Stolperstein für Golda-Maria Ebschütz
Das Ehrenmal auf unserem Friedhof nennt 4 Namen
Adolf Klapproth 1932
Dr. jur. Bernhard Meyer 1942
Albert Vieth 1944
Golda-Maria Ebschütz 1943


Richtiger Name eigentlich „Eibenschütz“, vermutlich Tochter (?) des in
Sülzhayn wohnhaften jüdischen Generalmusikdirektors Jose Eibenschütz
(1934 Berufsverbot, 1952 in Sülzhayn verstorben; die Ehefrau wohnte
vermutlich nach 1933 in Bad Sachsa bei ihrer Tochter, zu Jose Eibenschütz
siehe: Juden in Thüringen 1933-1945, Biographische Daten, Bd. 1, S. 100.
Angestellte (1934), Ringstraße 23 (1934), *1912, t 1943: um 1935 Angestellte im
„Fritz Sauckel-Haus“ (Bismarckstraße), der Kreisschulungsstätte der NSDAP des Kreises Nordhausen-Südharz; später Angestellte bei der Dynamit-AG in der Bismarckstraße; um 1942 wegen „Staatsfeindlicher“ Äußerungen in ein KZ bzw. Arbeitslager deportiert und dort vermutlich 1943 ums Leben gekommen; war vermutlich nicht jüdischen Glaubens, sondern erst im Zuge ihrer Deportation willkürlich zur „Halbjüdin“ erklärt.
vgl. u.a.:
(Gottschlich/Grun, Nationalsozialismus in Bad Sachsa, S. 37; dafür
spricht auch der Umstand, dass ihr Name in einer Aufstellung der in
Bad Sachsa wohnhaften Juden aus dem Jahre 1938 nicht genannt wird)
Marcus Jaeger: Bürger Bad Sachsa mit möglicherweise jüdischer Herkunft (StABS)
Aufgrund der alten Bezeichnung „Ringstraße 23“ war für die Verlegung dieses Stolpersteines fast diese markierte Stelle genutzt worden. Gerade noch rechtzeitig fiel jemandem auf, daß das Haus im Hintergrund deutlich neueren Datums ist! und die damalige Ringstraße 23 die heutige Ringstraße 2 ist!

Ebschütz, Golda Maria
geb. 13.08.1912 in Ciechanow (Polen?); verschollen, wohnhaft in Bad Sachsa; 2.3.1943 Deportation in das Generalgouvernement (2021 Boehm: Deportation from Paderborn-Hannover-Erfurt-Dresden 02nd March 1943, Auschwitz, Konzentrations-und Vernichtungslager)
vgl. u.a.:
x Bundesarchiv, Abteilung Potsdam, ZSG 138 Grundliste (GL), Reinschriftliste zum Gedenkbuch, Bd. 23, Bl. 4451;
x Thüringisches Staatsarchiv Gotha, Bestand Regierung Erfurt, Nr. 30809;
x Gedenkbuch, Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, Bundesarchiv Koblenz 1986, Bd. 1-2
x Juden in Thüringen 1933-1945, Biographische Daten, Bd. 1, S. 94, hrsg. vom Europäischen Kultur- und Informationszentrum in Thüringen Erfurt vollständig überarbeitete Neuauflage, Erfurt 2000.

EBSCHÜTZ, Golda-Maria
geb. 13.8.1912 in Chickannof (???)
Beruf: Angestellte, Religion: kath., ledig,
Staatangeh.: staatenlos (über gestrichen: „russ.“)
Ringstraße 23, erstmalig zugezogen 29.12.1931 von Großwerther
ab am 1.3.1943 nach „unbekannt“
Frau Ebschütz hatte hier keine Angehörigen!
Entwurf Stolperstein Ebschütz
Ringstraße 23
HIER WOHNTE
GOLDA MARIA EBSCHÜTZ
JG. 1912
DEPORTIERT 1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ
Begründung
Ihre „staatsfeindlichen“ Äußerungen hatte man zum Anlass genommen, sie aus reiner Willkür zur Halbjüdin zu machen. Nach ihrer Verhaftung wurde sie zunächst nach Nordhausen deportiert, wo sie bei Verladearbeiten am Bahnhof gesehen wurde. Golda-Maria Ebschütz kam 1943 unter nicht genau geklärten Umständen – vermutlich in einem Konzentrationslager – ums Leben.
Ihre „staatsfeindlichen“ Äußerungen soll sie im Fritz Sauckel-Haus (Kreisschulungsstätte der NSDAP – dem heutigen „Haus Bismarck“)
als Angestellte der „Dynamit-AG“ um 1942 gesagt haben.
„Golda Mária Ebschütz wurde 1912 in Ciechanow, Polen geboren. Vor
dem Zweiten Weltkrieg lebte sie in Bad Sachsa, Deutsches Reich.
Während des Krieges war sie in Auschwitz, Polen.
Gold Mària wurde in der Schoah ermordet.“
(„Liste von ermordeten Juden aus Deutschland“ in https://yvng.yadvashem.org)
Der Ortschronist für Tettenborn, Burkhard Schmidt, hält in seiner „Chronik des Ortsteils Kolonie – Industriegeschichte der Harzer Holzwarenfabrik Gebr. Lohoff.“ fest
[Förderverein Dorfgemeinschaft Tettenborn (Hrsg.): Pro Business, Berlin 2013, ISBN 978-3-86386-470-5.]
