Der Stauffenbüttel bei Steina



Mittig der Stauffenbüttel.
Diese Aufnahme zeigt m.E. den Charakter des ehemaligen Vulkans
[Geoportal Göttingen, 12.10.2026]

„Ein Gang zum Stauffenbüttel bei Steina [Südharz]

Südöstlich von dem Orte S T E I N A  erhebt sich als ein kleiner Vorharzberg der Stauffenbüttel. Seine Höhe ist auf dem Meßtischblatt 4429 Ellrich mit 398 m über N.N. angegeben. Es ist ein typischer Kegel aus Felsitporphyr. Im Erläuterungsblatt zur Geologischen Karte von Preussen [Berlin 1935] sagt W Schriel:
>Der Felsitporphyr [P] bildet, vom Zechstein überlagert und im Auflager auf Kulmgrauwacke, im Gebiet des Stauffenbüttel eine isolierte Kuppe von ansehnlichem Umfang. Das Gestein ist dünnplattenförmig abgesondert und gleicht petrographisch völlig dem Porphyr des nahen Ravensberges, der einer gleichseitigen Eruption seine Entstehung verdankt. Da am Ravensberg Unterrotliegendes, wenigstens teilweise, die Unterlage des Ergusses bildet, steht sein Alter fest. Der Porphyr des Stauffenbüttels ähnelt auch dem Porphyr des Großen Knollen und der Scheffeltalsköpfe auf Blatt Lauterberg.< Soweit Schriel`s Erläuterungen.
Der Stauffenbüttel fällt nach Süden steil, nach Westen mittelsteil ab. Nicht ganz so steil sind Ost- und Nordhang.
Auf dem höchsten Punkt steht seit einigen Jahren ein „DENKMAL“ unserer Zeit, ein Mast für die Fernseh-Ausstrahlung, wohl Umsetzer genannt. Dieser Mast steht neben einem kleinen Gebäude, das eingezäunt ist. Leider hat eine prächtige, kraftvolle Buche neben der technischen Anlage fallen müssen, neben dem Stumpf liegt der abgesägte Stamm, der Vermoderung preisgegeben.
Aber weder der Mast, noch das umzäunte Bauwerk lockten diesmal die Besucher, ihr Gang galt einigen steinernen Denkmälern.
Der Felsitporphyr ist überlagert mit stark verwitterten Dolomitschichten, die als einzelne Felsklötze auf dem Gipfel und an den Hängen, besonders am Südhang teils versteut, aber auch massiert liegen.
Die Formen dieser Gesteinsbrocken sind so merkwürdig, daß sie zu verschiedenen Deutungen verführen. Am Südosthang, ca. 40 Schritte südöstlich des Fernsehmastes, ragt ein fast kreisrundes Gebilde aus den Jungfichten. Der Stein hat eine Höhe von 1,35 m, die gleiche Breite und eine Stärke von 58 cm in der MItte, am oberen Rand von 28 cm. Die über die ganze Oberfläche verteilten, napfartigen Vertiefungen verführen zu der Mutmaßung eines von Menschenhand behauenen Radkreuzsteines, was aber nach genauer Untersuchung wohl zu verwerfen ist. Es ist genau so ein Gebilde der Natur wie die auf dem höchsten Punkt liegende kantige „SÄULE“.
Im Querschnitt zeigt diese „SÄULE“ ein verschobenes Rechteck. Die Maße dieses säulenartigen, länglichen Felsens sind:
Länge im ganzen 3,90 m, Breite im nördlichen Drittel 1,13 m, im südlichen Drittel 1,25 m. Höhe über dem Boden etwa 0,80 m.
Die Oberfläche zeigt ziemlich gleichmäßige napfartige Vertiefungen wie bei dem runden Stein am Osthange. Es handelt sich auch hier um Werradolomit als Deckschichtenreste auf dem Felsitporphyr. Die Vermutung, daß diese säulenartige „Figur“ als ortsfremdes Gestein durch Menschen hinaufgebracht worden ist, und daß sie ein Kulturdenkmal sein könnte, ist wohl auch zu verwerfen. Das ergibt sich auch daraus, daß ähnliche Felsen besonders am Südhang mehrfach zu finden sind.

Ein Fußweg von der mit einem Geländer versehenen

„Schönen Aussicht„,

auch Talblick genannt, führt mäßig bergabwärts nach Osten zu einer Höhle im Dolomit, zum

„Bettelmannsloch“.

Diese Höhle ist im vorderen, südlichen Teil verstürzt, hat also nicht mehr die ursprüngliche Größe. Im ganzen sind etwa zwanzig Meter einschließlich des eingestürzten Teiles überschaubar, der innere Teil der Höhle ist durch Versturz verstopft, kann also nicht weiter befahren werden. Nach einem Gerücht ist die Höhle absichtlich in der Tiefe unzugänglich gemacht worden, um Gesindel abzuhalten, das dort Unterschlupf suchen könnte.

Warum der Berg Stauffenbüttel heißt,  ist noch offen. Es gibt verschiedene Berge, die mit dem Wort „Staufen“ oder „Stauffen“ anfangen, auch in der Harzlandschaft und in der Nähe: Stuafenberg (Großer und Kleiner) bei Zorge, Stauffenburg bei Gittelde, Staufenburg im Landkreis Helmstedt. Der große Vetter ist der berfühmte „Hohen Stuafen“ bei Göppingen (Württ.), nach dem die Staufer-Könige ihren Namen haben. Weiter sind zu nennen der Staufen im Taunus, der Staufen bei Baden-Baden, im Reinhardswald gibt es einen Staufenberg, es gibt noch weitere mit Staufen gebildete geographische Bezeichnungen….“
[o.D., vmtl. um 1970; Walter Reinboth, maschinegeschriebenes Skript. Slg. Ralph Boehm]




Woher kommt der Name Stauffenbüttel?

Ein Berg südöstlich von Steina mit merkwürdigen
Gesteinsbrocken

Von Walter Reinboth
[SÜDHARZER HEIMAT, Juli 1973]

Prof. Dr. Axel Herrmann [Firma GEBR. KNAUF] schreibt 14.01.1975 an Fritz Reinboth: „Betrifft Dolomitblöcke auf dem Stauffenbüttel bei Steina“.


Indiansummer in Steina
[06.11.2023, Foto: Manuela Doormann]

Regenbogen über Stauffenbüttel
18.10.2019
[Foto: Corinna Fuchs 19.10.2019 Facebook]

Weiße Wolke am blauen Himmel. 02.01.2025
[Foto: H.M. Meißner]