Waldsterben – Waldwandel

und was jetzt?
Für die Wiederaufforstung plant das Forstamt mit einem neuen Geschäftsmodell: dem Handel mit forstbasierten CO₂-Zertifikaten.

Oben: Tote Bäume auf dem Ravensberg
Rechts: Robert Boehm mit Blick auf die toten Bäume am Ravensberg
[21.06.2021, 2 Fotos: Ralph Boehm]


Unmengen an geschlagenem Holz warten auf dem Parkplatz
Ski-Stadion am Ravensberg auf Abfuhr
[07.11.2020, Foto: R. Boehm]

„Der Wald im Harz ist dank des Klimawandels von der Cashcow zum Sanierungsfall geworden, so Thorsten Berthold
[HarzKurier, 16.10.2024, 06:48 Uhr online].
Diese Idee könnte Bad Sachsa neues Geld bringen.

Ein Cashcow – das war der Stadtwald von Bad Sachsa über Jahrhunderte:
Das Geld aus dem Holzverkauf hat die Stadtkasse im Südharz stets gefüllt. Doch in Zeiten von extremer Trockenheit, Stürmen und Borkenkäfer-Invasionen muss die Kommune in den Erhalt des Waldes investieren. um ihn für die gute Luft bzw. den Tourismus zu erhalten. Der Klimawandel und dessen Folgen sorgen aber nicht nur für Kosten, in Bad Sachsa denkt man auch über Innovationen nach, dem Begriff Fortwirtschaft könnte für eine komplett neue Geldquelle sorgen  –  und zugleich auch zur Sanierung des Stadtwaldes beitragen.“
Worum es geht:
„Seit Jahren“, so die Idee des Stadtörsters Ulrich Bosse,“ entwickelt sich ein Markt zum privatwirtschaftlichen Handel mit diesen Zertifikaten in Deutschland. Diese Zertifikate können von Unternehmen genutzt werden, um den Ausgleich von eigenen CO₂-Emissionen zu kompensieren.
Konkret wird durch Erwerb eines solchen Zertifikates eine Tonne CO₂ ausgeglichen.

Die Preise für die europäischen Zertifikate sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Kostete ein Zertifikat im Jahr 2020 im Jahresdurchschnitt knapp 25 Euro pro Tonne Kohlendioxid, wurden 2023 im Schnitt 83,66 Euro fällig. Und die Preise werden steigen und auch jedes Jahr neu definiert, erklärt Ulrich Bosse. Forstbetriebe können somit erstmals für die CO₂-Senkenleistung ihrer Waldbestände reale Einnahmen erzielen.“
„Verkauft werden die Zertifikate, wie Ulrich Bosse weiter ausführte, über einen Zeitraum von 30 Jahren. Wir könnten somit beispielsweise gepflanzte Buchenbestände anbieten. Diese brauchen 30 Jahre, bis man sie ernten kann. Denn –  und das gehört mit zu  der Vereinbarung für die Zertifikate: Bäume könnten zwar noch geerntet werden, dann müsste man vor Ort aber wieder Ausgleich planzen. Ohnehin sollen die Erlöse, die aus dem Verkauf der Zertifikate erzielt werden, wieder in den eigenen Wald reinvestiert werden.  Zudem würde die Querco Fagetea GmbH, die Händler solcher Zertifikate seien – und als einziges Unternehmen in Deutschland selbst alle notwendigen Zertifikate für dieses Geschäftsmodell besäßen, auch darauf achten, dass die Forst-Zertifikate nur an Firmen aus Deutschland verkauft würden.“ .
Auf der kommenden Ratssitzung am 14. November 2024 könnte die Entscheidung fallen.

19.12.2020 Parkplatz Ski-Stadion [Foto: H.M. Meißner]

HK 24.03.2021

18. Dezember 2021. Ganz viele Helfer am Brand (auch Familie Boehm ist dabei)
[2 Fotos: Thomas Mähnert]

Bürger pflanzen Mammutbäume
für Bad Sachsas neuen Stadtwald.
Dank tüchtiger osteuro-päischer Pflanzer konnten in diesem Frühjahr bereits 54.000 neue Bäume, darunter 40.000 Nadelbäume gesetzt werden.

Und sehr viele Einwohnerinnen und Einwohner waren bei mehreren Pflanz- und Pflegearbeiten mit Wiedehopfhaue, Spaten oder Gießkannen dabei.
Unter anderem wurden 400 Mammutbäume gesetzt [und später bei Trockenheit ein zweites Mal getränkt]
[7 Fotos: R. Boehm]

Dieser Stadtwalt ist unser Wald! Und das seit über 500 Jahren!

…und was hat der Indianerhäuptling „Seh-Quo-Yah“ mit Bad Sachsaer zu tun ???

Das erfahren Sie in der Rubrik

Mammutbäume + mehr


Klimawandel: Müssen in Bad Sachsa Parkplätze Bäumen weichen?

