WASSER SUCHT SICH SEINEN WEG: 2026
oder: Ein weiterer Schaden,
in dem Wasser eine Rolle spielt:
Die Überflutung des gerade erst fertiggestellten Wohnmobilstellplatzes

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Sachsa konstatiert auf Facebook zum „Einsatz 018/2026“:
WAS. Straße überflutetet, Hang weggespühlt (H1)
WANN: 05:19 Uhr
WO: Ostertal (Bad Sachsa)
Wir wurden um 05:19 Uhr zu einer überfluteten Straße sowie einem weggespülten Hang ins Ostertal alarmiert. Auf Grund der Schneeschmelze und des anhaltenden Regens, wurde ein dort verlaufender Bachlauf auf Grund der Wassermassen zu einem reißenden Fluss und überschwemmte den dort befindlichen Campingplatz. Wir sicherten die Einsatzstelle für die Verkehrsteilnehmer, stellten den Strom in dem betroffenen Teilbereich ab und kontrollierten diesen auf weitere Gefährdungen. Vorsorglich wurden Reinigungsarbeiten in Form von der Beseitigung des Treibgutes im Bereich des Gymnasiums vorgenommen, um ein ansteigen des Pegels zu verhindern.
Eingesetzte Fahrzeuge: 14-48-1 HLF 20 14-47-1 LF 20 14-11-1 ELW-1 Weitere Einsatzkräfte: Bauhof Polizei
Der HarzKurier titelt am 23.02.2026, 13:39 Uhr (online):

Unwetter im Harz ist zu stark: Feuerwehr kann diese Straße nur noch sperren. / Schneeschmelze und Dauerregen reißen Löcher in einen Parkplatz nahe eine Wohnmobil-Parks. Die Feuerwehren aus Bad Sachsa und Walkenried sind im Einsatz



…Markantes Tauwetter und dazu reichlich Regen – der Wetterwechsel hat im Südharz für Überflutungen und damit verbunden die ersten Hochwassereinsätze für Feuerwehren im Gebiet der Stadt Bad Sachsa und der Gemeinde Walkenried gesorgt. In einem Fall konnten die Einsatzkräfte nichts weiter tun, als eine Straße zu sperren. So ist die Lage…. …Tauwetter und Regen lassen Pegelstände in Bad Sachsa und Walkenried rasant ansteigen
[8 Fotos von Ralph Boehm, ca. 28.02.2026]




Neben dem Schießstand fließt das Wasser der Uffe in Richtung Schützenplatz und staut sich vor dem Durchlaß, der vermutlich nicht von Treibholz befreit war
(siehe Haufen im Hintergrund).
Die graue freiliegende Uferböschung zeigt die Höhe des gestrigen Wassers.


