Talstraße 6 + 7 – Potthoffsche Villa [ -2002]

1933 oder früher.
[Foto-Album Pastor Lindenberg/Frau Chaulant]

Im Eingangsbereich zeigt sich evtl. Pastor Lindenberg?
Der Wintergarten der Belle Etage wurde zwischenzeitlich komplett verglast
[eine typische Vorgehensweise – verständlich, aber bedauerlich]

  • 1897: Oberlehrer Huwe gründet in der
    Steinaer Straße 21 [heute Nr. 49. Später auch „Haus Kulenkampff] eine Höhere Töchterschule.
    Gleichzeitig ist er an Rhoterts Pädagogium tätig.
  • 1898: Talstraße 7: Oberlehrer H. Huwe [gleichzeitig Lehrer an der „Realschule Pädagogium“] gründet eine Mädchenschule in der Talstraße 7.
  • 1900: Talstraße 7: Frl. Amalie Potthoff kauft das Gebäude.
  • 1901: Talstraße 7: Gemeinsam mit ihren Schwestern Elisabeth und Helene wird der Schulbetrieb der „Potthoffschen Schule“ zum 01.04.1901 aufgenommen. Der Schulbetrieb beginnt am 16. April [Horst Möller, Anm. 19]

Der folgende Punkt muß noch verifiziert werden:

  • 1905: Talstraße 7: Die Geschwister Potthoff ziehen in ihre neue Schule. Das Haus [Fulst`sche Villa, Talstraße 1] haben sie 1904 gekauft [Horst Möller, Anm. 19]
  • 1905: Im August 1905 sind „26 Sachsaer Kinder“ an der Schule;
    1911: Im April 1911 sine „35 Sachsaer Kinder“ an der Schule. [StABS I.29.5]

Fräulein Amalie Potthoff schreibt Geburtstagsgrüße an die Kollegin Ida Buse, die am Pensionat Heinrich u. Pressel in Dresden [bereits in 1902 als „Frauen-Industrie-Schule“ am Eliasplatz 4] in Stellung ist. [08.09.1906, AK vs, Slg. R. Boehm]

1910, Bad Sachsa i/Südharz. 1910 [Foto-AK: Slg. R. Boehm 2555]
1910. Pensionat Potthoff … Erntereigen. [Foto-Ak: Slg. R. Boehm 2577]
1910. Menuett. Bad Sachsa i.H. 1910.
[Foto-AK: Slg. R. Boehm 2558]
1911. Pensionat Potthoff 1911 [Foto-AK: Slg. R. Boehm 2556]
  • 1912: Der „Satz des Schulgeldes“ [StABS I.29.5] beträgt für die
    Klassen 1-5: 150 M
    Klassen 7,8,9: 100 M
Circa 1915. [Foto-AK: Slg. R. Boehm HWW] [Foto: Ernst Jordan, photogr. Atelier Bad Sachsa]
Die Geschwister Potthoff sind mit auf dem Foto in der
unteren Reihe [2vl]
darüber in der 2. Reihe [mittig]
darüber in der 3. Reihe [4vl]
mit ihren Schülerinnen
07.03.1917. Helene Potthoff schreibt nach Berlin [AK: Slg. R. Boehm 2554/HWW]

Pensionat Potthoff
Talstraße 7
„…Ebenso finden die Töchter in der Potthoffschen Privat-Mädchenschule sorgfältige Ausbildung. Da es kleine Klassen sind, kann jeder Schülerin sorgfältige Beachtung und individuelle Förderung zu teil werden. Mit derselben ist ein Pensionat verbunden, in dem evangelische Töchter gebildeter Stände liebevolle Aufnahme, tüchtige Anleitung im Haushalt, gründlichen Unterricht in Sprachen, Literatur, Musik und Handarbeiten erhalten.
Außerdem gibt es noch verschiedene Privat-Töchter-Pensionate
„
und natürlich das Pädagogium…, wie man einer städtischen Broschüre um 1920 (ohne Datum, ohne Verlag) entnehmen kann.

  • Bedingt durch den 1. Weltkrieg kommt auch das Pensionat in finanzielle Schwierigkeiten und wird verkleinert, ein 10. Schuljahr angegliedert. Auch ist
    es schwierig, Lehrkräfte zu erhalten, da diese im Staatsdienst eine bessere Bezahlung erhalten; auch ist eine Teuerungszulage zu zahlen. [StABS I.29.5]

BSN ca. 05.10.1918
Einen genußreichen Abend verschaffte uns das am Dienstag, den 3. Oktober, abends 8 Uhr im
Hotel Fürst Otto von Bismarck zum Besten der hiesigen Kriegsfürsorge veranstalteten Konzert.

Patriotische, von Zöglingen der hiesigen Potthoff`schen Lehranstalt vorgetragenen Dichtungen wiesen auf den Ernst der gegenwärtigen Zeit hin, während die Opern-sängerin Frau Koch=Lemcke mit einer ganzen Reihe, von ihr in anmutigster und künstlerischer Weise zu Gehör gebrachten und von Frl. Banke feinfühlig begleiteten Liedern älterer und neuerer deutscher Tonsetzer, sowie die Gräfin Wintzingerode mit ihrem meisterhaften Vortrage Beethovenscher und Schumannscher Musikstücke uns die Not des Vaterlandes für einige Stunden wieder vergessen ließen…


Ein Brauereidirektor stürzt auf der Treppe zur Potthoffschen Villa!
Was es damit auf sich hat, muß erst noch geklärt werden. Vorab 3 kleine Schnipsel:

Um 1921
[StABS 1.6.8. Heft 1]

  • 1925: Das Töchterheim Potthoff bittet um Staatsbeihilfe von 1000 Mark um die Kosten für das laufende Schuljahr decken zu können. Zu dieser Zeit befinden sich hier 84 KInder, davon 72 aus Bad Sachsa [StABS I.26.2]
  • 1931. Talstraße 7: Die Potthoffsche Schule in der Talstraße 7 wird zum 01.04.1931 geschlossen, nachdem 5 Pensionstöcher [Internatsschülerinne] in das Pädagogium gewechselt haben. [StABS I.26.2. S. 130. H. Möller, Anm. 19]
Emailschild, 30x30cm, [Januar 2021 auf EBAY]
oben rechts signiert:
„Nickel, Pfarrer.“
links/oben:
Besitzerstempel der „Schwesternschaft der Ev. Frauenhilfe in der Provinz Sachsen e.V.

