Ebenauer.
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Betreten wir nun unsere St. Nikolai-Kirche
durch den üblichen Eingang…

Der Eingang von Innen mit den dicken Mauern des Turmes. [19.08.2018, Foto: R. Boehm]

„Der Altarraum in seinem Mauerwerk gehört zum ältesten Bestand der heutigen St. Nikolai-Kirche.
Wir nehmen an, daß er kurz von 1200 errichtet wurde, und zwar ursprünglich als eine selbständige kleine Kirche oder Kapelle.
Darauf weisen einige Beobachtungen hin:
1.
Das Mauerwerk in diesem Bereich ist erheblich dicker als in der übrigen Kirche und besteht aus größeren Steinen.
Der Unterschied ist im Innenraum an den Mauervorsprüngen in der Höhe der Eingangstür zu erkennen.
2.
Von außen sieht man an der Nord- und Südfront je eine senkrechte Linie, die den ältesten Baukörper vom übrigen abhebt.
3.
Wenn man genau hinschaut, sind noch einige inzwischen zugemauerte Öffnungen zu erkennen: innen eine Tür unter der jetzigen Kanzel und außen an der Südfront zwischen den beiden östlichen Fenstern ein kleines Fenster.“
[Lüke, a.a.O., S. 4]
Zu 1+3: Die Tür der frühen Kapelle ist bereits seit Jahrhunderten zugemauert. Deutlich ist eine horizontale „Linie“ zu erkennen, werlche die quaderförmigen sauber gearbeiteten großen Steine von den darüber liegenden Bruchsteinen unterscheidet.
Das linke Foto ist ein Ausschnitt des rechten. [10.02.2011, Foto: Horst Möller]


IN ARBEIT
Zu 2: Deutlich hebt sich das obere vom unteren Mauerwerk ab. Eine senkrechte Linie liegt wohl ausserhalb der Bildausschnitte.
[07.09.2007, Foto: Horst Möller]


Ein zugemauertes Fenster auf der Nordseite beim Aufgang zu der Empore
[links vom Altar]. [08.09.2024, Foto: R. Boehm]


… oder wir treten ein über den besonderen Eingang:

1983
[Gemälde: Kurt Hartmann;
Foto: Horst Möller]
rechts:
[St. Nikolai-Nachrichten,
Dezember 2021 – Februar 2022, S. 7]


Der Weg zum Anbau war geteert.
[Foto Struttmann, Thomas Wegener auf Facebook 02.07.2024]

Zwischenzeitlich wurde dieses Stück gepflastert – mit einem Kreuz eingearbeitet.
[Foto: Tom Fox auf Facebook 17.08.2023]

wann der Haupteingang seine heutige Gestalt fand. Der Rat der Stadt Sachsa stiftete 1691 während der Amtszeit des Pfarrers Hagenauer den Vorbau. Der lateinische Spruch stammt aus dem Gleichnis Jesu vom großen Abendmahl
und spricht eine Einladung aus:
VENITE OMNIA SUNT PARATA
zu deutsch:
„Kommt, es ist alles bereit“.“
[Lüke, a.a.O., S. 15]
In der Eingangshalle
befinden sich das „Ehrenbuch“, Opferstock, eine Truhe, eine Kniebank und der Heilige St. Nikolaus

„Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren“.
Diese zweite Tür ist, wie man an den Größenverhältnissen unschwer erkennen kann,
älter als der Anbau.“
[Lüke, a.a.O., S. 15]
[19.08.2018, Foto: Ralph Boehm]




„Gedenkbuch soll die Mahntafeln ersetzen“
[Harzer Tageblatt, 11.02.1971]

„Die Ehrentafeln mit den Namen der im Ersten und im Zweiten Weltkrieg gefallenen Gemeindemitglieder wird man durch ein in der südlichen Eingangshalle auszulegendes würdiges Gedenkbuch ersetzen. Dort soll auch das früher die Kanzel tragende Mosestandbild solange Unterkunft finden, bis es seinen ehemaligen Dienst wieder aufnehmen kann.“ [Göttinger Tageblatt, 22-23.10.1971]


Das „EHRENBUCH“ wurde 1959 angefertigt.
Wohl monatlich wird eine andere Seite des Buches aufgeschlagen.

die geplante Ehrentafel.
Das Ehrenbuch löste 1959 die Tafeln ab, die sich in der Kirche östlich der Kanzel befanden.

[1930er Jahre, Foto ? vgl. StABS XV.a.62]

Offensichtlich sind nach dem Aufruf von 1921 weitere Namen hinzugekommen.

