WASSER ist LEBEN

Vorwort

Siehe unter: Die Uffe (Von der Quelle bis zur Elbe)
Siehe unter: Die Trinkwasserversorgung
Siehe unter: Die Mühlen
Siehe unter: Heilwasser: Das Sachsa`er Stahlwasser
Siehe unter: Hochwasserschutz
Siehe unter: Wasser ist Leben

  1. Vorwort
  2. Die Quellen
  3. Die Brunnen
  4. Die Tiefenbrunnen
  5. Die Hochbehälter
  6. Der Wasserleitungsverband + die Talsperre im Steinatal
  7. Stadtwerke Bad Sachsa

Die Bedeutung der Uffe als Wasserlieferant

Vor Anlage der Wasserleitung hatte die Uffe für die Einwohner eine größere Bedeutung als Wasserlieferant als heute [Hallbauer III, S. 151 f.). Daher wurde auf die Reinhaltung des Uffewassers mehr geachtet als jetzt. Das beweist die nachstehende Anzeige des Webers Wilhelm Stecher an den Magistrat vom 30. September 1858. Sie lautet:
Sachsa, den 30.9.1858
An einen wohllöblichen Magistrat
hier.
Ganz gehorsamste Anzeige des Webers Wilhelm Stecher.
Jetzt eben erschien der Knecht des Herrn Doktor Kumerow. Wie ich denselben gewahrte, kam es mir vor, als ob derselbe des Herrn Doktors Pferd im Mühlgraben wassen wollte. Es geschah auch. Ich warnte denselben, er solle hier sein Pferd nicht baden, da wir aus demselben das Wasser zu Kochen herausnehmen müßten, weil wir doch auf unserem Groschenplan (xxxxx) kein anderes haben. Nachdem ich denselben mehrere Male gewarnt habe, blieb derselbe doch im Graben, und sein Pferd wurde gewaschen, wo doch einem jeden der Appetit zum Kochen aus solchem Wasser vergehen wird.
So bitte ich einen wohllöblichen Magistrat keine Fehlbitte getan zu haben und denselben zu warnen, daß solche Schweinigeleien nicht wieder vorkommen. Als Zeuge
der Webergesell Karl Köhler
Achtungsvoll
Wilhelm Stecher

Darauf erhielt Stecher folgende Antwort:
Auf Ihre Eingabe vom 30. v. Mts. wird Ihnen zum Bescheide erteilt, daß, wie Ihnen bereits mündlich eröffnet, Ihre Beschwerde wegen Waschung des Dr. Kumerowschen Pferdes in dem Mühlgraben ganz unbegründet erscheint, da es Ihnen sehr gut und ohne Belästigung möglich ist, Ihren Bedarf an Kochwasser oberhalb der Stelle, wo das Pferd das Wasser berührte, zu entnehmen.
Ihr ganz unschickliches und strafwürdiges Benehmen wird Ihnen für diese mal allen Ernstes verwiesen, für die Folge aber nicht ungeahndet gelassen werden.
Sachsa, den 1. Oktober 1858.
Die Polizeiverwaltung.
gez. Unterschrift.


Sachsa hatte wie auch viele andere Orte keine Wasserleitung. Daher mußte das nötige Wasser zu Genußzwecken aus der Uffe und aus Brunnen entnommen werden. Wenige Häuser werden einen eigenen Brunnen besessen haben. [vgl. Hallbauer III, maschinegeschriebenes Skript, StABS Bad Sachsa]


Ist dann noch genug Trinkwasser verfügbar?