Das Emailleschild „hing lt. Vorbesitzer an Aussenfassade eines Wohnheimes in Bad Sachsa. Musste 1934 abmontiert werden und verschwand in privatem Keller“]

  • 1936: Talstraße 7: Als „Mutterhaus der Schwesternschaft der Sächsischen Frauenhilfe e. V.“ eröffnet, diente es den Schwestern als Heimstätte für ihren wohlverdienten Feierabend [Homepage Haus Feierabend]
Kleines Fotoalbum von Ilse Becker

Mehr über ihre Zeit erfahren wir
im Fotobüchlein

„In Bad Sachsa
Herbst 1936 – Herbst 1937
„

  • 1943: Talstraße 7: „Dauer- u. Erholungsheim der Ev. Frauenhilfe“ [AK].

Sehr geehrtes Fräulein Knobloch! Zu meinem Bedauern muß ich Ihnen mitteilen, daß wir in unserem Heim leider keinen Platz mehr zur Verfügung haben. Es ist in diesem Jahr schwer, hier noch einen Platz zu bekommen.
Mit deutschem Gruß Schwester Bethmann

20.06.1943 [PK DR 1943 P 312-02]
[Slg. R. Boehm]
  • 1950: Talstraße 7: Seitenflügel, Ausbau des Dachgeschosses im Hause der Evangelischen Schwesternschaft [StABS]
  • „Nach dem Kriege“: „Die Landespflegeausbildung [jetzt Schwesternvorschule] wurde in einem vom Diakonischen Werk Magdeburg bereitgestellten Freizeitheim in Bad Sachsa fortgeführt [Wikipedia]

demnächst:
Mehr über den
„NEUBAU ALTERSHEIM Bad Sachsa durch den Freundeskreis der Sächsischen Frauenhilfe Bad Sachsa e.V.“ erfahren Sie im

Fotoalbum 1955

  • 1956: Talstraße 7: Bei der Umwandlung in ein Altenpflegeheim in 1956 blieb der Nahme „Haus Feierabend“ bis heute erhalten [Homepage Haus Feierabend]
24./25.12.1966: „Heim des Friedens und der Güte“ – Im HAUS FEIERABEND verbringen 80 Männer und Frauen ihren Lebensabend – Zu Weihnachten ist es dort besonders schön.
Zu den Einwohnern gehören auch Margarete Arndt-Ober und Frau v. Davier.
  • 1973: Talstraße 7: Seit 1973 gehört das Altenpflegeheim Haus Feierabend zum Diakonischen Werk Wolfsburg e.V. [eigene Homepage]
  • 1974: Talstraße 6 + 7: Umbau des Hauses „Feierabend“ durch das Diakonische

Werk, Wolfsburg: Einbau eines Aufzuges [Bauamt Bad Sachsa]. Auch wird der Eingangsbereich neu gedacht. [03.05.1974, Brief: Slg. R. Boehm]

Links: Schwester Elke Liehmann kandidiert 1984 zur Presbyterwahl
[HK 11.10.1983]


Geschichte und Übernahme des „Haus Feierabends“ (1973)

Der Bereich der Altenerholung, den die Inneren Mission mit dem „Haus Seeblick“ ab 1964 in Bad Sachsa etabliert hatte, sollte und konnte von ihr im Laufe der Jahre weiter ausgebaut werden. Sie kam dabei in Kontakt zu der „Schwesternschaft der Evangelischen Frauenhilfe in der Provinz Sachsen“ mit Sitz in Magdeburg. Die Schwesternschaft war bereits seit 1936 in der Altenarbeit in Bad Sachsa tätig und konnte auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. In den 1930 Jahren waren vielerorts Diakonissen aus politischen Gründen aus Gemeindeschwesternstationen verdrängt worden. Dieses Vorgehen hatte auch die Provinzialabteilung der Schwesternschaft der Evangelischen Frauenhilfe, die 1935 ihren Dienst im städtischen Krankenhaus Aschersleben einstellen musste, getroffen. Mit Zustimmung der Provinzialvorsitzenden Anna Braem suchte die Oberin Friedel
Bethmann daraufhin nach einem geeigneten Ort, der der Schwesternschaft eine neue Wirkungsstäte und Existenzgrundlage bieten konnte. Der fand sich schließlich im äußersten Westen der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen, in dem 1898 erbauten Haus Talstraße 7 des Kurorts Bad Sachsa.
Das Haus, ein ehemaliges Privatlyzeum, die „Potthoffsche Schule“, wurde gepachtet und diente von nun an als Altenheim. Es bot den Jungschwestern die Möglichkeit sowohl zur theoretischen Ausbildung als auch zur praktischen Übung. Da das Gebäude aber aufgrund der Nachfrage und der Rentabilität schon bald nicht mehr ausreichte, pachteten die Diakonissen wenige Jahre später zusätzlich die Häuser Talstraße 10 und Goethestraße 1, mit zehn bzw. sechs weiteren Plätzen. Die Entscheidung hierfür traf Schwester Lenchen Bombach, die, wie Oberin Bethman, schon seit 1936 in Bad Sachsa war. Da Bad Sachsa 1945 durch Gebietstausch zwischen den britischen und sowjetischen Oberkommando an die britische Besatzungszone fiel [Anm. Ralph Boehm: siehe hierzu die Abhandlungen bei dem Kapitel „GRENZE“] und der Kontakt zum Provinzialverband in Magdeburg brüchig wurde, gründete sich 1949 unter Führung des Konsistorialrats Dr. Bream, Ehemann der zu der Zeit im Altenheim lebenden ehemaligen Provinzialvorsitzenden Anna Braem, ein Freundeskreis, der die Funktion eines rechtkräftigen Trägervereins übernahm. Der „Freundeskreis des Mutterhauses der Schwesternschaft der sächsischen Frauenhilfe in Bad Sachsa e. V.“ verfolgte das Ziel, das von der Schwesternschaft in Bad Sachsa zunächst gepachtete und 1950 erworbene Altenheim
„Haus Feierabend“
(entstanden aus dem Namen „Feierabendhaus der Schwesternschaft“),

