Waldsaumweg 23 – Haus Goette

  • um 1900: Waldsaumweg 19
  • 1957-1964: Waldsaumweg 19: Das Pädagogium Bad Sachsa mietet Zimmer für eine Erzieherin und 6 Schülerinnen der Oberstufe [Reinboth 2015, S. 77]
  • <> 1965: Waldsaumweg 23
  • 1965: Pension „Haus Goette“, Bes. Fr. Josy Kiehne [AK, Slg. Boehm 2743]
  • „Das Haus Goette wurde inzwischen abgerissen und an dessen Stelle ein Mehrfamilienhaus erbaut (jetzt Waldsaumweg 23)“. [Reinboth 2015, S. 77]

Major a.D. Rudolf Goette

[BSN 23.06.1963]


Diese Ansichtskarte wurde 1906 innerhalb von Paris verschickt (!) von L. Goette an Mademoiselle Miriam Laroche in der 110, Avenue de Wagram.
[1906, AK: Slg. R. Boehm A 300]

Dieselbe findet sich bei Geneanet:

Myriam Fanny Laroche
[1886-1920]
oo 1908 mit Jacques Lefranc
Tochter: Jacqueline [1911-1993]

Vater:
Félix Auguste Laroche [1830-1914]
Ingénieur en chef des Ponts et Chaussées à Paris
oo 1870 in Archachon
Mutter:
Marie Joséphine Mélanie Rhone
[1848-1912]

„Der Zweigverein [des Harzklub-Zweigvereins Bad Sachsa] wurde zwischen dem 9. März und dem 9. April 1887 gegründet. Vorsitzender war der Bürgermeister Albert Weber, Schriftführer und Schatzmeister der damalige Apotheker Theodor Schmalz, als Beisitzer walteten Major a.D. Rudolf Goette und Sanitätsrat Dr. Schoetensack, für die Auskunft war der Schützenhauswirt August Frind verantwortlich.“
[O. Hoffmann: „75 Jahre Harzklub-Zweigverein Bad Sachsa“,
in „UNSER HARZ“ Nr. 6, 1962, S. 13]

02.07.1907 [Foto-Ak: Slg. R. Boehm]

Major Goette und Gattin sind dem Sachsaer Ruf als guter Wohnsitz [insbesondere für ehemalige Militärs] nachgekommen und haben dieses Haus vermutlich 1905 [oder kurz davor] erbauen lassen. Nach der militärischen Laufbahn war offensichtlich das entsprechende Kapital angespart worden.

Circa. 1914. „Haus Goette, Pensionat für In- und Ausländer“ [AK: Slg. G. Angermüller]

Manche können auch in der nicht einfachen Inflationszeit auf Reise gehen; so scheibt hier unsere Frau Marie Goette an Herrn Wucherpfennig in Hannover, dass zwar in ihrem Hause kein Bett frei sei, aber sie in der Nachbarschaft bei Fr. Brömel (Waldsaumweg 1) ein Zimmer mit Frühstück buchen konnte, die aber, aufgrund der Arbeit im Gärtnereibetrieb, keine Zeit für warme Malzeiten habe. Leider wird uns nicht verraten, wo es den „ganz guten Mittagstisch“ geben soll.
Auch war [und ist es noch] die Entfernung zum Bahnhof ein Problem – nicht aber die Kinderarbeit!

03. Juni 1923, AK: Slg. R. Boehm

„Sehr geehrter Herr, heute kommt noch eine Karte von Frl. Ridder. Inzwischen haben Sie hoffentlich meine Karte erhalten. Ich konnte nicht eher schreiben, weil ich auch noch eine Nachricht wegen meines Zimmers erwartete. Leider habe ich keines mehr frei, habe Ihnen aber

nebenan eines gemietet für 9000 MK. Tag. bestes Frühstück will Ihnen die
Dame auch geben. Frau Brömel kann niemand weiter (Frl. Ridder ist bei Fr. B. angemeldet) in volle Pension nehmen, hat zu viel zu tun. Es gibt aber ganz guten Mittagstisch in der Nähe. Da Sie schon 5.12 früh abfahren, so nehme ich an, dass Sie 9.50 hier sind?

Werde aber dann mit einem kl. Handwagen an der Bahn sein. Sind Sie nicht dort, so können Sie noch 3.10 ankommen, dann schicke ich ein Kind mit dem Wägelchen. Für den 3.10 Uhr=Zug würde wohl der 8 Uhr=Zug genügen, aber wahrscheinlich fürchten Sie die Vollheit.

Also Mittwoch.
Mit bestem Gruß
M. Goette
Bad Sachsa a. H. Waldsaumweg.“

(Die Transkription des Textes verdanke ich insbesondere Martin Brodbeck und Beate Hellweg, Facebook 24.12.2021)

1932 [AK rs+vs: Slg. R. Boehm]
1937 [DER HARZ März 1937]

„Anfang der fünfziger Jahre war das Haus Tannenberg () mit bis zu fünfunddreißig Schülerinnen nicht nur vollständig ausgelastet, sondern es herrschte zeitweise sogar akuter Platzmangel. Um eine angemessene Unterbringung der Schülerinnen zu gewährleisten, mussten andere Möglichkeiten gefunden werden. Als Lösung wurden im ebenfalls am Waldsaumweg gelegenen Haus Goette 1957 Zimmer für sechs Schülerinnen und eine Erzieherin angemietet. Dieses Mietverhältnis dauert bis Ende 1964 an und endete mit der Eröffnung des gepachteten Neubaus im Schlesierweg 6, der mit zwanzig modern eingerichteten Heimplätzen den hervorragenden Ruf des Pädagogiums als Internatsgymnasium bestärkte.“ [Kompendium der K.V. Absolvia e.V., Stefan Bierwisch, 1922, S. 47f]

17.12.1965
Ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches 1966 wünschen Ihnen Ihre
J. Kiehne und Familie
[AK: Slg. R. Boehm]
16.08.2015. Waldsaumweg 23 [Foto: R. Boehm]