Eine klare Antwort wird in diesem Artikel des Harz Kuriers durch die Verantwortlichen nicht gegeben!
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Trinkwasser im Südharz: Wie sicher ist die Versorgung?
Trinkwasserversorgung 26.07.2023, 18:52 | Lesedauer: 6 Minuten Thorsten Berthold

Wird der Klimawandel zur Gefahr für das Trinkwasser im Stadtgebiet von Bad Sachsa? Und wo wird dies überhaupt gewonnen? Ein Überblick.
Den Hahn aufdrehen – und schon kommt Wasser aus der Leitung. Ganz normaler Vorgang, den im Alltag kaum jemand hinterfragt. Doch woher kommt eigentlich das Trinkwasser? Wie wird es gewonnen? Und kann es in Zeiten des Klimawandels auch hier im Südharz knapp werden? Antworten auf diese und andere Fragen geben Stefan Lummer, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Sachsa, sowie Stefan Joedicke, der Technische Leiter des Unternehmens, im Gespräch mit unserer Redaktion. Beide sind verantwortlich für die Wasserversorgung der Menschen in der Uffestadt. „Das Trinkwasser aus der Leitung ist das einzige Lebensmittel in Deutschland, dass man vom Tag seiner Geburt bis zum Tod durchweg und ohne Einschränkungen zu sich nehmen kann. Da kommt noch nicht einmal Mineralwasser mit, denn dies ist beispielsweise nicht für Babys und Kleinkinder geeignet“, erklärt Stefan Lummer.

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Wo wird das Trinkwasser für die Stadt Bad Sachsa gewonnen?
Es gibt die Talsperre in Steina (die aktuell im Rahmen des Pilotprojektes nur den Ort versorgt), dazu zwei Brunnen im Stadtgebiet sowie zwei in Bartolfelde. Ferner gibt es noch vier Quellen am Ravensberg. Verbunden ist all dies über ein 100 Kilometer langes Rohrnetz.
Wo wird es gespeichert?
Es gibt acht Hochbehälter im Stadtgebiet, von denen jeder ein Fassungsvermögen von 3.775 Kubikmetern hat.
Was sind die Besonderheiten bei der Trinkwassergewinnung im Südharz?
Man kann die verschiedenen Anlagen sozusagen nicht in einen „Topf“ werfen. Es gibt verschiedene Versorgungsgebiete, die bedient werden müssen, die sich auch unterscheiden. Früher reichten beispielsweise die Quellen am Ravensberg aus für die Versorgung. In den Jahren in denen Bad Sachsa gewachsen ist, musste auch die Trinkwasserversorgung mit wachsen. Daraufhin wurden die Brunnen gebaut und später schloss man sich auch dem Wasserwerk in Bartolfelde an. Ferner ist eine Herausforderung, dass das Trinkwasser verschiedene Höhenlagen überwinden muss, wir haben dabei einen Höhenunterschied von 230 Metern in der Spitze zu überwinden. Das ist auch an die Technik in den Pumpen eine Herausforderung, denn für zehn Höhenmeter benötigt man einen Bar Druck.
Gerade das aus Bartolfelde steht wegen der Wasserqualität immer wieder in Bad Sachsa in der Kritik.
Diese ist unberechtigt. Das Wasser ist zwar härter, wie das aus den Brunnen in Bad Sachsa, aber es ist gut. Zudem steht eines auch fest: Hätten wir das Wasserwerk in Bartolfelde heute nicht, müssten wir es bauen. Die Versorgung ist nur mit ihm sicherzustellen, da wir schon immer dezentral gearbeitet haben. Und nicht nur das: Das Wasser, dass in Bartolfelde gewonnen wird, ist bereits Trinkwasser. Das Wasser aus den Quellen und der Talsperre in Steina muss noch aufbereitet werden.
Wie viel Wasser wird pro Tag in der Uffestadt gewonnen bzw. verbraucht?
Im Schnitt benötigen wir zwischen 750 und 1.200 Kubikmeter am Tag.
Trinkwasser gilt als das am besten kotrollierte Lebensmittel in Deutschland. Wie genau muss man sich das vorstellen?
Zunächst erfolgt permanent eine Kontrolle aller Daten und Parameter online im Leitstand. Hinzu kommen noch viele kleine und große Kontrollen, ähnlich wie bei einem kleinen oder großen Blutbild beim Arzt. Bei der kleinen Kontrolle, die viermal im Jahr erfolgt werden 15 Parameter überprüft, bei der großen, die einmal im Jahr stattfindet 50 verschiedene. Hinzu kommt noch eine Überprüfung im Bereich Pflanzenschutzmittel. In der Summe sind es 3.000 Parameter, die im Jahr kontrolliert werden. Dazu gibt es im Stadtgebiet 51 Messstellen, darunter beispielsweise auch die Schulen. All diese Kontrollen erfolgen stets in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt.
Wie hat sich der Trinkwassergebrauch in den vergangenen Jahren entwickelt?
Seit 1990 ist der Trinkwassergebrauch pro Person pro Tag in Deutschland deutlich zurückgegangen – von 147 Litern im Jahr 1990 auf rund 121 Liter zu Beginn der 2010er Jahre. In den vergangenen Jahren haben heiße und trockene Sommer jedoch wieder zu einem leichten Anstieg des Pro-Kopf-Wassergebrauchs geführt. Im Jahr 2021 lag der Pro-Kopf-Gebrauch bei 127 Litern, im Jahr 2022 bei 125 Litern pro Tag.
Nun der Blick in die Zukunft: Ist die Wasserversorgung hier im Südharz sicher? Ist der Klimawandel schon ein Problem, oder deutet es sich an?
Der Klimawandel ist spürbar – und beeinflusst auch das Trinkwasser. Allen voran ist es so, dass es weniger Regen gibt und dieser – da der Wald auch nicht mehr da ist in vielen Teilen – sehr schnell verschwindet, aber nicht in den Boden einsickert. Die Folge ist, dass auch der Grundwasserspiegel sinkt. Das bedeutet aus unserer Sicht, dass wir mit Wiederaufforstung anderen Aktionen dafür sorgen müssen, dass das Rohwasser wieder besser gehalten wird.
Ist dann noch genug Trinkwasser verfügbar?
Daran arbeiten wir stets und ständig. Aktuell geht man davon aus, dass ein Mensch 125 Liter Wasser pro Tag benötigt. Wir optimieren unsere Arbeit aber auch immer weiter. Grundlage hierfür ist ein Wasserversorgungskonzept, mit dem wir unsere Anlagen auf neue Gegebenheiten einstellen und konkrete Maßnahmen erarbeiten. Zum Beispiel mit den Landesforsten und den Harzwasserwerken erarbeiten wir Konzepte, speziell um das Rohwasser zu schützen. Ferner gibt es im Fall der Fälle auch Maßnahmen, die seitens des Landkreises getroffen werden können, um die Versorgung sicherzustellen. Beispielsweise wie jüngst die Verfügung, dass aus Fließgewässern kein Wasser mehr über Pumpen entnommen werden darf. All diese Schritten sind in einem Stufenplan hinterlegt. Bezogen auf unsere eigenen Maßnahmen haben wir aufgrund der Dürrejahre 2018 und 2019 ein hydrogeologisches Gutachten erstellen lassen, um zu erörtern wo wir, wenn im Fall das es notwendig wäre, neue Brunnen bauen könnten. Zudem stellen wir wie im Fall des Pilotwasserwerks an der Talsperre Steina unsere Technik um, um so ökologisch wie möglich Wasser aufzubereiten, den Wasserkreislauf zu optimieren.