unabhängig von der Zentrale in Magdeburg zu betreiben, um die in Bad Sacha geleistete Altenarbeit auch zukünftig sicherstellen zu können. Da die Nachfrage nach Heimplätzen weiter stieg, fasste man den Entschluss, das Altenheim zu sanieren und zu erweitern. Wegen fehlender finanzieller Unterstützung, musste die Schwestern-schaft mehrere Darlehen aufnehmen, um die Erweiterung des Altenheims zum neu entstandenen „Haus Feierabend“ finanzieren zu können. [Dr. Braem richtete auch an die amerikanische Sektion des Lutherischen Weltbundes eine Bitte um einen finanziellen Zuschuss, die mit einem Darlehen über 5.000 DM beantwortet wurde. In Dr. Braems Schreiben findet sich auch eine Beschreibung des Aufgabenbereichs der Schwesternschaft. Neben Mutterhaus und Altenheim in Bad Sachsa mit Oberin, vier Schwestern und Schwesternkursen mit drei bis sechs Schülerinnen, existierten Gemeindeschwesternstationen in der Ostzone mit fünf und in der Westzone mit sechs Schwestern. Außerdem wurde eine Krankenhausstation in Lennep mit zwölf Schwestern und eine Krankenpflegeschule in Schwerte und Soest mit fünf Schwestern betrieben. Vgl. H.-G. Gellersen, „Haus Feierabend“ in Bad Sachsa – 1936 bis 1972 – Ein Beispiel für Diakonie in schwieriger Zeit –, in: Das Diakonische Werk Wolfsburg e.V., 50 Jahre „Haus Feierbend“, S. 8. Zum Baubeginn im Winter 1955 war Probst Müller aus Naumburg, bis 1960 Vorsitzender des Freundeskreises, anwesend.] Die schon 1952 erstellen Baupläne konnten zunächst nicht verwirklicht werden, da die Kirchengemeinde Bad Sachsa als Teil der altpreußischen Union nun zur westfälischen Landeskirche gehörte, während sich die Schwesternschaft dem Dachverband des „Vereins für Innere Mission der hannoverschen Landeskirche“ anschloss. Aufgrund der doppelten Zugehörigkeit sowohl zur Evangelischen Kirche von Westfalen als auch Inneren Mission der hannoverschen Landeskirche lehnte die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers die Bitte zur Finanzierungshilfe ab. Erst als Darlehen von verschiedenen Seiten eingeworben waren, konnten die Umbauarbeiten am Altenheim 1955 begonnen werden, die bereits ein Jahr später beendet werden konnten. Oberin Friedel Bethmann berichtete 1961 aus ihren Erinnerungen folgendes
„Als wir dann 1956 dieses Haus einweihen durften und die Zimmer sich füllten mit all den betagten Menschen, die sich in unsere Obhut begaben, wussten wir, dass wir zu einem kleinen Teil dazu beigetragen hatten alten Menschen eine Heimat zu schaffen. Wir konnten die gemieteten Häuser aufgeben, denn wir hatten durch den Erweiterungsbau 40 neue Plätze geschaffen und die Zahl auf 73 erhöht.
Bis heute sind 236 alte Menschen durch unser Heim gegangen in den 25 Jahren, ausser den Erholungsgästen der ersten Zeit. Bis auf etliche, die ihren Wohnsitz änderten, haben sie hier ihr Leben beschlossen. Es sieht aus, als wäre die Zahl nicht sehr hoch, sie lässt aber erkennen, dass viele ein hohes Alter erreichten und lange in unserem Heim lebten.
So haben wir es bisher zweimal erlebt,
dass Insassen 19 Jahre bei uns lebten.“

