VERSCHICKUNGSkinder

Die dunklen Seiten der Kinderverschickung

am Beispiel der Einrichtung
Im Borntal


Am 26. Mai 2023  setzt sich eine Gruppe von 20 ehemaligen Verschickungskindern mit ihren damals im Borntal erlebten Traumata im Beisein von Frau Moll-Vogel am Ort des Geschehens auseinander.
Ich [1956 gebohren, damals 67 Jahre alt] konnte nicht glauben, daß alle anwesenden Betroffenen deutlich jünger sind als ich;
will sagen:
diese Problematik ändert sich erst in den 1980er Jahren…!

26.05.2023. Borntal Haus 1. [Foto: Ralph Boehm]

Bad Sachsa und die Kinderverschickung: Was geschah damals wirklich?

Die Diakonie Niedersachsen will das Kapitel Kinderverschickung aufarbeiten –
dazu werden Mitarbeiter der Kinderklinik „Im Borntal“ in Bad Sachsa gesucht;
so titelte der Harzkurier am 30.09.2022.
Wenige Tage später erschien am 08.10.2022 im „Echo zum Sonntag“ dieser fast identische Artikel:

Das Diakonissenmutterhaus Bad Harzburg fasst diese Problematik auf ihrer Homepage 2023 so zusammen
(https://www.dmk-harzburg.de/?Mutterhaus___Verschickungskinderzeit):

Zur Geschichte der Verschickungskinder

Ab Anfang der 1950er bis zum Ende der 1980er Jahre wurden in der Bundesrepublik Deutschland bis zu 12 Mio. Kinder und Jugendliche aus gesundheitlichen Gründen über mehrere Wochen in Kindererholungsheime verschickt. Zu diesen Kurheimen bzw. Kurkliniken gehörten auch das Kinderkrankenhaus „Im Borntal“ in Bad Sachsa im Harz und das Seehospiz Norderney. Der Diakonissen-Mutterhaus Bad Harzburg e.V. ist bzw. war Trägerin dieser beiden Einrichtungen

Für viele Kinder waren die Kuren teilweise mit sehr leidvollen und traumatischen Erfahrungen verbunden. Das Diakonissen-Mutterhaus stellt sich seiner Verantwortung. Die uns bislang bekannt gewordenen Schilderungen beschämen uns. Sie machen uns sehr traurig und betroffen! Wir können das Leid der Verschickungskinder nicht ungeschehen machen. Deshalb bitten wir alle, die damals Leid und Traumatisierung erfahren haben, um Entschuldigung und Vergebung. Den Betroffenen helfen wir bei ihren Nachforschungen und der Aufarbeitung ihrer eigenen Verschickungskinderzeit, soweit dies in unseren Möglichkeiten liegt.

Auf der Grundlage von Fragen der Betroffenen sind über die Verhältnisse in Bad Sachsa umfangreiche Nachforschungen eingeholt worden. Den von der unabhängigen, ehemaligen Richterin, Frau Eva Moll-Vogel, erstellten ausführlichen Bericht über die Situation in der Kinderklinik „Im Borntal“ in Bad Sachsa finden Sie demnächst auf dieser Seite.

Die Verhältnisse im Seehospiz sind u.a. Gegenstand der bundesweiten Forschungsarbeiten des Historischen Instituts, Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Humboldt Universität Berlin. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollen bis Ende 2024 vorliegen. Auch diese werden Sie dann hier finden.

Sollten Sie weitergehende Fragen zu Ihrem Aufenthalt im Kinderkrankenhaus „Im Borntal“ in Bad Sachsa oder im Seehospiz auf Norderney haben, so helfen wir Ihnen gerne weiter. Damit diese Hilfe unparteilich und unabhängig von uns als Mutterhaus-Vorstand erfolgt, haben wir Frau Beate Reinecke gebeten, diese Aufgabe zu übernehmen. Sie arbeitet im Hauptberuf als behördliche Berufsbetreuerin beim Land Niedersachsen. Frau Reinecke hilft Ihnen gerne weiter. Sie erreichen sie unter verschickungskinderzeit@dmk-harzburg.de.

und weist auf zwei Artikel in der Goslarschen Zeitung hin:

1) „Wir können das Unrecht nicht ungeschehen machen“, 20.09.2023;
Ein Zitat hieraus macht mich besonders betroffen

„Aus heutiger Sicht sei vieles damals

ein Unding

gewesen,

konstatiert die Mutterhaus-Oberin“.

2) „Täglich raus an die frische Luft“, 23.09.2023

[20.09.2023, Goslarsche Zeitung, oberster + unterster Abschnitt]

Auf selber Seite, etwas weiter unten befindet sich der lesenswerte

Abschluss-Bericht Untersuchung
von Frau Eva Moll-Vogel
,

den Sie über folgenden Link einsehen können (abgerufen am 04.09.2025):
https://www.dmk-harzburg.de/userfiles/downloads/VZeitBadSachsa/Abschluss-Bericht_Untersuchung_Bad_Sachsa.pdf


Zur Auseinandersetzung mit den Schicksalen, die Kinderverschickung ausgelöst haben kann,

empfehle ich die Homepage von Anja Röhl:

Verein Aufarbeitung und Erforschung von
Kinder-Verschickungen e.V.

„Verschickungskinder – das vergessene Trauma“

https://verschickungsheime.de/