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Diesen Artikel habe ich wie folgt kommentiert, es ist meine persönliche Meinung:
Besten Dank an den Harz Kurier und die Herren Lummer und Jödicke für das Behandeln dieses Themas, welches eben mit dem Ertüchtigen der Steinatal-Sperre nicht erledigt sein darf. Diesem Schritt werden weitere folgen müssen; neben den Brunnen in Bartolfelde, dem Wiederaufforsten des Stadtwaldes ist auch über das Haushalten des Oberflächenwassers in unserer Stadt Bad Sachsa zu diskutieren. Schaut man sich unser Städtchen (nebenbei sind wir Heilklimatischer Kurort + wollen es bleiben!) aus der Vogelperspektive über die Entwicklung der Kernstadt (wie auch natürlich der Ortsteile) über die vergangenen 175 Jahre an, wird deutlich welche Flächen wir versiegelt haben (weitere sind zur Zeit geplant) und tragen selbst dazu bei, dass UNSER Wasser schnell / zu schnell abließt. Auch gehen die Extrema immer stärker auseinander: Mal zu viel Regen in zu kurzer Zeit – mal zu wenig Wasser in der Uffe. Ein Einstieg in die hiesige Diskussion kann der folgende Beitrag sein, der unterstützt wird von „Deutscher Städte- und Gemeindebund“ sowie „Deutscher Städtetag“: https://www.gruen-in-die-stadt.de/schwammstadt/