Nach Jahren der finanziellen Unabhängigkeit, in denen es jedoch an Rücklagen gefehlt hatte, wurde das Fehlen neuausgebildeter Schwestern für die Schwesternschaft der Frauenhilfe im zunehmenden Maße problematisch. Da die Gefahr bestand, dass das Haus aufgrund des Alters der Diakonissen und aufgrund mangelnden Pflege-personals schließen musste, wandte sich Oberin Friedel Bethmann an das „Diakonische Werk Wolfsburg e.V.“, wie sich die Innere Mission von 1972 an nannte. Da das „Diakonische Werk Wolfsburg e.V.“ zu der Zeit eine Lösung für das den gestiegenen Ansprüchen nicht mehr genügende „Haus Seeblick“ suchte und bereits Pläne zum Bau eines umfangreichen Altenerholungsheims und Altenwohnheims in Bad Sachsa entwickelt hatte, eröffnete sich mit der Anfrage der Schwesternschaft für das „Diakonische Werk Wolfsburg e.V.“ die Gelegenheit das „Haus Feierband“ und das entstehende Seniorenzentrum miteinander zu kombinieren. Nachdem sich der Freundeskreis von der vorbildlichen Arbeit in Wolfsburg überzeugt hatte und sicher war, dass das Heim im bisherigen Sinne und Geiste weitergeführt werden würde, so Pastor Lüke, damaliger Vertreter des Freundeskreises, übernahm das „Diakonische Werk Wolfsburg e.V.“ „Haus Feierabend“ zu Beginn des Jahres 1973. Ein umfassender Umbau in Höhe von 2,1 Millionen DM und eine Erweiterung der Heimplätze ermöglichten es dem „Diakonischen Werk Wolfsburg e.V.“ die Einrichtung ab 1974 unter Bei-behaltung des Namens „Haus Feierabend“ sowohl als Alten- als auch als Pflegeheim zu nutzen. Insgesamt elf weitere Plätze kamen hinzu, als auch das Schwestern-haus und das Haus der Heimleitung übernommen wurden. Die Oberin Friedel Bethmann, die die Heimleitung bis kurz vor ihrem 80. Geburtstag innehatte, konnte diese nun dem Ehepaar Stoppe übertragen, das vorher in leitender Funktion im Michaelis-Heim in Brome tätig war. Während Ruth Stobbe, die ihre Ausbildung zur Alten-pflegerin in der Altenpflegeschule des Diakonischen Werkes Wolfsburg absolviert hatte, die Heimleitung übernahm, wurde Arthur Stobbe Technischer Leiter. Er betreute 1975 auch den Bau des Seniorenzentrums am Bornweg. 1981 übernahm Elke Liehmann, die ebenfalls in Wolfsburg ausgebildet worden war, und zuvor zwei Jahre lang das Diakoniehochhaus geleitete hatte, die Heimleitung des „Haus Feierabends“. Nach einigen weiteren Umbauten in den folgen Jahrzehnten, musste 2003 auch der Altbau, die ehemalige „Potthoffsche Schule“, einem neuen Gebäudeteil weichen.
[vgl. in: Diakonie Wolfsburg: Forschungsbericht, Pastor Erich Bammel (1913-1985) und die Gründung des DIAKONISCHEN WERKES WOLFSBURG e.V.. /
bitte dort die einzelnen Zitate nachvollziehen]

Zum Wirken der Diakonie Wolfsburg siehe u.a. auch unter
Bismarckstr. 26: Haus Seeblick
HIndenburgstr. 7
Bornweg 10: Seniorenzentrum

  • 2002: Talstraße 6 + 7: Im April 2002 wird die Potthoffsche Villa abgerissen.
21.09.2002. Richtfest fürs Haus Feierabend [HK 21.09.2002]
  • 2003: Talstraße 6 + 7: Einweihung des Neubaus des Altenpflegeheims „Haus Feierabend“ am 16.08.2003. 27 neue Einzelzimmer [jeweils mit Naßzelle].
HK 12.08.2003. Ankündigung zum Tag der offenen Tür zur Einweihung
[3 Fotos:
Eigene Homepage]
  • 2017: Talstraße 6 + 7: Mit seinen 82 Einzelzimmern in überschaubaren Wohnbereichen bietet es die besten Voraussetzungen für ein Leben im Alter. Das Angebot umfasst sowohl die vollstationäre Pflege als auch die Kurzzeitpflege [eigene Homepage]
  • 2023: Talstraße 6 + 7: Schließung des Altenheims [HK 03. + 07.07.2023].
  • 2023: ????: Zum Kauf stehen ca. 2.000qm, Wohnfläche 614qm, Kaufpreis 2.400.000 €

2015. [Foto: Jürgen Jacob]

Die Diakonie Südharz und das Ende des Hauses

FEIERabend in 2016
Die Diakonie Südharz und das Ende des Hauses Feierabend

Renovierung des Heims blieb ohne Effekt

Harz Kurier online. 07.02.2016, 19:28 | Lesedauer: 4 Minuten

Das Haus Feierabend in Bad Sachsa könnte verkauft werden.

Foto: Kirsten Buchwald

Bad Sachsa  Geschäftsführung und Heimbeirat des Hauses Feierabend äußerten sich zur Lage des Betriebs.

Das Altenpflegeheim Haus Feierabend ist in wirtschaftliche Schieflage geraten. Ende März soll die Entscheidung fallen, ob die Diakonie Südharz es verkaufen wird (wir berichteten). Zu den Gründen der schlechten Entwicklung des Betriebes sagt Geschäftsführer Rolf-Werner Günther, dass man vom Effekt der Renovierung des Hauses etwas enttäuscht war: „Nachdem die Renovierung abgeschlossen war, erhofften wir uns eine bessere Belegung. Doch die aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten benötigte Nachfrage blieb aus. Diese Situation ist es, die die Geschäftsführung zum Handeln zwingt.“

„Schon nach Gründung der Tochtergesellschaft im Jahr 2003 war abzusehen, dass ein wirtschaftlicher Betrieb schwierig ist.“

Ralf-Werner Günther, Geschäftsführer der Diakonie, über die Probleme

Die Auslastung des Hauses ist nicht zufriedenstellend und die Konkurrenz groß. „Schon nach Gründung der Tochtergesellschaft 2003 war abzusehen, dass ein wirtschaftlicher Betrieb schwierig ist“, so der Geschäftsführer. „Daher verzichtete das Mutterunternehmen von 2003 bis 2005 auf einen Teil seiner finanziellen Forderungen und leistete Aufwandszuschüsse in Höhe von insgesamt einer Million Euro.“

Zuschüsse der Diakonie

In den Folgejahren seien dann weitere Zuschüsse in die Diakonie Südharz geflossen, in einer Höhe von 300 000 Euro etwa. Umlagen für die Verwaltung der Diakonie Wolfsburg seien auf einem niedrigen Niveau gehalten worden.