Das Wasser kehrt zurück in sein übliches Bett und fließt weiter in Richtung öffentlichem P am Pädagogium.
Thorsten Berthold, Redakteur (HarzKurier 25.02.2026 20:00 Uhr online):
„Tauwetter und intensiver Regen sorgen für Hochwasser in Bad Sachsa.
Dies hat für massive Schäden im Bereich des neuen Stellplatzes für Wohnmobilie gesorgt, die Feuerwehr ist im Einsatz.
Ist Bad Sachsa einer Katastrophe, einem Hochwasser mit Überflutungen in der Innenstadt, entkommen?
Bauamtsleiter Gerhard Grundei ist sich dessen sicher. Das Tauwetter und der Dauerregen des vergangenen Wochenendes – beides hatte aus seiner Sicht die Kraft, ähnliche Probleme zu verursachen wie das berüchtigte Weihnachts-Hochwasser 2023. Zwei Teiche und das vorausschauende Handeln der Verwaltung verhinderten für die Einkaufsmeile der Kleinstadt im Südharz Schlimmeres, nicht aber am Schützenplatz in Bad Sachsa. Doch in Zukunft will man sich noch besser vorbereiten. „DREI ÜBERSCHWEMMUNGEN IN 4 JAHREN REICHEN AUS“, betont Gerhard Grundei und erklärt, was geplant ist – und warum er aktuell das Thema Hochwasser noch immer nicht ganz abgeschlossen sieht.
Warn-App schlägt Alarm:
Bauhof Bad Sachsa überprüft Gewässer und Kanalisation
Die Warn-App des Deutschen Wetterdienstes leuchtet das erste Mal am 19. Februar rot auf. Tauwetter mit reichlich Niederschlag wird für den 21. bis 23. Februar auch für den Südharz vorhergesagt.
„Wir haben mit dem Team vom Bauhof deshalb noch einmal alle Einläufe in Gewässer und Kanalisation am Freitag kontrolliert“, beschreibt der Bauamtsleiter. Am Samstag sei es dann aber ruhiger gewesen als prognostiziert.
„Da war ich noch entspannt.“ Sonntagnachmittag ändert sich die Situation:
Der Regen wird stärker und nach einer Kontrollrunde durch Bad Sachsa alarmiert der Bauamtsleiter um 16.30 Uhr das Team des Bauhofes – es werden wieder alle Einläufe kontrolliert. Und nicht nur das: Gerhard Grundei entschließt sich auch dazu, den Wasserstand im Pferdeteich und Schmelzteich deutlich abzusenken.
„Wir konnten damit einen spürbaren Puffer für die Wassermassen schaffen, der wirklich Schlimmeres verhindert hat.
Nicht umsonst ist der Schmelzteich auch offiziell eine Talsperre.“
Wasserpegel der Uffe steigt über Nacht
trotz Absenkung im Schmelzteich stark an
Eng war es trotzdem. An der markanten „Webers Brücke“ war – wie überall im Verlauf der Uffe – „das Wasser an der Oberkante“. Mit welcher Kraft es nachrückte, zeigte sich am nächsten Morgen.
„Wir haben am Sonntag den Wasserstand im Schmelzteich um zwei Meter gesenkt und Montagmorgen war dieser komplett wieder aufgefüllt.“ Parallel kämpften der Bauhof und die Feuerwehr im Bereich Ferienpark beziehungsweise Erlebnisbad „Salztal Paradies“ gegen die Wassermassen. Diese standen davor, in die Tiefgarage des Bades einzudringen. In der Vergangenheit gab es bereits einen Fall, bei dem das Wasser zwei Meter hoch in der Tiefgarage stand. Doch mit vereinten Kräften konnte auch hier Schlimmeres verhindert werden.
Polizei erschrocken:
Wasser läuft in Bad Sachsa über die Straße
Anders sieht es am Montagmorgen, 23. Februar, auf dem Schützenplatz im Ostertal aus. „Die Polizei ist um 5 Uhr auf einer Kontrollfahrt und auf einmal kommen ihr Wassermassen entgegen. Da haben sie die Feuerwehr gerufen.“ Diese rückt schnell an, doch auch sie kann nichts weiter tun, als die Straße erst einmal zu sperren, wie Stadtbrandmeister Stefan Keil erklärt. Dies sieht auch Gerhard Grundei so, der um 5.45 Uhr informiert wird und sich ein Bild der Lage macht. Es hatte sich ein Einlauf mit Ästen und Gestrüpp aus dem Wald zugesetzt und war nicht mehr freizubekommen. „Wäre es noch schlimmer geworden, hätten wir wie beim Weihnachtshochwasser 2023 mit einem Bagger arbeiten müssen.“ Das Bild der Zerstörung, das die Wassermassen im Bereich des Parkplatzes am Schießstand und am neuen Stellplatz für Wohnmobile anrichten, ist aber auch so groß genug. Der Bauamtsleiter geht von einem Schaden in Höhe mehrerer Tausend Euro aus, eventuell sogar von einem fünfstelligen Betrag. „Das ist das dritte Mal in vier Jahren, dass wir dort ein solches Problem haben“, verdeutlicht Gerhard Grundei.
Wasserschäden verursachen hohe Kosten
nahe des Wohnmobil-Stellplatzes
Ein viertes Mal soll es aber nicht zu einem solchen Unglück kommen. „Bau-, Forst- und Ordnungsamt werden sich gemeinsam, sobald es wieder möglich ist, das Areal anschauen und überlegen, welche Sicherungsmaßnahmen wir dort oben treffen können. Unser Ziel ist es, weitere Überflutungen in der Zukunft zu verhindern“, betont Grundei ausdrücklich.
Doch der Bauamtsleiter hat auch die Gegenwart im Blick: „Es liegt noch reichlich Schnee an vielen Ecken auf und am Ravensberg.“ Man müsse weiterhin genau beobachten, wie sich dort die Schneeschmelze entwickelt. „Es bleibt die Frage, ob das Wasser im Boden versickern kann oder wieder hinab ins Tal fließt.“ Dann müsse man wieder passend reagieren, um die Stadt Bad Sachsa vor Schaden durch die Wassermassen zu bewahren.
Ein Blick auf 100 Jahre zurück, da lief die Uffe noch am „Schützenplatz“, dem heutigen „Wohnmobil-Stellplatz“, vorbei:

geplant durch A. Heise im Jahre 1909.
[StABS 1.20.4 Wasserleitungen]
– Ostertal –
Bad Sachsa
Ansicht vom Pfaffenberg auf die Realschule, welche direkt an der Straße „Ostertal“ verläuft [!].
Oberhalb [!] des Uffebettes liegt der „Schützenplatz“ und der „Steinbruch„