(Ralph Boehm, Facebook 28.07.2023)


Das Wasser aus dem Ostertal

1910 [AK: Slg. Ralph Boehm]
1904 [AK: Slg. Michele Dereani]
Der damalige Fotograf stand an dem heutigen Standort des Kurmittelhauses [der Bach fließt heute darunter durch] und hielt den Blick Richtung Turnhalle des Pädagogiums fest.

1896: „Der Bau von Sachsas erster Wasserleitung wird abgeschlossen.
Quellen zur Wasserversorgung befinden sich unterhalb des Ravensbergs,
am Birkenkopf, Silberquelle und Kuckanstal, dabei hat sich Richard Breslau, ehemaliger Bürgermeister von Erfurt, sehr verdient gemacht.“


Die Verwendbarkeit der Landschaftsanalyse im Gebiet von Bad Sachsa (Südharz)
von Dr. Sophie Wichers,
Hamburg 1932

Frau Amalie Potthoff zugeeignet.

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Hier in Auszügen, soweit diese sich mit Wasser auseinandersetzen.

4. Wasserverhältnisse [S. 20 bis 23]
[S. 28 bis 33]

6. Der Mensch und seine Werke im Landschaftsbild. [S. 28 bis 33]
Siedlungen.
Bei der Durchwanderung des Gebietes fällt an den drei Ortschaften Steina, Sachsa und Wieda trotz mancher gemeinsamen Züge doch der Unterschied ihres Bildes auf.

Steina, dessen Straßendorfanlage durch die schmale zwischen den steilen Grauwackenrücken ausgebildete Talsohle bedingt ist, hat ganz das Aussehen eines fränkischen Dorfes: mehr oder weniger regelmäßig reihen sich die geschlossenen, mittelgroßen Gehöfte mit quer oder längs zur Straße gestellten Wohnhäuser auneinander. Die Wohnhäuser sind mit Keller und zwei Stockwerken versehen. Haussockel und Hofmauer sind aus Hausteinen ausgeführt, darüber folgt Fachwerk mit Lehm oder Ziegelausfüllung. die Wände sind weiß getüncht, das Fachwerk hat gedunkelte Naturfarbe. Das Giebeldach ist mit Ziegeln, seltener mit Schiefer gedeckt. Einige Neubauten schieben sich am unteren Ende des Dorfes ein. An die Gehöfte schließen sich auf der Talsohle Gärten an, die im unteren Teil auch auf die flacheren Hänge übergreifen.
Die kleine Stadt Sachsa nimmt heute einen verhältnismäßig großen Raum ein durch die im oberen Teil über Täler und flache Rotliegendhänge zerstreuten, von großen Gärten umgebenen Villen= und Hotelbauten, die dem Orte das besonders anmutige Aussehen verleihen. Der untere Teil bildet auf der ziemlich breiten Uffetalsohle eine geschlossene Siedlung. Die Hauptzeile zeigt Straßendorfanlage: quer zur Straße reihen sich die Wohnhäuser ununterbrochen aneinander. Mit ihren Nebengebäuden zeigen sie oftmals noch die fränkische geschlossene Gehöftanlage, die jedoch durch Umbauten immer mehr verschwindet.
Einen strengen Eindruck macht Wieda…

Wirtschaft, Verkehrswege und Wasserbauten
Landwirtschaft haben nur die Harzrandorte Steina und Sachsa in größerem Maße, wenn auch nur in kleineren Betrieben. Bezeichnenderweise liegen ihre Felder und Wiesen aber fast ausschließlich auf dem flacheren Gelände des Vorlandes. Hier soll nur gesagt werden, daß der Kleinlandwirtschaft entsprechend die Flur in kleine Parzellen aufgeteilt ist, und daß man bei der Bewirtschaftung neben dem Pferdegespann auch häufig das Kuhgespann sieht….