Im Unternehmen griffen für das Haus Feierabend in den Jahren 2005 und 2006 Notlagenregelungen, ebenfalls von 2007 bis 2009 sowie von 2010 bis 2014.

Rolf-Werner Günther führt auch die Personalkosten als einen wesentlichen Grund für die schlechte Bilanz des Hauses an und verweist auf die im Vergleich zur regionalen Konkurrenz höheren Löhne der Beschäftigten.

2014 sei den Mitarbeitern in Bad Sachsa auf freiwilliger Basis ein Weihnachtsgeld in Höhe von 20 Prozent ausgezahlt worden, so Günther. Für ihn war dies „eine Geste des Dankes an sein sehr engagiertes Mitarbeiter-Team.“

In den seit Oktober 2015 geltenden Pflegesätzen für das Haus Feierabend finden nun allerdings wieder Jahressonderzahlungen Berücksichtigung, eben auch gestiegene Personalkosten, die sich so erklären: Gezahlt werden nun auch durch die Notlagenregelungen ausgesetzte, aber anteilig nachzuholende Tariferhöhungen für die Mitarbeiter.

Nachdem sich die Geschäftsführung des durch die Diakonie Südharz geführten Hauses zu den Schwierigkeiten der vergangenen Jahre geäußert hat, beschäftigten sich nun auch die Bewohner mit dem drohenden Verkauf des Hauses, in dem sie leben. Jutta Schmalz, Vorsitzende des Heimbeirates, und Hans-Lutz Pohlmann, ihr Stellvertreter, wollen die gute Qualität der Pflege und der Arbeit im Haus in den Vordergrund stellen und somit ein positives Bild in die Öffentlichkeit tragen. „Es gibt hier nur qualifizierte Mitarbeiter“, erklärt Hans-Lutz Pohlmann. In anderen Häusern sei das nicht unbedingt der Fall, sagt er.

Viele Angebote des Hauses

Darüber hinaus äußern sich beide Heimbeiratsmitglieder positiv zu den im Haus gemachten Angeboten: Es gebe diverse Angebote zur Freizeitgestaltung sowie eine gute Organisation von Festen und Feiern, kostenlose Fahrten zum Einkaufen und zu Ärzten, Gottesdienste, Ausflugsfahrten und weitere altersgerechte Hausangebote.

Eines ist beiden darüber hinaus besonders wichtig: „Es besteht ein harmonisches Verhältnis zwischen Bewohnern und Mitarbeitern, so dass auch auf persönliche Wünsche eingegangen wird“, sagt Jutta Schmalz. Auch die Renovierung des Hauses findet Lob.

Es stehen nun 82 Einzelzimmer mit eigener Nasszelle zur Verfügung, Möbel können von zu Hause mitgebracht werden. „Einzelzimmer, das ist nicht in jedem Heim so“, weiß Hans-Lutz Pohlmann zu berichten. „Viele Angebote hier sind kostenfrei, andere Häuser stellen solche Dinge in Rechnung.“ Jutta Schmalz fasst zusammen: „Man kann sich hier sehr gut aufhalten.“ kw

Rinn in die Kartoffeln – Russ us die Kartoffeln

Diakonie wird Haus Feierabend weiterbetreiben

Doch kein Feierabend im Haus Feierabend

Harz Kurier online. 18.02.2016, 14:23 | Lesedauer: 2 Minuten

Das Haus Feierabend in Bad Sachsa.

Foto: Kirsten Buchwald

Bad Sachsa  Geschäftsführung, Heimleitung und Mitarbeiter arbeiten an gemeinsamer Lösung. Man sei durch die große und positive Resonanz motiviert und gestärkt.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von verschiedenen Quellen, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.

Das Seniorenheim Haus Feierabend wird in der Trägerschaft der Diakonie Südharz weiterbetrieben. Das teilte die Gesellschaft jetzt in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Demnach würden Geschäftsführung, Heimleitung und Mitarbeiter an einer gemeinsamen, dauerhaften Lösung arbeiten. Man sei durch die große und positive Resonanz aus dem Haus selbst und aus dem Ort motiviert und gestärkt.

„Nachdem wir gemeinsam Ideen entwickelt haben, sind jetzt alle sehr optimistisch. Wir packen das.“

Detlef Heider, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung, über den Fortbestand

„Wir haben uns noch einmal zusammengesetzt und intensiv beratschlagt, wie es weitergehen kann. Uns allen war immer klar, dass wir dieses Haus nicht verlieren wollen“, sagt Geschäftsführer Ralf-Werner Günther.

„Alle sind optimistisch“

„Nachdem wir gemeinsam Ideen entwickelt haben, sind jetzt alle sehr optimistisch. Wir packen das“, ist auch Detlef Heider, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung der Diakonie Südharz und Mitglied des Aufsichtsrats überzeugt. „Wir werden sehen, welche Ideen umsetzbar sind. Unser Ziel ist es, den Bewohnern mit ihren Wünschen und Bedarfen gerecht zu werden“, so Heider.

Fest stehe, dass sich das Haus künftig stärker nach außen öffnen möchte. „Besucher sind uns immer willkommen“, betont Dietrich Fiekas, kommissarische Heimleitung. An den täglichen Aktivitäten wie Kegeln, Gymnastik, Sturzprophylaxe oder auch Gesellschaftsspiele und Singnachmittage könnten Interessierte jederzeit teilnehmen. Die Angebote seien offen für externe Besucher, das gelte insbesondere auch für die wöchentlichen Andachten.

Auch Pastor Bernd Menzel von der ev. Kirchengemeinde in Bad Sachsa freue sich über den Fortbestand des Traditionshauses und gerade auch über die Aufrechterhaltung des besonderen

Erneute Rolle rückwärts: HK 07.07.2023

Echo zum Sonntag, 22.07.2023
Treffender kann man den Begriff „Diakonie“ nicht zusammenfassen!