[2009, Foto: Horst Möller]
links: [Foto 14.02.2012: R. Boehm]
Das Foto unter den Tafeln zeigt Fritz Kohlmann, frisch eingekleidet, direkt auf dem Weg in den Krieg – kurz darauf fällt er, es bleibt nur der Name…
(unter 1917 aufgeführt).
Die Tafeln hängen heute im Wintersport- + Heimatmuseum Bad Sachsa.
Im Eingang:
Pfarrer Urs Ebenauer
im Gespräch mit dem Küster Uwe Koschig
[21.05.2023,
Foto: R. Boehm]

IN ARBEIT
- April 1929
Eingang zur Kirche in Bad Sachsa, zur Konfirmation von Hanfried von Wintzingerode.
(Gästebuch der Villa von Tenspolde, Otto Kaiser-Weg 1)
(Foto: Ralph Boehm)

IN ARBEIT
1. April 1929
Eingang zur Kirche in Bad Sachsa. Zur Konfirmation von Hanfried von Wintzingerode.
[Gästebuch der Villa von Tenspolde, Otto Kaiser-Weg 1]
(Foto: R. Boehm)
Beim Anbau werden 2024 erhebliche Baumängel festgestellt:

rechts: 20.09.2024 [Foto: R. Boehm]

Das Kirchenschiff

1925 ff: „Unsere Kirche Bad Sachsa“,
[StABS, Fotoalbum Lindenberg, S. 19.3]

ca. 1930.
[Foto: Horst Möller]

[1939. AK, Slg. R. Boehm 3596]

[Foto: Th. Wegener, Facebook 4.6.2024]
Grundrisse
„Etwa um 1300 wurde vermutlich der Turm mit dem jetzigen Altarraum durch das Kirchenschiff verbunden und erst dadurch zum Kirchturm, wobei er gleichzeitig Glockenstube und spitzen Turmhelm erhalten haben dürfte. Auch dafür haben wir keine Belege. Es lassen sich aber an den Fensterbögen der Kirche Stilmerkmale früher Gotik erkennen.
Daß der Turm schon stand, als die ursprüngliche Kapelle erweitert wurde, läßt sich noch jetzt erkennen: Der Boden hat zum Altar in ein deutliches Gefälle, das einen Ausgleich zwischen dem Niveau von Turm und Altarraum herstellt.“ (Lüke, a.a.0. S. 5/6)

GRUNDRISS M= 1:200
unten: 1968, EVGL. ST. NICOLAI KIRCHE, BAD SACHSA // KONSTRUKTION
ZEICHNUNG M= 1:50
[Grundrisse. Niedersächsisches Landesarchiv, NLA HS Karten- Mappe Nr. 1417 bl. 010+011]

Der Altar


[24.12.2023, Foto: Pfarrer Simon Burger]
links:
[02.10.1902, Zeitung für den Harz]
Der damalige Bürgermeister Hansen Hartmann hat 1595 diesen Altar
„der Kirchen und Gemeinden alhier zu Sachse vermalet“,
und wird dafür vom Gemeindepfarrer Caspar Friedeland gesegnet.
[vgl. den Text neben dem Rundbild in der Predella [Sockelaufsatz] und Lüke, a.a.O. S. 8]



Das Abendmal


Die Kreuzigung
IN ARBEIT: Oberhalb der Abendmahlscene wird die Kreuzigung dargestellt.
Die Fuhrherrenloge
Karl Fulst, Markstr.68, geboren 1908 schreibt 2000 in seinen
„Erinnerungen eines alten Sachsaers“ [StABS ohne Nummer]
über die
Fuhrherrenloge
„Wir müssen uns die Marktstraße genauer ansehen, wie ein breites Band liegt sie zwischen den langen Häuserreihen. Diese Straße muß schon in der Frühzeit geplant sein. Vielleicht von den Grafen von Hohenstein, diese hatte im Südharz große Besitzungen.
Wenn man die Straßen von Braunlage über Wieda und von Hohegeiß über Zorge sieht, es sind günstige abfallende Straßen nach Sachsa. In Wieda und Zorge waren früher Eisengießereien.
Bad Sachsa war der günstigste Platz, für Menschen und Tiere, eine Pause einzulegen.
Der schwierigste Teil war die Überwindung des Wartebergs, da haben sich die Sachsaer Fuhrleute darauf eingestellt. Es wird wohl ein ganz gutes Geschäft gewesen sein, die Armut wird vielleicht nicht ganz so groß gewesen sein.
Es gab mehrere Fuhrherren, die dieses Geschäft betrieben. In unserer Kirche,
in der ersten Empore über dem Altar befindet sich noch heute die Fuhrherrenloge.
Mein Vater benutzte sie [die Fuhrherrenloge] noch in den [1900-]zwanziger Jahren, mit duncklem Anzug und Zylinder. Bis 1916 hatte mein Vater noch 2 schwere und 2 leichtere Pferde (sie wurden in den 1. Weltkrieg eingezogen und kamen nicht wieder zurück), div. Lastwagen, einen Landauer und einen großen Personenschlitten, die Pferde mit vollem Schellengeleut.“
Die Zugehörigkeit unserer Kirchen
2023: Steina gehört mal wieder mit zu Sachsa

September – November 2023, S. 9]