Die Gartenwirtschaft ist in Steina und Sachsa auf den Talsohlen und Hängen anschließend in die Wohnsitze gut ausgebildet. In Sachsa ist die häufige S=Exposition der flachen Hänge besonders günstig, sodaß hier auch seine Obst= und Gemüsesorten gut gedeihen und zum

Teil in Plantagenbau angepflanzt werden…
Der Forstbetrieb ist entsprechend seiner Ausdehnung die wichtigste Wirtschaftsform des Gebietes. Der Wald wird als Hochwald in Beständen von gleichen Altersklassen gezogen. Die Pflanzgärten sind an den günstigsten Standorten angelegt, in ebener, nicht zu hoher Lage und auf tiefgründigem Boden (bei Whs. Steinatal und am Knicking auf einer Terrasse, am Sandberg und am Moseberg z. B. auf breiten, flachen Rücken). Die Wälder haben örtlich oft ein sehr einheitliches Aussehen. Der Blick dringt weit durch die gleich hohen und gleich starken Stämme. Doch wirkt die Landschaft deshalb nicht monoton, da die starke Bewegung der Oberflächenformen und die wechselnden Ausblicke das Bild immer ändern.

Der Wald liefert das Meterial für die wenige einheimische Industrie, die heute nur noch in kleinen Sägewerken lebendig ist und sich im Siedlungsbild kaum ausprägt. Andere Holzverarbeitungsbetriebe rentieren sich nicht. In der Zündholzfabrik Wieda ist gegenwärtig eine Sackfabrik eingerichtet, die ausländisches Material verarbeitet. Dazu kam früher in den beiden Orten Wieda und Sachsa Bergbau und Hüttenbetrieb. Doch ist er in Sachsa schon seit Jahrhunderten, in Wieda nach dem Kriege aufgegeben worden…
…Steinbrüche haben nur geringe wirtschaftliche Bedeutung. Die Aufschlüsse haben überall nur kleinere Ausmaße. Aeltere Hausbauten in Sachsa und Wieda zeigen die reichliche Verwendung von Grauwacke und Diabas, in Steina von Dolomit. Der gewerbliche Bruchbetrieb hat aufgehört, nur für den Wegebau wird noch gebrochen.
Während alle Zweige der bodenständigen Industrie zurückgehen, hat der Fremdenverkehr in dieser landschaftlich sehr schönen Gegend in den letzten Jahren eine lebhafte Entwicklung genommen. Sachsa, das am Eingang zu vielen kleineren Tälern liegt, und dessen Neubauten sich über viele sonnige Waldhänge hinziehenm ust dazu besonders geeignet; aber auch Wieda und Steina stellen sich mehr und mehr durch Ausbau der Häuser darauf ein. Ueberall werden Ruhe= und Aussichtsplätze geschaffen, alte Wege gepflegt und viele neue, bequeme Fußwege angelegt.
So ist im Steinatal jetzt eine gepflasterte Landstraße im Entstehen. Sonst ist das Gebiet arm an Chausseen…
Zum Schluß ist noch kurz auf die Wasserbauten einzugehen. Für Hütten= und wenige Mühlenwerke wurden in Sachsa und Wieda Bachableitungen und Wasserstauanlagen geschaffen. Uffe und Wieda speisen solche am Hang entlanglaufenden Wassergräben. Der Schmelzteich diente früher zur Wasserversorgung der Sachsaer Hütte, heute ist er wegen seiner besonderen landschaftlichen Schönheit ein Anziehungspunkt für den Fremdenverkehr und wird, wie auch die meisten anderen Stauteiche des Gebietes, für die Fischzucht [Karpfen und Forellen) genützt.
Die Versorgung der einzelnen orte mit Trinkwasser ist verschieden. In Wieda schöpfen Pumpen aus dem reichlichen Talsohlengrundwasser, eine Häuser haben private Wasserleitung, die aus den Bächen der Nebentäler oder aus Hangquellen gespeist werden, Steina wird duch eine Wasserleitung aus dem Talsohlengrund-wasser der Steina versorgt. Schwierigkeiten hat die Wasserversorgung Sachsas, das durch den Kur= und Fremdenbetrieb einen großen Verbrauch hat. Die Wasser-leitung wird aus dem Bachwasser und dem Talsohlen= wie auch dem Tiefengrund-wasser seiner Täler gespeist. Infolgedessen liegen die Betten der Uffequellbäche in der Nähe der Pumpstationen für den größten niederschlagsärmeren Teil des Jahre trocken. Dennoch wird der sommerliche Wasserbedarf nicht gedeckt. Hier macht sich die Grundwasserarmut der Täler (Salztal und Ostertal, vgl. S. 21) empfindlich bemerkbar.