27.09.2023: Name ist weg, Verantwortung ist weg.
Ein namenloses leerstehendes Haus
[27.09.2023, Foto: Ralph Boehm]

Kirchliche Vertreter, mit den Bad Sachsaer Verhältnissen vertraut:
… Als Kirchengemeinde hatten wir darauf keinerlei Einfluss. Wir hätten uns eine frühzei-
tige gemeinsame Suche nach einer besseren Lösung gewünscht – oder jedenfalls einen Umgang mit Bewohnern und Mitarbeitern, der der Diakonie würdig gewesen wäre…“
Hans-Christian Metzger
Urs Ebenauer.
[St. Nikolai Nachrichten im Juli 2023]

Altenheim schließt im Harz: Wie es zum Feierabend im „Haus Feierabend“ in Bad Sachsa kommen konnte 26.08.2024, 20:00 Uhr • Lesezeit: 6 Minuten

Thorsten Berthold

Thorsten Berthold Redakteur

Das Altenheim Haus Feierabend in Bad Sachsa wurde im Jahr 2023 überraschend geschlossen. 

Das Altenheim Haus Feierabend in Bad Sachsa wurde im Jahr 2023 überraschend geschlossen.  © FMN | Thorsten Berthold

Bad Sachsa. Im Sommer 2023 verkündet die Diakonie Wolfsburg die Schließung des Alten- und Pflegeheims im Südharz. Die ganze Entwicklung in der Zusammenfassung.

Die umgehende Schließung des Pflegeheims „Haus Feierabend“ der Diakonie Wolfsburg in Bad Sachsa hat im Sommer 2023 den Südharz schockiert. 60 Bewohner mussten kurzfristig eine neue Heimat für ihren Lebensabend finden, dazu kommen 57 Mitarbeitende unterschiedlicher Berufsgruppen vor Ort. Wie aber kam es dazu? Die Redaktion des Harz Kurier stellt die Ereignisse, die bis heute Gesprächsthema in Bad Sachsa sind, in einer Zusammenfassung vor.

Aus für das Pflegeheim in Bad Sachsa: Die Geschichte im Überblick

Die Nachricht war zunächst am 4. Juli 2023 dem Personal und am 5. Juli per Post den Anwohnern mitgeteilt worden. Das berichteten damals Angehörige. „Wir haben nicht damit gerechnet. Auch da bis zuletzt sogar im Haus Renovierungsarbeiten vorgenommen wurden und auch neue Bewohner aufgenommen wurden“, erklärten mehrere Angehörige. Angst ging um, dass Angehörige auf der Straße landen könnten. Seitens der Diakonie erklärte man auf Nachfrage der Redaktion, dass weder Bewohner noch Mitarbeiter Angst haben sollten: Aktuelle Bewohner könnten, „bis sie einen Platz bei einem anderen Träger in der Region gefunden haben, in eines unserer anderen Heime in Wolfsburg ziehen.“
„Fehlendes Personal, die Zunahme der Bürokratisierung und die stark gestiegenen Kosten für die Aufrechterhaltung des Betriebs haben uns keine andere Wahl gelassen“. Verantwortliche der Diakonie Wolfsburg

Auch die Mitarbeitenden müssten keine Angst davor haben, bald ohne Job dazustehen. „Auf Wunsch bekommen sie einen neuen Arbeitsbereich bei der Diakonisches Werk Wolfsburg gemeinnützige GmbH“, heißt es in der Mitteilung. Diese befinden sich, wie der Blick auf die Homepage der Diakonie zeigt, sowohl als Arbeits- oder Wohnplatz entweder in Wolfsburg direkt (ca. 141 Kilometer entfernt), oder in der Gemeinde Brome (ca. 167 Kilometer).

Vor allem die Frage nach dem Warum für die Schließung stand in der Diskussion. Dazu teilte die Diakonie damals mit: „Leider ist die langfristige Sicherstellung einer guten Pflege und Betreuung unter den gegebenen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am Standort Bad Sachsa nicht mehr möglich. Wir waren dort immer ein zuverlässiger Partner im Bereich der stationären Pflege. Die Situation in der Pflege hat sich jedoch zunehmend verändert und verschärft. Fehlendes Personal, die Zunahme der Bürokratisierung und die stark gestiegenen Kosten für die Aufrechterhaltung des Betriebs haben uns keine andere Wahl gelassen. Zudem stehen freie Träger von Pflegeheimen vor der großen Herausforderung, nötige Investitionen ohne großes Eigenkapital zu tätigen, da wir keine großen Gewinne erwirtschaften dürfen, im Gegensatz zu privaten Anbietern. Wir sind hier auf die Refinanzierung durch den Staat angewiesen. Der Fachkräftemangel und auch der Mangel an geeignetem Führungspersonal ist für uns nun noch verschärfend hinzugekommen.“

Gewerkschaft Ver.di erhebt schwere Vorwürfe gegen die Diakonie
Bei der Mitarbeitervertretung im Haus, wie der Gewerkschaft Ver.di wurde die Lage komplett anders bewertet. „Wir sind als Mitarbeitervertretung nicht vorab rechtzeitig durch die Geschäftsführung informiert worden.“ Ein konkretes Datum zur Schließung sei nicht genannt worden, sondern vom „schnellstmöglichen Zeitpunkt“ die Rede. Das führe jetzt auch zu großer Belastung und Verunsicherung für die Bewohner, die neue Wohnmöglichkeiten finden müssen, sagte Julia Niekamp von der Gewerkschaft Verdi.
„Binnen drei Jahren gab es beim Haus Feierabend einen ständigen Wechsel mit acht Einrichtungsleitungen – wie soll das funktionieren?“
Julia Niekamp Ver.di

