Die Steinkreuze / Kreuzsteine im Blumenberg


„Steinkreuze und Kreuzsteine
sind zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert für Menschen gesetzt, die eines plötzlichen und gewaltsamen Todes gestorben sind.
In der Mehrzahl handelt es sich wohl um sogenannte Sühnesteine.
Nach mittelalterlichem Rechtsverständnis waren sie Teil der Wiedergutmachung, die ein Täter gegenüber dem Mordopfer und dessen Angehörigen zu leisten hatte.
Nach Auffassung der einflußreichen mittelalterlichen Kirche hatte der Mörder in erster Linie die Fürsorge für die Seele des ohne die heiligen Sakramente Verstorbenen zu übernehmen.
Mit dem Setzen eines Sühnesteines wurde diese zum Ausdruck gebracht und zugleich ein Ort der Erinnerung geschaffen, an dem für das Seelenheil des Toten gebetet werden konnte.“










Eine Betrachtung über Wegesteine an der Straße Bad Sachsa – Walkenried
(29.06.1970: Beilage zum Antrage auf Inschutzstellung)
(Auszüge; 07.11.1974, Walter Reinboth per Brief an die Kurverwaltung Bad Sachsa zu Händen von Herrn Sasse. Slg. Ralph Boehm)
„In einer Schrift über „Die alten Steinkreuze uns Sühnesteine Thüringens“ von Heinz Kober, erschienen in Erfurt 1960 (Druck: Gutenberg-Druckerei Georg Stolenberg Nachf., Erfurt) im Auftrage des Wisschenschaftlichen Kollektivs zur Erforschung der Erfurter Stadtgeschichte im Deutschen Kulturbund (DDR), Heft 5, werden u.a. aufgeführt:
- Nr. 238 Bad Sachsa, Straße nach Walkenried, südl. Seite, Rundkreuz, Ø 75 cm, Kalkstein
- Nr. 237 Bad Sachsa, Straße nach Walkenried, nördl. Seite, lateinisches Kreuz, 54 x 60 x 22 cm, Kalkstein
- Nr. 239 Walkenried, Am Blumenberg, Weg nach Bad Sachsa, gegenüber Kiesgrube, Rundkreuz mit Zeichnung, 65 x 75 x 15 cm, Kalkstein. (Ein gleicher Stein befindet sich auf dem…“ [Anm. Ralph Boehm: Rest fehlt leider]
A: Obertägige Maße: Höhe 0,80 m, Br. 0,78, T. 0,20, der verbliebene Rest des Kreuzsteines aus Kalkstein mit runden Oberteil, Schaft durch Abbruch verlorengegangen, ist beidseitig arg ausgewittert; die heutige Ansichtsseite ist die Rückseite; sie lässt nur noch fragmenthaft erhalten ein got. Nasenkreuz im Flachrelief erkennen; das Denkmal stand früher am Südrand des ‘Steinfeldes’ auf dem Blumenberg, der sich unmittelbar in der Nähe zur Walkenrieder Flurgrenze hin befindet.
| B: Höhe 0,80 m, Br. 0,70, T. 0,18, der mit Objekt A vergleichbare Kreuzstein aus Kalkstein ist durch beträchtliche Abbrüche arg beschädigt; er zeigt beidseitig got. nasenbesetztes Kreuz im Relief hervorgearbeitet, wobei die heutige sehr verwitterte Rückseite ein erhaben gearbeitetes Wiederkreuz darstellt, das trotz des Zustandes noch Vierpässe erkennen lässt; es gilt als einziges nasenbesetztes Wiederkreuz auf einem Kreuzstein in Niedersachsen; das Denkmal befand sich vorher am Westrand des Blumenberges |
| C: Höhe 0,75 m, Br. 0,60, T. 0,18, das gedrungen wirkende Steinkreuz aus Kalkstein besitzt einen kräftigen Schaft, der sich nach unten verbreitert und untertägig in eine ausgeprägte Basis übergeht (s. Skizze von Günter König und W. Reinboth, 1979, Kopie Lit. Müller-B.) das wie A u. B ‘Pilgerstein’ genannte Steinkreuz soll einst am Sportplatzweg gestanden haben und wurde dann gegenüber Objekt A auf das Steinfeld auf den Blumenberg versetzt; am 14. 11. 1979, nachdem es umgefallen war, erneute Versetzung neben das Objekt B auf den Westrand des Blumenberges; das Denkmal wird bereits im Jahre 1614 in einer Urkunde erwähnt; nach 1990 erfolgte die Aufstellung aller drei Objekte am heutigen Standort |
Quellangaben: Lit.: A: 1. W. Müller-E. H. Baumann, Kreuzsteine und Steinkreuze in Niedersachsen, Bremen und Hamburg, 1988, S. 239, daraus: Kopie Skizze, 2. W. Kalthammer, Das Kleindenkmal, Trebur 1981a, S. 1 u. 1982, S. 109-110 u. 1976, S. 125, 3. W. Reinboth, Göttinger Tagesblatt 24. 12. 1965, 4. K. Weigel, Magdeb. Zeitung, 8. 6. 1931, S. 181-182, B: 1. M.-B. S. 239, daraus: 2. Fr. Brandes, priv. Archiv, Braunschweig 1964a u. 1964b, S. 19, 3. Jünemann, Kreuzdenkmale im südl. Niedersachsen, 1977, S. 29, 4. W. Kalthammer, 1981a, S. 1 u. 1982b, S. 109-110 u. 1976, S. 125, 5. R. Krieg, Die Steinkreuze am und im Harz, Wernigerode 1922, S. 139-140, 6. W. Reinboth, 1965, 7. U. Vollbrecht, Steinkreuze im Harz, Clausthal-Zellerfeld 1979, S. 169, 8. K. Weigel, 1931, S. 181-182, C: 1. M.-B., S. 237-238, Kopie Skizze v. G. König u. W. Reinboth, daraus: 2. Kalthammer, 1981, S. 1 u. 1982, S. 109-110 u. 1976, S. 125, 3. Reinboth, 1965, 4. Vollbrecht, 1979, S. 169