4. Wasserverhältnisse [S. 54 bis 56]
…Grundwasser= und Quellenarmut scheinen in dem Vorland aneinander gebunden zu sein. Verhältnismäßig viele Quellen entspringen noch im Abdachungshügelland vor der Zechsteingrenze: aus den grundwasserhaltigen alluvialen und

rotliegenden Schichten um den Roßkopf und aus dem in den oberen Bodenschichten enthaltenen Sickerwasser (Zehngärtenbach) wie auch aus Schichtenwasser (Schwiebach und der Quellhorizont am nördlichen Gehänge der Trogsteinsenke) am Warteberggehängefluß. Im Gips=Dolomitgebiet hört nahezu jede Quellbildung auf, außer zwei kleinen im Mehholz gelegenen Quellen und den beiden Quellen des Tettenborns. Erst die über den Letten angesammelte n Grundwassermengen speisen wieder Quellen (der Quellhorizont am Fuße des Sudberg-Kirchholzrückens). Im herrschenden Buntsandstein sind Quellen äußerst selten und wohl meistens an das enige in den oberen Bodenschichten enthaltene Wasser gebunden.
Auch im Vorland führen alle Quellen kaltes Süßwasser. Die Ergiebigkeit wechselt mit den jahreszeitlichen Niederschlägen, sie ist aber im allgemeinen gering. Am kräftigsten sind die vom Talsohlengrundwasser gespeisten Sohlenquellen und die nahe der Stufenhöhe in dem durchlässigen Dolomit gelegenen Tettenborner Quellen, deren Beziehungen zum Grundwasser nicht zu erkennen sind. Am schnellsten versiegen die von dem in der Verwitterungsschicht enthaltenen Wasser gespeisten Quellen, z.B. in den Buntsandsteinwellen. Wie im Harz sind gerade solche spärlich fließenden Quellen in den ausgebildeten Talformen glegen (Hegental, bei Gihenkirchen, im Schaftal), während die kräftigsten Quellen auf der Talsohle oder an Hängen in höchstens schwach ausgebildeten Mulden liegen (Tettenborn, nordöstlich von Liebenrode, nordwestlich von Mackenrode).
Anderer Natur als die beschriebenen Quellen sind die Springen, die als besonders kräftige Quellen unter Steilhängen auf Talsohlen auftreten. Zwei Springen liegen am Fluß der Gips=Dolomitstufe, über ihnen steht der Gips, ein Wand bildend, an. Sie fließen beständig und ihre Ergiebigkeit scheint duch wechselnde Niederschläge kaum Schwankungen unterworfen zu sein. Eine dritte Springe liegt inden Letten der Nüxeier Mulde am Fuße eines von ihr angeschnittenen Steilhanges, der sie wie ein großer bachabwärts geöffneter Trichter umgibt. Sie fließt nur zu Hochwasserzeiten und fördert dann soviel Wasser, daß sie die vor ihr liegende kleine Senke überschwemmt…

Lebenslauf.
* 1902, Krautsand, Kreis Kehdingen, als Tochter des Hofbesitzers Joh. Wichers geboren….
Ostern 1922 legte ich die Reifeprüfung für Oberlyceen, 1923 die Lehramtsprüfung ab.
Von 1923 – 1926 unterrichtete ich als Lehrerin an der höheren Privatmädchenschule in Bad Sachsa/Harz.
…Hamburg, im Juli 1930
Sophie Wichers.