Auch zu den wirtschaftlichen Problemen, die die Diakonie als Grund für die Schließung angibt, hatte sie eine klare Meinung: „Binnen drei Jahren gab es beim Haus Feierabend einen ständigen Wechsel mit acht Einrichtungsleitungen – wie soll das funktionieren?“ Auch habe das Haus ständig mit dem Weggang des Personals, auch in der Pflege, zu kämpfen gehabt, was ebenfalls auf Managementfehler schließen lasse: „Bei der Diakonie Wolfsburg und damit auch beim Haus Feierabend gilt der mit Verdi abgeschlossene Tarifvertrag für die Diakonie Niedersachsen, (TV DN). Damit ist das Haus Feierabend im Südharz das einzige Seniorenheim mit Arbeits- und Gehaltsbedingungen zu Tarifstandards – wenn einem dann trotzdem die Beschäftigten weglaufen, mit der Folge einer reduzierten Bewohnerbelegung, dann lässt das auf arge hausgemachte Probleme in der Leitung schließen.“

Landkreis Göttingen erklärt, dass die Schließung in Bad Sachsa schon zwei Monate eher geplant war

Ein ganz neues Licht auf das Problem in Bad Sachsa warfen dann die Aussagen der Pressestelle des Landkreises Göttingen auf. Die Redaktion hatte angefragt, wie die Heimaufsichtsbehörde, das Kontrollorgan der Alten- und Pflegeheime, die Lage in Bad Sachsa bewertet. Der Landkreis erklärte, dass die Behörde bereits am 9. Mai – also fast zwei Monate vorher – „erstmalig völlig überraschend über die beabsichtigte Schließung der Einrichtung informiert wurde“. Daraufhin seien die Verantwortlichen aus Osterode umgehend am nächsten Tag, dem 10. Mai, zur Einrichtung nach Bad Sachsa gereist, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Dann kam es zur Kehrtwende: Am 11. Mai habe die Heimaufsichtsbehörde seitens der Diakonie die Rückmeldung erhalten, „dass die Schließung nochmals überdacht würde“.

Am 16. Mai sei dann ein weiteres, persönliches Gespräch mit dem Träger der Einrichtung erfolgt, in welchem der Heimaufsichtsbehörde mitgeteilt wurde, dass der Betrieb uneingeschränkt weiter laufe und es zu keiner Schließung kommen werde. Doch diese Aussage galt nicht lange: Am 28. Juni – also ca. eine Woche vor dem Personal, informierte die Diakonie dann die Heimaufsichtsbehörde, dass das Altenpflegeheim in Bad Sachsa nunmehr auf jeden Fall geschlossen werde


Persönliche Stellungnahme 

zur Schließung des altehrwürdigen Haus Feierabend
von Ralph Boehm:

Herzlichen Glückwunsch zum 50jährigen!
Alt-Bürgermeister Karl-Otto Wienecke, könnte er uns zuhören, würde es nicht glauben, was diese heutige Diakonie in Bad Sachsa für einen „Wandel“ durchmacht. Diese Diakonie, „nomen est omen“ gilt nicht mehr! Diakonie steht offensichtlich nicht mehr für den Dienst – für den Dienst für hilfe-bedürftige Menschen. – Leider kein Einzelfall in Bad Sachsa! Nach dem Schließen und jahrelangen Leerstand des Borntales und dem „sich zurückziehen“ aus dem Seniorenzentrum am Bornweg nun der Dritte Fall! — Nach dem Sterben der Kliniken/Kurhäuser aufgrund der Gesundheitsstrukturgesetzte der 1980/90er Jahre (Bad Sachsa verlor direkt ca. 10 große Einrichtungen!!!) ein erneuter Schlag durch Diakonie und die Sozialpolitik des Gesetzgebers, der Bad Sachsa unmittelbar und hart trifft und eben nicht durch die Politik vorort zu verantworten ist. Es wird Zeit – nein: es ist überfällig, dass die überregionale Politik anders gestaltet wird und die Leistungen dieser Stadt über Jahrzehnte anerkannt werden!
Der Diakonie und der Stadt Bad Sachsa ist zu wünschen, dass eine Nachfolge-nutzung, vielleicht auch durch die anderen in Bad Sachsa ansässigen in diesem Bereich tätigen Unternehmen, zügig gestaltet werden kann. Ralph Boehm.

[auf Facebook 23.07.2023]


Doch dann wird im Harz Kurier „eine überraschende Wendung“ angekündigt

[Auszüge, Harz Kurier 27.09.2025, 19.50 Uhr]
Feierabend im Haus „Feierabend“ in Bad Sachsa: Die überraschende Schließung des Seniorenheimes der Diakonie Wolfsburg – sie hat im Südharz im Sommer 2023 für einen Schock gesorgt. 60 Bewohnerinnen und Bewohner mussten damals kurzfristig eine neue Heimat für ihren Lebensabend finden, dazu verloren 57 Mitarbeitende unterschiedlicher Berufsgruppen ihren Job.
…Gerüchte gab es regelmäßig, dass angeblich Betreiber anderer Altenheime vor Ort das „HAUS FEIERABEND“ gekauft hätten – allesam falsch. Jetzt steht fest: das Seniorenheim wird eine Wiedereröffnung erleben m mit einer Wendung, die in Bad Sachsa sicher niemand erwartet hätte.