30.11.2023, 07:45 Uhr Von Thorsten Berthold
Bad Sachsa. Um die Innenstadt von Bad Sachsa künftig abzukühlen, könnte beispielsweise bei Supermärkten diese rechtliche Forderung greifen.

Stadtbäume sind „Alleskönner“: Sie speichern Kohlendioxid, liefern Sauerstoff, kühlen und reinigen die Luft, spenden Schatten an heißen Tagen, dämpfen Umgebungslärm, beherbergen Tiere. Und seitens des Forstamtes in Bad Sachsa will man die Anzahl der Bäume in der Uffestadt deutlich erhöhen – und das auf ganz einfache Art und Weise: Grundstücksbesitzer sollen dem nachkommen, was Grundlage der jeweiligen Baugenehmigung war. Darum geht es.

Problem in Bad Sachsa: Zu viel Hitze-Hotspots,
zu wenig Bäume in der Innenstadt 

„Bad Sachsa hat noch ein angenehmes Klima.
Durch die Täler kommt gerade im Sommer kalte Luft in die Stadt“, erklärt Stadtförster Ulrich Bosse. Doch gerade in der Kernstadt gebe es so einige Hitze-Hotspots im Sommer. Er nennt dabei Bereiche wie die Parkplätze von Supermärkten und Geschäften, aber auch eigene städtische Bereiche wie den Uffeplatz. Überall dort, so betont Bosse, müsste nicht nur blanker Asphalt sein, sondern auch Bäume stehen. „Oftmals waren dort auch welche, sie sind nur im Laufe der Jahre verschwunden.“

Ein Zustand, der nicht sein dürfe, genauer gesagt sogar rechtswidrig sei, wie der Stadtförster erklärt. Die Grundlage für seine Auffassung bietet die Baugenehmigung bei den jeweiligen Grundstücken. Dort sei, so habe er gemerkt, entweder vermerkt, dass neue Bäume gepflanzt werden beziehungsweise vorhandene erhalten werden müssten. Das Resultat sei jedoch ein anderes. Im Laufe der Zeit seien vorhandene Bäume stets verschwunden, reine Asphaltflächen entstanden.

Wir werden das Gespräch mit den Eigentümern suchen und auch einen Kompromiss finden. Mit der rechtlichen Grundlage im Rücken will die Stadtverwaltung nun aber nicht auf Konfrontationskurz mit den Bauherren gehen. „Wir müssen natürlich Interessen abwägen und auch schauen, was machbar ist. Aber alle müssen auch verstehen, wie wichtig diese Bäume für unser Stadtklima, das wir gern erhalten möchten, sind“, betont Ulrich Bosse.

Auch Bürgermeister Daniel Quade stimmt seinem Amtsleiter zu. „Wir werden das Gespräch mit den Eigentümern suchen und auch einen Kompromiss finden, der für alle Seiten akzeptabel ist“, gibt er sich zuversichtlich.


21.10.2024:
Der Bau-, Feuerwehr- und Friedhofsausschuß tagt und beschäftigt sich mit
„NKK – Natürlicher Klimaschutz in Kommunen [KfW 444)“

Nebenstehende Vorschläge wurden unterbreitet.

HK 26.10.2024: In Hahnenklee findet die vierte Harzer Klimawoche statt

Bad Sachsa: 200.000 neue Bäume sollen dem Klimawandel trotzen
Trockenheit, Stürmen und Borkenkäfer zum Trotz:
Bad Sachsa kämpft intensiv für die Zukunft seines Waldes – und das mit großem Erfolg. [HarzKurier, 29.11.2024]


Bereits 1988 gab es die ersten Warnschüsse
inform einer „Gelben Karte“ inbezug auf die Reprädikatisierung:

(Harz Kurier, 08. Juli 1993)
Dass für einen Heilklimatischen Kurort das Klima existentiell ist,
das einzige „bodenständige“ Heilmittel ist, sollte jedem einleuchten!

Die Politik hat sich damals der Sache angenommen, indem
1) Parkplätze aus der Marktstraße herausgenommen wurden,
2) mehr Parkplätze -als bisher vorhanden-
in 3) unmittelbarer Nähe zur Marktstraße (in der Ringstraße)
in 4) konzentrierter Form geschaffen wurden mit dem Ziel,
den „Parkplatz-Suchverkehr“ zu vermeiden.

Das wurde mit
Erfolg umgesetz!

Mehr Informationen finden Sie zum Prädikat
„Heilklimatischer Kurort“

KURWESEN: 100 Jahre Bad 1988/1993


An der Uffe:
Auch haben unser Wald und unsere Bäume nicht nur immaginäre Feinde, manche Feinde sind ganz menschlicher Natur (deshalb aber nicht besser!):



Der Eigentümer mußte für den Schaden aufkommen.

[16.02.2019]