Diakonie Wolfsburg plant Mega-Projekt für Demenzzentrum

Es ist ein Mega-Projekt, dass das Diakonie Wolfsburg jüngst für die VW-Stadt vorgestellt hat: 33 Millionen Euro sollen in das neue
„Leben mit Demenz – Daikonisches Kompetenzzentrum in Niedersachsen“
investiert werden….
Was hat das mit Bad Sachsa zu tun?
Für die Pläne soll das sogenannte Hanns-Lilje-Heims der Diakonie auf dem Klieversberg in Wolfsburg abgerissen werden – und deren Bewohnerinnen und Bwohner sollen nunmehr im Südharz eine neue Heimat für ihren Lebensabend finden.
…Bleibt vor allem die Frage, wann das ehemalige „Haus Feierabend“ im Südharz seine Wiedereröffnung feiern wird.
Dazu teilt Bettina Enßlen mit:
„Wir gehen derzeit davon aus, dass wir Anfang 2026 den Betrieb in Bad Sachsa aufnehmen.“
Bis dahin sind aber noch einige Arbeiten zu erledigen, denn im Südharz sollen vor allem Menschen mit (geronto-)psychiatrischen Veränderungen untergebracht werden.

Persönliche Meinung von Ralph Boehm: Vertrauen aufbauen dauert lange – Vertrauen verspielen geht sehr schnell… Schau`n wir mal, wie es weitergeht…


So mag ich nicht aufhören:
Ich möchte lieber gute Seiten in Erinnerung behalten:
Noch in 2017 wirbt das Diakonische Werk Wolfsburg auf der eigenen Homepage „Mit seinen 82 Einzelzimmern in überschaubaren Wohnbereichen bietet es die besten Voraussetzungen für ein Leben im Alter. Das Angebot umfasst sowohl die vollstationäre Pflege als auch die Kurzzeitpflege.“
„Sicher und geborgen zuhause im Altenpflegeheim Haus Feierabend“
[Werbung in den „St. Nikolai Nachrichten Dez 2017/Feb. 2018]

„Stationäre Pflege, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, Einzelzimmer, Umfangreiche Serviceleistungen ohne Mehrkosten“
Sophie Teuscher:
wir bedanken uns bei
„Bad Sachsa hilft sich“
für diese liebe Geste…
[Elke Baldenweck nimmit an. Facebook 9.4.2020]

Geschichte der Schwesternschaft in Stichworten

[H. Bedenbender, Geschichte der Schwesternschaft in Stichworten, in: Das Diakonische Werk Wolfsburg e.V., 50 Jahre „Haus Feierabend“, S. 4. Bedenbender ergänzt: „Im Jahr 1986 gehören noch zwei Schwestern zur Schwesternschaft: Schwester Lenchen Bombach (86 Jahre) und Schwester Melanie Keßler (74 Jahre). Nur Schwester Lenchen wohnt noch in Bad Sachsa“. Vgl. Schwester Elke Liehmann, Erinnerungen. Nach einem Gespräch mit Schwester Lenchen Bombach und Ilse Krieghoff, in:
Das Diakonische Werk Wolfsburg e.V., 50 Jahre „Haus Feierabend“, S.14f.]

(vgl. in: Diakonie Wolfsburg: Forschungsbericht, Pastor Erich Bammel (1913-1985) und die Gründung des DIAKONISCHEN WERKES WOLFSBURG e.V.. /
bitte dort die einzelnen Zitate nachvollziehen)

1902 Gründung des „Verbandes der Frauenhilfe in der Kirchen-provinz Sachsen“. Ausbildung von Helferinnen für die ländliche Krankenpflege.
1914-1918 Einsatz von Helferinnen der Frauenhilfe in Lazaretten und Krankenhäusern; Fortsetzung der Ausbildung der Helfer-innen bis zum staatlichen Krankenschwesternexamen.
1920 Privatpflegestation der Frauenhilfe in Magdeburg mit diesen Schwestern.
1921 Gründung der Schwesternschaft der Frauenhilfe durch den Hauptvorstand des Gesamtvereins der Frauenhilfe in Potsdam.
1921 Zusammenschluss von etwa acht Schwestern in Magdeburg zu einer Provinzialabteilung der Schwesternschaft mit Schwester Friedel Bethmann als erster und einziger Oberin.
Anschluss an die „Zehlendorfer Konferenz“.
1924 Die neue Schwesternschaft entsendet Gemeindeschwestern in Gemeindestationen.
1925 Erste Lernschwestern werden aufgenommen und ausgebildet. Praktische Ausbildung in benachbarten Mutterhäusern in Halle, Halberstadt und Wittenberg.
1931-1935 Übersiedlung der Schwesternschaft nach Aschersleben.
18 Schwestern sind am städtischen Krankenhaus tätig. Eigene Krankenpflegeschule.
1935 Lösung des Vertrags aufgrund von Schwierigkeiten. Einsatz von Schwestern in anderen Krankenhäusern.
1936 Umzug nach Bad Sachsa. Pachtvertrag über das Haus Talstraße 7 zur Einrichtung eines Altenheimes.
1940/42 Kaufvertrag über das Haus, der 1950 in Kraft treten soll.
1945-1948 Allmähliche Trennung der Schwesternschaft vom Provinzialverband der Frauenhilfe in Magdeburg infolge der Grenzziehung.
1949-1950 Gründung des Freundeskreises des Mutterhauses der Schwesternschaft der Frauenhilfe in der Kirchenprovinz  Sachsen, Bad Sachsa e.V. als von Magdeburg unabhängigem Rechtsträger.
1950 Erfüllung des Kaufvertrages durch den Rechtsträger.
1955-1956 Erweiterung des Hauses Feierabend auf 75 Plätze durch einen Anbau.
1973 Übergabe des Hauses Feierabend an „Diakonisches Werk Wolfsburg e.V.“

Der Schwesternschaft verbleibt das Haus Steinaer Straße 55.

1977 Übernahme des Schwesternhauses durch „Diakonisches Werk Wolfsburg e.V.“.
1978 Oberin Friedel Bethmann stirbt.